Kuriose Schiedsrichterentscheidungen im Flutlichtspiel – Der VFL Wolfsburg gewinnt das Verfolgerduell um die Champions-League-Plätze 2:1 gegen Bayer Leverkusen

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© Foto: Winfried Laube, 2015
Die Wölfe gewannen das Werksduell 2:1 (1:1) und kletterten auf den dritten Tabellenplatz.
Vorbericht
Auf der Pressekonferenz am Donnerstag bezeichnete VfL-Cheftrainer Dieter Hecking die Partie gegen die Bayern und das damit verbundene Pokalaus als abgehakt.
Gegner Bayer Leverkusen erzielte in den letzten drei Pflichtspielen 14 Tore!, darauf müssen sich die Wölfe einstellen.
„Man muss defensiv gut arbeiten, aggressiv spielen und im Spiel nach vorne an Konsequenz zulegen. Das sind die Aufgaben deren Umsetzung wie uns von Spiel zu Spiel neu stellen müssen“, so Hecking, der zugibt, dass dies gegen die Werkself kein Kinderspiel wird: „Ich denke, Bayer  Leverkusen gehört zu den Mannschaften, die auch in diesem Jahr wieder um die vorderen Plätze mitspielen werden.“
Mit Blick auf die Tabelle will sich der Wölfe-Coach aber nicht auf den Gegner konzentrieren: „Im Moment geht es einfach darum Punkte einzufahren und wenn wir nach elf Spieltagen 21 Punkte hätten, wäre das eine gute Ausbeute. Damit lägen wir voll im Soll. Dann ist es erst einmal egal ob der Gegner am Wochenende Bayer Leverkusen oder FC Augsburg heißt. Zur jetzigen Phase muss man möglichst viele Punkte mitnehmen.
Spielbericht – Ausgeglichene erste Hälfte mit kuriosem Abseitstor
© Foto: Winfried Laube, 2015Weil Max Kruse verletzungsbedingt länger ausfällt, entschied sich Cheftrainer Dieter Hecking aus taktischen Gründen diesmal Nicklas Bendtner für Bas Dost von Beginn an spielen zu lassen.
"Er hat seine Aufgaben und weiss was ich von ihm erwarte" äußerte sich Hecking vor dem Spiel.
Bei den Gästen nahm Stefan Kießling auf der Bank platz.
Das Spiel begann eher verhalten. Keine der beiden Mannschaften wollte ins offene Messer laufen. Aus einer kontrollierten Abwehr heraus versuchten sie sich jeweils Chancen rauszuspielen. In den ersten zwanzig Minuten war es ein unterhaltsames Spiel mit vielen kleinen Fehlern und ohne große Höhepunkte.
Das tat jedoch der Stimmung in den beiden Fanlagern keinen Abbruch. Bei den Wölfen war zu wenig Bewegung im Spiel, es lief alles zu langsam (34.).
Dann fiel ein kurioses Tor für die Niedersachsen- der Linienrichter hob die Fahne und entschied auf Abseits, doch er wurde vom Berliner Schiedsrichter Manuel Gräfe überstimmt. Nutznießer war Nicklas Bendtner, der sich nicht beirren ließ und die Kugel oben links zur 1:0 Führung ins Gehäuse schoss. Rudi Völler war außer sich und tobte an der Außenlinie. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass es eine Fehlentscheidung war- es war ein Abseitstor!
Die Leverkusener spielten daraufhin verstärkt nach vorne und erzielten sechs Minuten später durch einen Flugkopfball von Hernandez den nicht unverdienten Ausgleich (40.). Mehmedi hatte dann sogar noch in der Nachspielzeit die große Chance zur Führung, doch er scheiterte alleine vor dem Tor an Benaglio.
Klarer Elfmeter für Wolfsburg nicht gegeben
© Foto: Winfried Laube, 2015Es entwickelte sich ein hektisches Spiel, an dem Manuel Gräfe nicht unbeteiligt war. Ein klarer Elfmeter wurden den Wölfen verwehrt, es könnte sich um eine Konzessionsentscheidung wegen des unberechtigten Abseitstores gehandelt haben. Dazu sagte Rudi Völler bei Sky" Man kann den Elfmeter geben, muss es aber nicht".
Es war eine knifflige Szene im Gäste-Strafraum! Maximilian Arnold schickte Daniel Caligiuri, der von Bernd Leno unsauber vom Ball getrennt wurde.(50.) 
Die Gäste aus Leverkusen wirkten zielstrebiger und wollten sich mit der Punkteteilung nicht zufrieden geben. Bei den Wolfsburgern lief bis zu diesem Zeitpunkt nicht viel zusammen.
In der 69. Minute hatte Schürrle die 100% tige Riesenchance, doch er schoss zum Entsetzen der Fans unbedrängt hoch über das Tor. Wolfsburg erhöhte den Druck.
Bas Dost und Julian Draxler kamen ins Spiel und sie brachten die Wende. Dost passte auf Draxler und der musste nur noch zum 2:1 für die Wölfe einschieben(77.). Die Gäste spielten nach vorne und drückten auf den Ausgleich. Damit eröffneten sich den Wölfen gute Konterchancen. Am Ende stand ein 2:1 Sieg der Wölfe auf der Anzeigetafel.
Fazit

© Foto: Winfried Laube, 2015Manuel Gräfe erwischte einen schlechten Tag und stand im Mittelpunkt des Geschehens. Der Sieg ging in Ordnung, aber auch ein Unentschieden wäre verdient gewesen.

Trainerstimmen:
Gästetrainer Roger Schmidt meinte nach dem Spiel: "Es war heute ein enges, sehr umkämpftes Spiel, wir hätten auch als Sieger vom Platz gehen können, doch wir nutzten unsere Chancen nicht .Wir hatten noch einige Gelegenheiten, doch es sollte heute einfach nicht sein."
Dieter Hecking resümierte: "Es war ein hart umkämpftes Spiel, es waren viele Unterbrechungen und deshalb kam kein Spielfluss zustande. Wir hatten immer eine gute Antwort und haben in der zweiten Halbzeit besser gespielt."
Statistik:
Trainer: Dieter Hecking
Startaufstellung: Benaglio – Jung, Naldo, Klose, Rodrí­guez – Arnold (73. Draxler), Luiz Gustavo – Vieirinha (61. Guilavogui), Schürrle, Caligiuri – Bendtner (74. Dost)
Reservebank: Casteels, Schäfer, Dante, Dost, Ascues, Draxler, Guilavogui
Bayer 04 Leverkusen: Leno – Donati, Tah, Papadopoulos (76. Toprak), Wendell – Kramer, Kampl – Bellarabi, Mehmedi – Chicharito (81. Kießling), Calhanoglu (72. Brandt)
Tore: 1:0 Bendtner (34.), 1:1 Chicharito (40.), 2:1 Draxler (77.)
Gelbe Karten: – / Papadopoulos, Wendell
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 28.766 am Samstagabend in der Volkswagen Arena
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