„Hoffnungsdieb vor Wahlen“ und die Frage, wer Juniorpartner der Union wird

Bundestag
U-Bahnhof Bundestag in Berlin. Quelle: Pixabay

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Die Begründung, warum Marco Bülow in die Partei Die Partei eingetreten ist, halte ich für einen schlechten Scherz. War „Politik“ nicht immer auch „starr“, „absurd“ und „Show“ und also Inszenierung nach der Transformation der Demokratie in der BRD?

Dass „abgesehen von einigen Dokus … ernsthafte Auseinandersetzung mit der Politik im heutigen TV nur noch in der Satire“ stattfänden, wie Bülow schreibt, das sei „kein Zufall“. Doch das gilt nur für die Staats- und Kapitalmedien sowie die Partei- und Verbandsmedien. Gegenöffentlichkeit gibt es und gab immer in der BRD, das weiß doch jeder, der auch über Kapital- und Eigentumsverhältnisse sowie Lügen- und Lückenmedien Bescheid weiß.

Bülow ist halt ein Ahnungsloser Soze, der während der Party die Bar gewechselt hat. Zwar ist SPD auch Satire, aber die der Partei und des Martin Sonnenborn offensichtlich für ihn geschmackvoller.

Doch die Begründung, warum Bülow aus der SPD ausgetreten ist, die halte ich für bemerkenswert.

Daher zitiere ich aus seiner Antwort vom 23.3.2021 auf die am 2.2.2021 auf Abgeordnetenwatch gestellte Frage von Baran Polat, warum er, Bülow, „sich ausgerechnet für DIE PARTEI entschieden“ habe „und beispielsweise nicht für DIE LINKE“. Nebenbei bemerkt teilt Polat mit, dass ihm das Bülowsche „Auftreten … eher seriös, als satirisch“ erschienen sei.

Zitat Bülow: „Ich habe mich Jahre lang für ein Rot-Rot-Grünes Bündnis engagiert. Doch die Parteiführungen haben diese Versuche immer ignoriert oder bekämpft. Heute weiß ich: Ein solches Bündnis wird es niemals geben. Es taugt nur als ‚Hoffnungsdieb‘ vor Wahlen, um noch einige Unzufriedene zur Stimmabgabe zu bewegen. Und so wird es auch bei der nächsten Wahl nur darum gehen, ob die SPD oder die Grünen die Juniorpartner der Union werden, mit denen dann alles beim Alten bleiben wird.“