Neue Saison des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin mit intellektuellem Anspruch

So sieht heute die Website des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin aus (Screenshot vom 27.03.2013). © WELTEXPRESS

Mit Werken von Johann Sebastian Bach wird ein faktisches Tabu im Verbund der Rundfunk-Orchester und -Chöre gebrochen. Neben chorsinfonischen Werken wie der Chorsinfonie und der C Dur-Messe von Ludwig van Beethoven als Mitsingkonzert des Rundfunkchors Berlin im Januar 2013 wird das Programm mit a-capella-Werken von Anton Bruckner und Richard Strauss bereichert. Ein Höhepunkt wird ein Sonderkonzert mit Sinfonien von Felix Mendelssohn Bartholdy unter Leitung von Kurt Masur im März 2014 sein. Andere Altmeister am Pult  sind Stanislaw Skrowaczewski und Rafael Frühbeck de Burgos. Hervorzuheben von Marek Janowskis Dirigaten sind zwei Konzerte mit Werken von Hector Berlioz im Februar. Zu den Instrumentalsolisten der Saison gehören Isabelle Faust, Arabella Steinbacher, Gil Shaham, Anna Winizkala, Daniil Trifonow und andere.

Volkstümliche Orchesterarbeit bieten acht Familienkonzerte, ein Mitmachkonzert für Kinderorchester und eine kindgerechte Fassung von Wagners Ring des Nibelungen sowie Life-Filmmusik, darunter der Ballettfilm »Romeo und Julia« mit der Originalmusik von Sergej Prokofjew.

Neuheit ist »Klassik im Kessel« – vier Kammerkonzerte im Kesselhaus der Kulturbrauerei in lockerem Ambiente. Unantastbare »programmatische Inseln« (Janowski) bleiben das Abschlußkonzert des Choriner Musiksommers und die Neunte von Beethoven zu Silvester.

Eine Bewährungsprobe für das Rundfunk-Sinfonieorchester als Nicht-Opernorchester wird das Gastspiel mit Wagners «Ring« beim George-Enescu-Festival in Bukarest im September 2013. Seit 1941 wird der Ring in Bukarest erstmals wieder gespielt. Das Enescu-Festival wird von der rumänischen Regierung umfassend unterstützt. Sein Publikum ist sehr begeisterungsfähig.

Stolz ist der Chefdirigent auf die Verjüngung des Orchesters und auf den hohen Frauenanteil, besonders bei den Streichern. Von 54 Konzerten  werden 47 in Berlin gespielt und 25 im Rundfunk übertragen. Die Frage nach noch latenten Fusionsplänen mit dem Deutschen Symphonie Orchester Berlin wird vom ROC-Geschäftsführer Thomas Kipp kategorisch verneint, obwohl die Finanzierung durch die Gesellschafter Deutschlandradio, Bund, Berlin und Rundfunk Berlin-Brandenburg noch nicht absolut gesichert ist. Die Eintrittspreise des RSB werden in der neuen Saison erhöht – um wie viel, war auf Nachfrage vom Orchester nicht zu erfahren. Nach Meinung des Intendanten des Deutschlandradio, Willi Steul, der 2009 die Fusion der beiden Orchester verlangt hatte, stehen dem RSB große Perspektiven offen. Es wird sich erweisen, ob die Existenz der beiden Klasseorchester bei der nächsten Verteilung der Rundfunkgebühren unangefochten bleibt.

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