Minibusse mit dem Stern schreiben Erfolgsstory – Mercedes-Benz kann im Segment gegen den Trend zulegen

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© Foto: Eva-Maria Becker, 2014

Um der Unrentabilität vor allem des Nah- und Überland-Verkehrs entgegenzuwirken, wurden Minibusse entwickelt, die immer öfter zum Einsatz kommen und dabei helfen, die Kosten zu senken. Schon seit mehr als einem Jahrzehnt baut Mercedes Benz eigene Kleinbusse aus einer Hand und ist heute der bedeutendste Minibus Hersteller in Europa. Im vergangenen Jahr wurden am Standort Dortmund rund 1200 dieser Fahrzeuge in verschiedenen Baureihen produziert. Und besser noch: Sie wurden auch verkauft. Der Hersteller kann gegen den Trend in Westeuropa wachsen und hält derzeit einen Marktanteil von rund zehn Prozent.

Die Minibusse von Mercedes-Benz werden in vier Produktlinien angeboten – als Sprinter Mobility für die Beförderung von Körperbehinderten, Sprinter Transfer für Überlandlinien, Sprinter City für den Linienverkehr und Sprinter Travel für den Reiseverkehr. Sie bieten Platz für acht bis maximal 40 Fahrgäste. Und nicht nur Platz, sondern auch den erwarteten Komfort. Sie sind auf der Sprinter-Basis aufgebaut. Nach dem Sprinter-Facelift wurden nun auch die Minibusse einer Modellpflege unterzogen. Die Fahrzeuge sind jetzt moderner gestylt – ganz neu ist die Frontansicht mit der aufrechter stehenden Kühlermaske, den schärfer geschnittenen Scheinwerfern und dem prägnanten Stoßfänger.

Das Interieur mit dem aus dem Großbus bekannten Gestühl, den überarbeiteten Gepäckablagen, dem Glasfenster in der Decke und der LED-Beleuchtung hat jetzt mehr Pfiff. Der neue Einstieg mit der verbesserten Stufenkonstruktion ist bequemer, die Klimaanlage wurde optimiert. Die Decke ist in einer Wabenstruktur aufgebaut und ist ebenso leicht wie fest. Apropos Gewicht: Es galt, viel davon einzusparen, um möglichst geringe Verbrauchswerte zu erzielen.

© Foto: Eva-Maria Becker, 2014Dies ist gelungen: Die gesamte Motorenpalette erfüllt heute die Abgasnorm Euro6, und die Verbrauchsreduzierung wird je nach Fahrzeugtyp und Motor mit 0,5 bis 3,7 Prozent angegeben. Das Motorenangebot umfasst unverändert 2,2-Liter-Vierzylinder Motoren mit Leistungen von 70 kW/90 PS bis 120 kW/163 PS. Top-Aggregat ist der 3,0-Liter-Sechszylinder mit 140 kW/190 PS.

Standard sind Sechsgang-Handschalter. Auf Wunsch gibt es auch die Wandler-Automatik 7G-Tronic – die weltweit einzige Automatik mit sieben Schaltstufen in einem Transporter. Sie ist zwingend mit dem Start-Stopp-System kombiniert. Für angenehmen  Fahrkomfort sorgt unter anderem ein passendes Fahrwerk mit Luftfederung an der Hinterachse. Natürlich ist auch für Sicherheit gesorgt: Die Fahrzeuge sind mit dem Schleuder- und Kippschutz ESP der neuesten Generation unterwegs. Und verschiedene Fahrer-Assistenzsysteme helfen Unfälle zu vermeiden – so der Seitenwind-Assistent, der Abstandswarner, der Totwinkel- und Fernlichtassistent sowie der Spurhalte-Assistent.

Zahlreiche Nahverkehrsbetriebe haben die Vorteile der Minibusse längst erkannt. Ihre Betriebskosten liegen deutlich unter denen der Großbusse, und sie werden zumeist gut  ausgelastet. Die Berliner Verkehrsbetriebe halten gemeinsam mit der Taxi-Innung den Nachtbetrieb im Straßennetz mit Minibussen aufrecht. In verschiedenen Großstädten kommen statt eines Großbusses verschiedene Minibusse mit kürzeren Taktzeiten zum Einsatz. Ziel ist, dass die Minibusse zu einem festen Bestandteil des Nahverkehrs werden, um diesen auch künftig mit öffentlichen Verkehrsmitteln aufrecht erhalten zu können.

Und wie fährt sich so ein Minibus? Problemlos, wie ein Sprinter auch – trotz seiner Länge. Allerdings ist er etwas weniger agil – das liegt am Gewich  durch den großen Aufbau und die dritte Achse. Das Cockpit ist ergonomisch aufgebaut und entspricht weitgehend dem eines kleinen Nutzfahrzeugs. Es gibt nur wenige Zusatzinstrumente und Bedienelemente für den Omnibusbetrieb, und die sind schnell erfasst.

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