Nilla Fischer – „Im Mittelfeld entscheidet sich das Spiel – Malmö war einmal meine sportliche Heimat“

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Nilla Fischer © VfL Wolfsburg

Neue Wölfin

Zum insgesamt achten Mal gewann das Team von Cheftrainer Jonas Eidevall die Meisterschaft, darunter fünf Titel unter dem ehemaligen Namen Malmö FF, den man bis 2007 trug. Damit ist der FCM aktuell der erfolgreichste Verein der schwedischen Frauen-Liga, und ließ Umea IK, der es auf insgesamt sieben Meistertitel bringt, hinter sich. Die neue Wölfin kennt den Verein sehr gut. Nilla Fischer, die im Sommer von Linköpings FC zum VfL gewechselt war, lief von 2003 bis 2011 im Trikot Malmös auf. Die Zeit dort habe sie sehr geprägt, so Fischer.

Weiterentwicklung

„Ich bin in dem Verein aufgewachsen, habe viel über Fußball und mich selbst gelernt“, resümierte die schwedische Nationalspielerin. Vor allem sei ihr bewusst geworden, wie lange es brauche und was man alles investieren müsse, um an der Spitze zu stehen. „Malmö ist ein Verein, der sich jedes Jahr weiterentwickeln und verbessern möchte“, stellte Fischer fest. Auch dass die Spielerinnen immer für eine sehr lange Zeit im Club blieben, sei ihr positiv in Gedanken erhalten. „Ich kann mich an keine unschöne Sache erinnern. Aber die besten Erlebnisse waren eindeutig die zwei schwedischen Meisterschaften 2010 und 2011.“

Umschalten können

Nun, fast zwei Jahre nach ihrem Weggang von Malmö, steht sie ihren ehemaligen Mannschaftskolleginnen wieder gegenüber. „Nach neun Saisons für Malmö ist es natürlich etwas Besonderes, jetzt gegeneinander zu spielen. Und dass es dann noch in der Champions League ist, macht es erst recht spannend“, freut sich die 29-Jährige auf die beiden Partien. Dass es dabei schwer sein könne, zwischen Freundschaft neben dem Platz und Gegner auf dem Platz umzuschalten, sehe die Schwedin aber nicht. „Es gehört einfach zum professionellen Fußball dazu“, unterstrich die Abwehrspielerin.

Kontakt gehalten

So habe sie noch immer Kontakt zu einigen ihrer ehemaligen Mitspielerinnen, unter anderem Manon Melis und Lina Nilsson. Melis war es auch, die einen erheblichen Anteil am zuletzt besonders starken offensiven Spiel von Malmö hatte. So erzielte die Stürmerin drei der acht Tore beim gesamten 8:1-Sieg in Hin- und Rückspiel der ersten Runde der Champions League gegen LSK Kvinner FK aus Norwegen. In der Königsklasse ist die Mannschaft der 300.000-Einwohner-Stadt zum insgesamt vierten Mal vertreten. Premiere feierte man in der Saison 2003/2004, als der Wettbewerb noch unter dem Namen UEFA Women’s Cup lief.

Erneuter Sprung

Dort unterlag Malmö jedoch im Halbfinale dem 1. FFC Frankfurt mit 1:4. Acht Jahre später der erneute Sprung in den europäischen Spitzenfußball, wo die ehrgeizigen Skandinavierinnen auch in der vergangenen Spielzeit vertreten waren. Schluss war jedoch jeweils im Viertelfinale. Doch nicht nur im damaligen Halbfinale gab es Kontakt zwischen der schwedischen und der deutschen Nation. Mit Anja Mittag steht seit Januar 2012 die mehrfache deutsche Nationalspielerin für Malmö in der nach der Bundesliga zweitstärksten Liga auf dem Rasen. Auch Kathleen Radtke und Katrin Schmidt sind zwei weitere Spielerinnen aus Deutschland im Kader des zweimaligen schwedischen Pokalsiegers.

Gewöhnung

Während Mittag, Radtke und Schmidt sich an die schwedische Liga gewöhnen mussten, war es für Fischer genau umgekehrt. Nach einigen absolvierten Spielen in der Frauen-Bundesliga zog auch sie ein erstes Fazit über mögliche Unterschiede: „Im Großen und Ganzen ist es sehr ähnlich in den beiden Ligen. Außer dass in der Bundesliga mit mehr Tempo gespielt wird.“ Und dass die Spielzeit während des Kalenderjahres zwischen Frühling und Herbst stattfinde in Schweden, sei ein weiterer kleiner Unterschied, so die frisch vermählte Nilla Fischer „Wenn wir im Mittelfeld gewinnen, haben wir gute Chancen auf einen Sieg.“

Anmerkung der Redaktion:

Ihre große Liebe "gewann" Nilla noch während ihrer Zeit in Schweden. Sie heiratete vor einigen Tagen in ihrer schwedischen Heimat ihre langjährige Lebenspartnerin Mariah-Michaela, die auch jetzt Fischer heißt. Die beiden Frauen sind glücklich, gehen offen und entspannt mit ihrer Beziehung um. Gratulation für Spielerin und Spielerfrau.

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