„Kein Respekt vor dem deutschen Meister!“ – Der TBV Lemgo besiegt den deutschen Handball-Rekordmeister THW Kiel mit 27:21 (14:13)

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© Foto: Harald Bruning, 2014

Nach dem Seitenwechsel konnten die Lipper schnell eine Drei-Tore-Führung herausspielen. Die Hanseaten schafften zwar noch einmal den Anschluss aber davon ließ sich der TBV nicht verunsichern und erzielte in den kommenden drei Minuten wieder eine Drei-Tore-Führung zum 16:13. Die Angriffe der Kieler scheiterten wieder und wieder am Lemgoer Schlussmann Dresrüsse, wogegen der TBV mit erfolgreichen Tempogegenstößen seine Tore erzielte.

In der 57. Spielminute führten die Lemgoer mit 25:20. Die zahlreichen Zuschauer in der Halle tobten. „Oh wie ist das schön“, sangen sie.

In dem Jubel und Trubel ging der Platzverweis des Kieler Toft Hansen, der mit seiner dritten Zeitstrafe belegt wurde, fast unter.

Das Auftaktspiel der Handball-Bundesliga ging für den Deutschen Meister nach dem Gewinn des Supercups, der THW gewann 24:18 (13:8) gegen die Füchse Berlin vier Tage vor dem Ligastart, verloren.

Für den TBV Lemgo war der Sieg ein gelungener Start in die neue Saison und eine Genugtuung für das letzte Heimspiel gegen den THW Kiel, das der TBV mit 24:46 verloren hatte.

Die Stimmen zum Spiel (Quelle: TBV Lemgo Pressemeldung, 23.08.2014):

Alfred Gislason (Trainer THW Kiel): "Das war kein überragendes Spiel von uns. Glückwunsch an Lemgo, sie haben hochverdient gewonnen. Ich war sehr enttäuscht über unsere Leistung. Wir haben keine gute Abwehr gezeigt, mit kaum einer Torhüterleistung dahinter, was auch meisten zusammenhängt. Vorne haben wir sehr, sehr viele Fehler gemacht, sehr passiv gespielt. Deshalb geht das Ergebnis ganz klar in Ordnung."

Niels Pfannenschmidt (Trainer TBV Lemgo): "Vielen Dank für die Glückwünsche! Man muss im Sport vorsichtig mit Superlativen sein, aber das heute war schon sensationell. Ich musste vor dem Spiel dem Team einen Glauben einhauchen, versuchen zu vermitteln, dass man immer daran glaubt, dass was möglich ist. Wir haben bis zur Mitte der ersten Halbzeit gebraucht, bis wir daran geglaubt haben, dass etwas möglich ist. Die Mannschaft hat gemerkt, dass das, was wir machen, gut ist und funktioniert. Kiel hatte heute auch nicht den besten Tag, wie Alfred schon gesagt hat. In der Summe von Torhüterleistung von Nils, die überragend war, von Abwehr und Zuschauern, haben wir Mitte der zweiten Halbzeit dran geglaubt und realisiert, dass hier was geht. Dann haben wir das zu Ende gespielt und tatsächlich gewonnen. Wir freuen uns heute und morgen und ab Montag bereiten wir uns auf das Spiel in Wetzlar vor. Kein Respekt vor dem deutschen Meister!"

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