Kambodscha: Völkermord-Prozess gegen Rote Khmer begonnen

Der einstige Chefideologe Nuon Chea, Stellvertreter des 1998 gestorbenen Ex-Diktators Pol Pot, war als „Bruder Nummer 2“ berüchtigt. Neben ihm müssen sich auf der Anklagebank der Ex-Staatschef Khieu Samphan, der ehemalige Außenminister Ieng Sary und dessen Ehefrau, die frühere Sozialministerium Ieng Thirith, Platz, verantworten.

Die Mitangeklagten sind Ex-Staatschef Khieu Samphan, Ex-Außenminister Ieng Sary sowie dessen Frau Ieng Thirith, die Sozialministerin war. Sie müssen sich wegen Kriegsverbrechen, Völkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Wie dpa mitteilte, haben alle die Vorwürfe zurückgewiesen.

Die vier ranghöchsten noch lebenden Entscheidungsträger des Terror-Regimes, von ihnen ist keiner der Angeklagten jünger als 78, sind in vier Punkten angeklagt: Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Genozid, Mord und Verfolgung aus religiösen Gründen.

Bis Donnerstag soll im Zuge der Voranhörungen unter anderem die Liste der Zeugen festgelegt werden, informiert RIA Novosti.

Die UN-Generalversammlung hatte im Juni 2003 der Gründung eines Sondertribunals für Kambodscha zugestimmt, das die Untersuchungen zu den Verbrechen der Roten Khmer und die entsprechenden Gerichtsprozesse führen soll. Das Sondertribunal umfasst internationale und lokale Richter und Anwälte.

Die Roten Khmer unter dem 2008 unter ungeklärten Umständen gestorbenen Anführer Pol Pot hatten 1975 nach einem jahrelangen Partisanenkrieg die Macht in Kambodscha übernommen. Innerhalb der dreieinhalb Jahre dauernden Schreckensherrschaft wurden über 1,7 Millionen Menschen getötet: 25 Prozent der städtischen – und 15 Prozent der ländlichen Bevölkerung.

Mit Material von AFP, dpa und RIA Novosti

Zur WELTEXPRESS-Newsletter-Anmeldung