Italiens Stiefelabsatz – Apulien und die Halbinsel Gargano – Küstenstädtchen auf Felsen und Parco Nazionale

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Zurück nach Bari. In der St. Nikolaus-Kathedrale – ja, es ist DER Santa Claus! – ruhen die Gebeine des Heiligen in einer kostbar geschmückten Kathedrale. In unmittelbarer Fußreichweite gelangt man in die orthodoxe Kirche, die für die Russen von besonderem Interesse ist.

Nach einem Rundgang durch die Altstadt mit ihren verwinkelten Sträßchen und vielen Lädchen mit einheimischen Spezialiäten wie frischen Orecchiete (Öhrchennudeln) und handgemachtem Cacciocavallo podolico-Käse gelanget man auf die mit Palmen geschmückte Lungomare-Küstenpromenade. „40 Kilometer ist sie lang, zwanzig nach Süden, zwanzig nach Norden.“ erläutert Annamaria „und führt direkt zum Fischmarkt“.

Wir überholen eine Kolonne von „Vespisti – Vespafahrern auf der zweistündigen Fahrt von Bari nach Gargano und passieren den Pilgerort, wo der Heilige Padre Pio wirkte – Anziehungspunkt für grosse Pilgerströme, erklärt Chauffeur Antonio.

Die Gargano-Halbinsel überrascht – ist der größte Teil Apuliens flach wie eine Flunder – und über kilometerweite Flächen mit über mit 1000 Jahre alten Olivenbäumen, Weingütern und Kornfeldern übersäht – so ragt der Gargano mit seinem Parco Nazionale Regionale und Foresta Umbra (Dunkelwald) bis zu 1700 Meter gebirgig-hügelig in die Höhe. Nach Oregano und Myrrhe duftende mediterrane Macchia mit Oliven-, Feigen- und Nussbäumen sowie Agrumerie – Agriturimus mit Orangen- und Zitronenhainen – ein Land für die Sinne! Vieste ist das den Deutschen am bekannteste Städtchen – hier wird für Nicht-Italophone auch Englisch gesprochen.

Eine Gargano-Rundreise kann in Rodi Gargano mit seinem kilometerlangen, feinen  Sandstrand beginnen. Wie alle Küstenstädtchen des Gargano ist sie auf einen hohen Felsen gebaut und schmiegt sich ins Hinterland. Apulien war immer wieder bevorzugtes Überfallsgebiet für Piraten und Nachbarstaaten – Verteidigung wurde ganz groß geschrieben!

Wer das „Indiana Jones“-Feeling mag, kann in geführten Jeeptouren den Nationalpark erkunden. Gianni, unser „Autista“ singt während der  halsbrecherischen Fahrt ein selbstkomponiertes Lied über „Gevatter Tod“ (er singt gut und in einer Band). Es geht es durch zeitweise trockene Sturzbach-Betten tief in den „Foresta umbra“ – nichts für Bandscheibengeschädigte! Mountainbiking und Wandern ist eine umweltfreundlichere Alternative. Ein Mittagessen im hochgelegenen Agriturismo Leginestre atmet das mediterrane Feeling: überall Blumen und Blüten in  Zitronen-, Orangen-, Obst- und Olivenbäumen mit Blick auf das in der Ferne rufende azurblaue adriatische Meer. Unter schattigen Gewächsen werden Köstlichkeiten aus eigener Produktion kredenzt: Als Antipasti Oliven, getrocknete Tomaten, Pilze und Artischocken; frittiertes Gemüse, Ziegenragout, Cacciocavallo-Käse, Feigen, Orangen.

Wir wohnen in einem Hotel mit Familientradition „Hotel Americano“ – „Ingeniere“ Francesco’s Vater kehrte aus der Emigration in die USA zurück. Ehefrau Agatha ist eine herzliche, charmante Gastgeberin – nicht nur in der hauseigenen Strandbar „Malibu“. (Sie spricht ein paar Worte Deutsch, welches in den Schulen die meistgewählte Fremdsprache ist. Franceso und Agatha lernten sich im Deutschunterricht kennen!) Unter der Sonne Apuliens läßt es sich herrlich entspannen auf den typischen Liegebänken mit Sonnenschirmen. Das Meerwasser ist angenehm warm – der Meeresboden flach. Abendessen werden prodotti tipici (gebackene Oliven, gebratene Auberginen, frittiertes Gemüse und Meeresfrüchte) im mediterranen Hausgarten serviert. Den Sonnenuntergang, den Tramonte, genießt man am besten von dem eleganten Hafenpier aus in einer der Bars bei einem Aperol Sprizz mit Oliven, während die vor Anker liegenden Yachten von leisen Wellen umspült werden. Der Sonnenuntergang dauert hier besonders lange bevor das letzte Pastelrosé  in Nacht umschlägt.

Auf einer Tour nach Vieste besichtigen wir Peschici mit seiner verwinkelten Altstadt und Burg. Peschici hat eine Besonderheit: einen Lottoladen, der über die Landesgrenzen hinaus berühmt ist. 1998 knackte eine Spielergemeinschaft aus Peschici mit ihrer Computersoftware „Miracolo“ den Jackpot vom Enalotto mit 32 Millionen Euro. Der heilige Padre Pio soll im Spiel gewesen sein, wird gemutmaßt. Viel Geld wurde gespendet und in die Infrastruktur investiert. Seitdem wird behauptet, es bringe Glück, in Peschici Lotto zu spielen. (Mein Lottogewinn steht noch aus.)

