Leonhard R. Müller, der Uhren-Guru von Berlin oder Wo der Zeitgeist tickt

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Leonhard R. Müller, Vorstandsvorsitzender der Askania AG, und Herbert Beltle, Inhaber der Rotisserie Weingrün (re.). Foto: © Gero Schreier

Kenner und Sammler wissen  natürlich, dass es Carl Bamberg, Sohn eines Uhrmachers und Zögling von Carl Zeiss, war, der 1871 in Berlin diese Manufaktur begründet hat. Die Firmengeschichte dokumentiert ihrer Zeit weit vorauseilende Präzisionsgeräte für Marine, Observatorien, Forschung und Expeditionen. Verknappt ausgedrückt kann man sagen, zu Wasser und in der Luft konnte man sich auf diese Geräte verlassen. Das wussten die Pioniere der Luftfahrt zu schätzen, auch die ersten zivilen Passagiere kamen mit der Askania-Technik sicher ans Ziel. Der Firmensitz in Berlin-Friedenau entwickelte sich zum weltweiten Dreh- und Angelpunkt der Forschung und Entwicklung neuer Gläser, Geräte und innovativer Messtechnik.

Auch auf den Beitrag in der Filmgeschichte macht der Chronist aufmerksam. So avancierte Askania in den 20er Jahren zu einem der bedeutendsten Hersteller für Filmproduktions- und Kinogeräte. Spiel-, Trick- und Dokumentarfilme verließen sich auf die Technik der Askania Filmkameras. Sie werden u.a. mit Klassikern wie der „Blaue Engel“ oder „Quax, der Bruchpilot“ in den Potsdamer UFA-Studios verbunden.

Um die Firmengeschichte insgesamt zu verstehen, sei darauf verwiesen, dass die Askania Werke nach 1945 in verschiedenen Trägern aufgingen, unter ihnen die Geräte- und  Reglerwerke (GRW) Teltow, besser bekannt als „VEB Mechanik Askania Teltow“. Und seit 2006 gibt es dank Leonhard Müller auch den Standort Berlin-Friedenau mit 22 Mitarbeitern  wieder. Von hier aus, sagt der feinsinnige Firmenchef, geht die mechanische Uhren ­-Botschaft in alle Welt. Der Stolz war ihm schon anzumerken, als er über die Jubiläumsausführung sprach, die er als Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten im August vorgestellt hatte. In Anlehnung an die Anzahl der Traditionsjahre auf 140 Stück limitiert sei die „Quadriga 2011“ nicht nur ästhetisch etwas Besonderes: Der handgefertigte Duograph aus massivem Gold ist mit einem Preis von 18.450 Euro durchaus auch eine Wertanlage.

Zum Gelingen des Abends, das sei durchaus vermerkt, hat in seiner unnachahmlichen Art der umtriebige gastgebende Wirt, Herbert Beltle, in seiner Rotisserie Weingrün an der Gertraudenbrücke beigetragen, wie man ihn eben auch aus dem Alten Zollhaus in Kreuzberg oder dem Aigner am Gendarmenmarkt kennt.

Fazit: Ich bin neugierig gekommen und mit viel neuem Wissen nach Hause gefahren. Der Askanese-Chef hat uns allen einen Jubiläums-Band geschenkt, mit dem er uns in die Welt von Askania entführen und einfach sagen will: Mit der Hauptstadtuhr ist man zuverlässig auf der Höhe der Zeit – von elegant bis sportlich – vielseitig und faszinierend wie Berlin.

Anmerkung:

Vorstehender Artikel von Ursula A. Kolbe wurde unter http://www.tourismus-dialog-berlin.de am 25.10.2011 erstveröffentlicht.

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