Kämpfe in Ägypten, über 80 Tote

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Sisi
Oberbefehlshaber und Putschgeneral Abdel Fattah al-Sisi (Archibild).

Kairo, Ägypten; Berlin, Deutschland (Weltexpress). Der Kampf arm gegen reich, unten gegen oben und umgekehrt geht auch in Ägypten weiter. Geführt wird er nicht mit blauen Büchern und roten Fahnen, sondern mit Koran und Mondsichel.

Er fordert täglich Verletzte und alle paar Tage Tote. Dieser Krieg ist einer in permanenter Penetranz, denn das Regime in Kairo führen muss, um nicht abgeführt zu werden.

Unter der Überschrift „Ägypten – Ägyptische Streitkräfte töteten mehr als 80 Islamisten auf dem Sinai – 61 weitere Verdächtige seien festgenommen und hunderte Bomben sichergestellt worden“ wird in „Der Standard“ (4.11.2019) mitgeteilt, dass das ägyptische Militär erklärt habe, „auf dem Sinai … 83 mutmaßliche Islamisten getötet“ und „61 weitere Verdächtige festgenommen“ zu haben. So falsch wird das nicht sein, aber höchstens die halbe Wahrheit.

In „DW“ (4.11.2019) unter „Islamismus – Viele Tote bei Anti-Terror-Kampf in Ägypten“ wird der Staatsterror unter Ex-Feldmarschall und Putschgeneral Abdel Fatah El-Sisi nicht benannt, aber von einem „Anti-Terror-Kampf“ geschrieben. Dazu heißt es, dass der nicht „sehr erfolgreich war“. „So schrieb etwa ein Analyst des Washington Institiute for Near East Policy, trotz einer 444.000 Mann starken Armee und US-Militärhilfe in Milliardenhöhe sei Ägypten bisher nicht in der Lage gewesen, ’schätzungsweise 600 bis 1000 Rebellen in Schach zu halten, geschweige denn zurückzudrängen‘.“

Auch unter El-Sisi als Präsident und Oberbefehlshaber wird Staatsterrorismus groß geschrieben. Von vielen Ägyptern wird das sogar goutiert in der Angst, es könnte schlimmer kommen. Angst ist in Ägypten ein steter Begleiter.

Wie schlimm der tägliche Terror ist, lässt ein Artikel von Martin Gehlen in der „Frankfurter Rundschau“ (4.11.2019) erahnen. Unter dem Titel „Aufruhr in sozialen Medien – Schaffner stößt Mann aus Zug: Nach Todesfall geht in ganz Ägypten die Angst um“ hält er fest: „Der Vorfall zeige, wie wenig wert ein Leben sei, empörten sich Zehntausende unter dem Hashtag #Der Ticket-Märtyrer‘. #Zwei junge Männer wurden unter einen Zug geworfen wegen zwei Dollar. Wir sind billiger als eine Schachtel Zigaretten‘, twitterte einer. Andere spotteten mit Blick auf die galoppierende Verarmung im Land, ‚wir sitzen alle im gleichen Zug, nur der Schaffner ist noch nicht gekommen.‘ Jemand stellte die Zeichnung eines aus dem Zug Gestoßenen ins Netz, dem der Kontrolleur hinterher brüllt: ‚Wenn wir dir sagen, du hast zu bezahlen, dann wirst du bezahlen.'“

Die Ägypter leiden unter einer massiven Überbevölkerung. Ein Menschenleben zählt wenig. Unter El-Sisi hat die banale Barbarei an Nil und Suez Kanal, Mittelmeer und Rotem Meer zugenommen.

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