Kommentar: Der mutige Taliban-Feldzug gegen die beiden Bürgermeister von Kabul und ihre feigen Soldaten

Regenbogen über einem Feld in Afghanistan. Quelle: Pixabay, Foto: Amber Clay

Kabul, Afghanistan (Weltexpress). Am Hindukusch überschlagen sich die Ereignisse. Kaum wurde die Einnahme eines Ortes im hierzulande Afghanistan genannten Staat gemeldet, ist das schon wieder Schnee von gestern. Die Macht der beiden Bürgermeister von Kabul schwindet wie ihr Reich. Anders formuliert wird deren Staatsgebiet kleiner und das der Taliban wird größer.

In „Deutschladfunk“ (14.7.2021) wird unter der Überschrift „Afghanistan – Taliban melden Einnahme von Grenzübergang nach Pakistan“ mitgeteilt, daß „die islamistische Miliz verbreitete ein Video, das Kämpfer in der Ortschaft Spin Boldak an der Grenze zeigen soll. Ein Vertreter der Behörden in der Provinz Kandahar wies die Darstellung zurück. Spin Boldak ist ein wichtiger Übergang für Waren, die aus der pakistanischen Hafenstadt Karachi nach Afghanistan gebracht werden.“

Wer die Soldaten und Offiziere der Taliban Miliz nennt, der hat keine Ahnung. Das sind größtenteils erfahrene und bestens ausgebildete Soldaten und Offiziere, die in unterschiedlichen Truppen kämpfen. Sie sind im Wesentlichen besser ausgebildet als die Soldaten und Offiziere der beiden Bürgermeister. Wichtiger noch: Die Moral ist bestens, – gewitzigt formuliert – sogar mordmäßig.

Ob Spin Boldak nun heute oder morgen erobert wird, das spielt im Grunde genommen keine Rolle. Der Ort, der direkt an der Grenze liegt, und ein paar Meter von Chaman, der Verwaltungsstaat des Qilla Abdullah Districts in Belutschistan, Pakistan, wo die Taliban ihr sicheres Hinterland haben, fällt sowieso früher oder später. Und dann fällt Kandahar. Das alles wird ohne die Saigon-Situation, ohne den Saigon-Effekt geschehen. Fliehende GI`s werden weder fotografiert noch gefilmt werden wie damals in Vietnam. Die Niederlage wird als Abzug inszeniert. Die Kommunisten im Kreml befahlen das 1988/89 nicht anders.

Jedoch kursieren im Weltnetz jede Menge Fotos und Videos von fliehenden Soldaten und Offizieren der beiden Bürgermeister von Kabul. Deren Sold ist niedrig und wurde vielleicht mal wieder nicht ausgezahlt. Daß deren Moral noch niedriger ist, das kann sich jeder denken, der einmal Soldat oder Offizier war und weiß, was Krieg wirklich bedeutet. Das ist mehr als Mord und Totschlag.

Die Richtung am Hindukusch ist klar. Sie war vorher klar. Die militärische Führung der Anglo-Amerikaner, die diesen viele Jahre währenden Krieg, diesen Feldzug mit Invasion und Besatzung verloren wie zuvor die Rote Arme der Sowjetunion den ihren, wußte das vorher. Daß das so kommen würde, das war allen Kennern und Kritiker klar. Alles andere war und ist Agitation und Propaganda.

In den meisten Staats- und Kapitalmedien, die gerne auch öffentlich-rechtlich oder privat genannt werde sowie Lügen- und Lückenmedien, wird diese Niederlage mehr oder weniger unter den Teppich gekehrt, während die Niederlage der Roten Armee noch ein gefundenes Fressen war. Auch die geschlagenen deutschen Soldaten wollte weder die Oberbefehlshaberin im Krieg, das ist: Angela Merkel (CDU), noch die im Frieden in der Heimat, das ist: Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), empfangen. Achtlos war das Ankommen in der Heimat für die letzten Mohikaner der Vasallentruppe.

Anmerkung:

Siehe auch den Artikel Vorwärts immer: Taliban überrennen ganze Landstriche am Hindukusch von Mats Marder.