Kleiner Krieg ums Öl und Gas an der Großen Syrte

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Kämpfer in Tripolis aus Sicht der LNA (2019-04-16). Quelle: LNA-Video

Tripolis, Tripolitanien (Weltexpress). Dass Soldaten der sogenannten Libyschen Nationalarmee (LNA), die nichts weiteres ist als die Streitkräfte Kyrenaikas, den Flughafen von Tripolis angreifen, das versteht sich von selbst, dann darüber schickte die Erdogan-Türkei Söldner und Soldaten für die Milizen Tripolitaniens.

Ob jetzt die eine oder die andere Seite die Waffenruhe, die sowieso brüchig war, gebrochen hat, das ist letztendlich eine Frage von Agitation und Propaganda und zeigt auf Seiten von Politik und Presse nur, wes Brot gegessen wird.

In „NTV“ (22.1.2020) wird von sechs Raketen geschrieben, die laut Angaben eines Mohammed Gnunu, der als Militärsprecher vorgestellt wird, auf dem Flughafen Mitiga eingeschlagen haben sollen. Unter der Überschrift „Angriff auf Flughafen Tripolis – Haftar soll Waffenruhe gebrochen haben“ wird zudem darüber informiert, dass „die Waffenruhe … im Raum Tripolis seit dem 12. Januar“ gelte und „unter Vermittlung Russlands und der Türkei vereinbart“ worden sei. „Seitdem haben sich beide Seiten aber mehrfach Verstöße vorgeworfen. Einen dauerhaften Waffenstillstand gibt es bisher nicht.“

Wenn es keinen Waffenstillstand gibt, dann kann dieser auch nicht gebrochen worden sein oder werden. Und die Waffenruhe ist das Wort nicht wert.

Wichtiger ist für alle mehr oder weniger Beteiligten weiterhin die Blockade von Häfen für den Export von Öl durch die LNA. Während die einen in Politik und Presse heucheln, dass sich deswegen die humanitäre Lage verschlechtern würde, weisen die wenigen anderen darauf hin, dass von den daraufhin fehlenden Einnahmen auch keine weiteren Söldner, Waffen und Munition gekauft werden können. Das gilt vor allem für den Bürgermeister von Tripolis, denn mehr ist der in Washington und London, Paris und Berlin Präsident genannte Mann, dessen Name bald wieder Schall und Rauch sein wird, nicht.

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