Japaner wollen weiter Wale jagen und demnächst wieder wie Norweger und Isländer kommerziell statt wissenschaftlich

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Ein ausrangiertes Walfangschiff. Quelle: Pixabay

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Japaner wollen wegen des Walfang-Moratoriums die Internationale Walfangkommission (IWC) verlassen und kommenden Sommer Wale nicht mehr nur aus angeblich wissenschaftlichen sondern kulinarischen Gründen killen.

Darüber berichten verschiedene Medien. In „Welt“ (26.12.2018) heißt es, dass kürlich „Regierungssprecher Yoshihide Suga in Tokio bekannt gab“, dass „der Ausstieg aus der IWC am 30. Juni in Kraft“ trete, somit Japan „ab dem 1. Juli werde Japan dann wieder kommerziell Walfang betreibe“ werde.

Umgehend hagelte es Protest von den üblichen Verdächtigen. Laut „Welt“ soll die australische Umweltministerin Melissa Price von der Regierung in Tokio gefordert haben, „resolut gegen jede Form des kommerziellen und sogenannten wissenschaftlichen Walfangs“ zu sein.

Von Norwegern und Isländern kam erwartungsgemäß kein Protest, sie gelten wie Japaner als die letzten verbliebenen Walfänger. Gegen das Walfang-Moratorium erhoben Norweger übrigens Einspruch, Isländer meldeten „nur“ Vorbehalte an. Durch das Moratorium ist kommerzieller Walfang seit 1986 verboten.

Doch Isländer sind auch nur Heuchler. Beispielsweise entlarvte Sea Shepherd vergangenen Sommer den kommerziellen Walfang stark gefährdeter Finnwale durch das isländische Walfangunternehmen Hvalur. Sea Shepherd teilte 9.6.2018 mit: „Die von der isländischen Regierung an Hvalur hf vergebene Fangquote für 2018 beträgt unglaubliche 161 Finnwale sowie weitere 30 Finnwale, die von der ungenutzten Quote aus 2017 übertragen wurden und während einer 100-tägigen Saison ab dem 10. Juni getötet werden können.“

Der isländische Walfang ist illegal und verstößt gegen das von der IWC festgelegte internationale Moratorium für den kommerziellen Walfang.

Der japanische kommerzielle Walfang wird auch illegal sein.

Kapitän Paul Watson sieht aber ein Wandel des Bewußtseins bei den Isländern, die von 98 Prozent Walfang-Befürworter 1986, während es heute nur noch 34 Prozent seien. Und nur 19 Prozent der Isländer würden Walfleisch essen, hingegen würden das 12 Prozent der Touristen wollen . Das „die Zahl der Touristen … jedes Jahr fast die Zahl der Isländer“ übersteige, sei daher „der Tourismus die treibende Kraft …, die diese Gräueltat aufrechterhält“.

In „Zeit Online“ (26.12.2018) wird festgehalten, dass der IWC erlaube, „Wale zu Forschungszwecken zu jagen. Japan ist aber das einzige Land, das dieses Argument bisher bemüht hat, um seinen Walfang zu begründen. Die beiden anderen großen Walfangnationen Island und Norwegen widersetzen sich dem Fangverbot von 1986 offen und bezeichnen ihre Jagd als das, was sie ist: als kommerziell.“

Demnächst wird Japan also wie Island und Norwegen kommerziell jagen.

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