Von Vieste aus werden Schnellboot-Touren entlang der Küste angeboten mit Besichtigung der zahlreichen Grotten. Mit der „Désirée“ geht’s vorbei am Pizzo Mundo in Vieste – einem sagenumwobenen „Hinkelstein“, der vom Unglück zweier Liebende erzählt . Wir fahren in die 2-Augen-Grotte und Graziano, der den Bootsbetrieb vom Vater erbte, zeigt uns die „Tomaten“, giftige Gewächse, die knapp unterhalb der Wasseroberfläche an den Grottenwänden gedeihen. In einer Bucht halten wir zum Baden und Barbecue. Mit Kollege Dieter schwimme ich hinaus auf’s Meer und überwinde gerade meine Furcht vor dem „weißen Hai“ als mich auf einmal zwei weiße, kindskopfgroße Gebilde „anlachen“. Mir wird mulmig und ich lege den „Speedy-Gonzales-Rückwärtsgang“ ein. An Land berichten mir Badegäste, dass sie auf der Hinfahrt einen Teppich von Quallen gesehen haben, die sich vom warmen Uferwasser angezogen fühlten.

Gegrillten Doraden und Bruscetti beim Barbecue lassen die Panik schnell vergessen!

Zurück in Rodi geht es zum Agriturismo  “La Sgarrazza” – im Hinterland gelegen. Wir fahren durch duftende Olivenhaine, Getreidefelder und die Macchia. In „La Sgarrazza“ zeigt man uns die Herstellung von „Cacciacavallo podolico“. Dieser ist geformt wie eine übergroße Birne, meist im Doppel in den Geschäften hängend. In Handarbeit wird der Rohkäse vom Morgen aus der Milch der Podolico-Kühe in einen Holzzuber hineingeschnibbelt. (Die Kuhrasse wurde von der polnischen Ehefrau des Königs aus Polen eingeführt.) Heißes Wasser wird über die Schnittmasse gegossen und eine gummiartige Substanz entsteht. Diese wird von Hand zu einer Kugel geformt, der birnenähnliche Ende wird  aus einem Extrastrang geformt. Auch zopfförmiger Käse wird aus der Masse hergestellt. Beim Abendessen auf der Veranda hat man einen besonders schönen Blick auf den millionenfach gesprenkelten Sternenhimmel.

Wir übernachten im 4-Sterne-Hotel Melograni (http://www.imelograni.it/de), ein großes Ressort, dessen großer Pool gleich zum Schwimmen verführt. Melograni besteht aus mehreren Hotels und reicht über lange Sandstrände. Die Anlage wird geführt von der herzlichen, engagierten Francesca und ihrem Mann. Francesca macht auch Fremdenführungen z.B. in Vieste und man schließt sie gleich ins Herz und umgekehrt. Un abbracio, Francesca!

Wenn man die einzelnen Fischerstädchen im Gargano besucht, so blickt die Aussicht auf’s Meer direkt auf die benachbarten Inseln Tremiti. Diese erinnern mit ihrem blau-türkisfarbenem Meer und seiner Hitze an das benachbarte Griechenland, dem Heimatland vieler Ureinwohner Apuliens.

Mit Schnellboot „Picasso“ geht es von Vieste aus zu den Isole Tremiti, bestehend aus San Nicolo, San Domino und kleineren unbewohnten Kalkinseln. Man sollte nur bei schönem Wetter fahren. „Vor zwei Tagen, als schlechtes Wetter war, hingen viele Passagiere mit grünen Gesichtern über die Rehling.“ berichtet der Bootsmaat.
„Ich komme mit meinen Kindern schon seit 24 Jahren hierhin zum Camping, Surfen, Trekking und Biking.“ erzählt Hannes aus Bayern bei stiebender Gischt. Das Festland mit seinen Grotten, Felsvorsprüngen mit Küstenstädtchen, Surf- und Segelständen zieht vorbei, während die Isole Tremiti  am Horizont auftauchen. Auf San  Nicolo gibt es ein altes Benediktiner-Kloster zum bewundern, auf San Domino   gibt es eine Tauchschule und Schlauchboot-Rundfahrten über’s unendlich türkis-grün-blaues Meereswasser werden angeboten. Nach einer Inselumrundung werden wir zu einer Bucht zum Schnorcheln geführt. Steinkorallen, Muränen, Stein- und Skorpionfisch, Seeigel und Langusten sind im klaren Wasser zu bestaunen – ein Taucherparadies!
 
Zurück an Land gibt es einen 10 kg Fisch zum Abendessen im Restaurant Tramonte bei Rodi!

Die Gargano-Halbinsel bietet Apulienreisenden noch einmal eine ganz  andere Impressionen vom „Stiefelabsatz“.

Dieser ist vielen gerade noch ein Begriff – insbesondere den „Nordlichtern“. Die Süddeutschen haben das nicht so touristische Gebiet schon  seit über 20 Jahren erobert – für sie ein „Sprung“ über die Alpen.

Für Nordlichter gibt es jetzt neue Direktflüge nach Bari und Brindisi und  Shuttletransfers von Bari nach Vieste, Mattinata, Manfredonia, Mattinata www.aeroportidipuglia.it

http://www.parcogargano.it/web/gargano/guida

Nähere Auskünfte über Unterkünfte, Hotels und mehr: Adriana Miori, Responsabile Ufficio Buyer, TTG ITALIA SPA, Foro Buonaparte, 74 – 20121 MILANO (MI) Italy, Telefon: +39 02 86998471, Fax: +39 02 86998479, GSM +39 347 6132701, Emails miori@ttgitalia.com, a.miori@btc.it, Websites: www.ttiworkshop.it, www.btc.it

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