„Richtig geil“ – Berliner Adler gewinnen 20:10 gegen die Canes aus Kiel

Nach dem Spiel: Abklatschen zwischen Spielern und Zuschauern auf der Haupttribüne.

Letzte Saison hatten die Kerle aus Kiel aber auch Pech. Im German Bowl Finale unterlag das Team von Head Coach Kent Anderson gegen die Braunschweig Lions. Immerhin tragen die Canes unter Kent den Titel Vizemeister und die Anhänger weisen darauf hin, stolz wie Bolle.

Stolz sind auch die anderen, auf ihre Mannschaft, auf die Stimmung, denn die ist prächtig. „Wir sind stolz auf unser Team und diese Stadt – Wir sind HAUPTSTADT STOLZ!“, meint Adler Präsident Frank Metscher.

In der Tat: Wenige Leute machen viel Lärm. Auf einem Plakat begrüßen die Adler zudem „die Fans von Berlin Thunder“. Naja, ein paar mehr von denen könnten schon kommen, möchte man meinen, zumal die NFL Europe als Ausbildungsliga in Übersee nun nicht mehr existiert. Aus der Music Box dröhnt der Disco Sound der Achtziger. Schön war die Zeit und so wippen die Füßen im Takt der Titel. Zwei Gruppen von Großstadtgirls sind derart motiviert, daß sie sich in ihrem Black Beauty-Dress aus seeligen aerobicbewegten Zeiten rhytmisch bewegen. Die anderen, ganz in Gold, tanzen auch im Team. Dieser Hingucker auf der roten Hartgummigranulatbahn nennt sich Danceteam. Dieses Diamantics Danceteam bietet gefällige Tanzeinlagen, ab und an Artistik und auch die Rufe nach der „Defense“ und der „Offense“ dringen bis zur Haupttribüne. Gut gemacht.

Frisch gebrühter Bohnenkaffe liegt in der Luft und selbstgebackene Kuchen wird zum ersten Viertel gereicht. Die Adler sind fast die gesamten ersten 15 Minuten im Ballbesitz. Ein Field Goal ging daneben. Aus 20 Yards der zweite Field Goal-Versuch. Auf der millionenteuren Videowand leuchtet das Ergebnis. Drei Punkte sind im Sack. Auch gut gemacht.

Touchdown im Hometown des American Football – für die Adler. Der US-Amerikaner Tony Hollings rennt 40, 45 Yards und kein Canes kann den Running Back einholen. Auch der Extrapunkt geht an die Berliner, die nun mit 10:0 verdient in Führung gehen.

Da beide Reihen das zweite Viertel gemächlich angehen bleibt Zeit für ein paar Informationen zur GFL. In der Gruppe Nord spielen in dieser Sommersaison 2009, die noch bis Ende August dauert, neben den erwähnten Berlin Adler, Kiel Baltic Hurricans und Braunschweig Lions noch die Dresden Monarchs und die Assindia Cardinals. In der Gruppe Süd ist eine Mannschaft mehr. Die Teams nennen sich Marburg Mercenaries, Munich Cowboys, Plattling Black Hawks, Schwäbisch Hall Unicorns, Weinheim Longhorns und Stuttgart Scorpions. Doch nur zwei Teams werden am 26.09.2009 im Stadion am Rande des Frankfurter Stadtwaldes um den 31. German Bowl kämpfen. Die Berliner Adler wollen nicht nur dabei sein, sie wollen siegen.

Canes kann`s auch. Touchdown (TD) samt Point after Touchdown (PAT) für die Kieler im zweiten Viertel. Nur noch 10:7 für die Adler, die ganz im Stil der Pittsburgh Steelers aus der us-amerikanischen Profiliga in Schwarz-Gold über das Grün rennen, um Raum zu gewinn. Benjamin Losch drischt das Spielgerät über 40 Yards. Sein Field Goal bringt drei Punkte zum Halbzeitstand von 13:7 für die Adler.

Im dritten Viertel scheitern die Adler mit einem Field Goal-Versuch. Dieses Mal scheitert Losch am leichten Seitenwind, der vom Mauerpark herüber weht. Ein persönliches Foul von Linebacker Mario Nowak bringt die Berliner Defense 30 Yards rückwärts zur 10 Yard-Linie. Ein Field Goal schraubt den Punktestand der Kieler auf 10 hoch. Tony Hollings zeigt, was ein Runningback zu tun hat. Der für das Laufspiel verantwortliche rennt über den halben Platz. First Down von der 25 Yards-Linie. Ein abgefangener Ball bringt die Canes in die Offensive. Doch die kommen nicht recht vorwärts. Nach drei verunglückten Versuchen bleibt nur noch ein Punt. Nun heißt es an der 48 Yard-Linie Frist Down Berlin. Doch das bringt keine Punkte. Alles bleibt beim alten Stand von 13:10. Das letzte Viertel bricht an.

Das war`s: Olaf Fischer mit einem Touchdown, den Extrapunkt dazu und die Adler führen wieder mit 10 Punkten Unterschied. Beim 20:10 bleibt es bis zum bitteren Ende für die Gäste. Hier und heute war für die Kieler wenig zu holen. Sie hatten vier Minuten vor Schluß des 4th Quarter, als sie auf drei Punkten dran waren, eine falsche Entscheidung getroffen. Beim vierten Down hatten sie in aussichtsreicher Position kein Feldtor, was immerhin drei Punkte hätte einbringen können, erzielen wollen, sondern wollten einen TD. Sie wollten zu viel.

Wollen Sie einmal American Fooball erleben? Wer zudem Lust auf leckeren, selbstgemachten Kuchen mit Kaffee zum Verweilen in angenehmer, familienfreundlicher Atmosphäre inmitten von Berlin hat, der sollte das nächste und dritte Heimspiel der Berliner am 10. Mai 2009 nicht verpassen. Kick-Off gegen die Munich Cowboys ist um 15 Uhr.