Hertha kann im Berliner Olympiastadion gegen Fortuna gewinnen

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Fans von Hertha BSC 2013 im Berliner Olympiastadion. © Foto: Hans-Peter Becker

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Mit Beginn der Nacht eröffneten Hertha BSC und Fortuna Düsseldorf im Berliner Olympiastadion am Freitag des Männerfußball-Bundesliga-Wochenende.

Vor allem die Hausherren legten los, als wollten sie gewinnen. Über 70 Prozent Ballbesitz ergaben sich für die Elf von Hertha BSC schon nach den ersten zehn Minuten, in denen es nur in eine Richtung ging: in die von Zackary Steffen im Tor der Fortuna.

Manchmal standen zwei, drei Herthaner direkt vor Steffen, der als Torhüter klären musste und bis dato konnte.

Nach einer Viertelstunde gab es die erste Ecke für Düsseldorf. Oliver Fink holte sie heraus. Doch der hoch in den Strafraum gebrachte Ball wurde von den Berlinern geklärt, auch die anschließende Flanke brachte für Fortuna nichts ein. Immerhin gelang den Gästen einen Entlastungsangriff.

Die Berliner, die hinten mit einer Dreierkette agierten, waren im Mittelfeld enorm präsent. Nach 20 Minuten zeichnete sich ab, dass die Gastgeber die meisten Zweikämpfe gewinnen und die Düsseldorfer auf Tempogegenstöße schielen würden.

In der 24. Minute ein weiterer Entlastungsangriff, bei dessen Finalisierung der Schiedsrichter Martin Petersen Elfmeter hätte geben müssen. Lewis Baker wurde bei einem klassischen Konter im Strafraum von Maximilian Mittelstädt elfmeterreif gefoult. Obwohl sich Petersen die TV-Bilder anschaute, entschied zum Unverständnis der Düsseldorfer Spieler und ihres Trainers Friedhelm Funkel auf Abstoß. Rune Jarstein im Hertha-Tor musste keinen Strafstoß halten und konnte sich das Lachen über die Fehlentscheidung kaum verkneifen.

Zwar hätte ein Tor für die Gäste den Spielverlauf auf den Kopf gestellt, doch dafür stellt der Schiedsrichter die Weichen dieser Bundesliga-Begegnung. Schade.

Wenig später ergab sich wieder eine elfmeterreife Situation. Den ebenso klarer Elfmeter verweigerte Petersen dieses Mal nicht. Er zeigte sogar Dedryck Bojata Gelb für ein böses Foul. Fink bekam die Stollen auf die Knochen.

Beim Elfmeter flog Jarstein in seine linke Ecke, Rouwen Hennings schoss in dessen rechte (32.). Tor. Statt 2:0 stand es erst 1:0 für Fortuna Düsseldorf.

Der Hertha-Anhang skandiert: „Scheiß DFB“. Oder scheiß Abwehr, zwei Foulspiele im eigenen Strafraum und einmal Glück gehabt.

Pech auf der Gegenseite. Mittelstädt brachte den Ball beinahe auf Vedad Ibisevic, der freistehend im Fünfmeterraum um haaresbreite den den Ball verpasste.

Doch der gute alte Ibisevic traf noch vor dem Halbzeitpfiff. Mit einem satten Schuss aus zentraler Position sieben, acht Meter vorm Tor ließ er Steffen keine Chance (37.). 1:1-Ausgleich. In der fünften Spielminute drosch Ibisevic das Runde noch übers Eckige.

Hertha drängte auf die Führung. Javairo Dilrosun drang dann links in den Strafraum ein und zogvon der Fünf-Meterraum-Kante ab. Drüber (40.).

Die nächste große Gelegenheit nutzte Dilrosun. Eine Hereingabe nahm der Berliner Volley vom Elfmeterpunkt und erzielte die verdiente Führung (44.). Beim 2:1 hatte Steffen erneut keine Chance.

Gute Angriff der Berliner wurden vor allem über deren rechte Angriffsseite vorgetragen. Lukas Klünter und Marius Wolf machen ihre Sache nicht nur sehenswert, sondern erfolgreich.

Kurz vor Ende der ersten Halbzeit fiel Bodzek mit Gelb auf (45.). In den zwei Minuten Nachspielzeit fielen weder Spieler noch Tore.

Insgesamt gab Hertha elf Torschüsse ab, die Fortuna nur vier, jeweils zwei gingen aufs Tor. So gesehen waren die Düsseldorfer nicht schlecht. Bei der Passquote war Hertha mit 88 Prozent besser.

In der zweiten Halbzeit wurde das jedoch nicht besser, allerdings traf auch Ibisevic wieder (51.), doch zuvor wurde ein Handspiel im Strafraum gepfiffen und zwar ein Handspiel eines Angreifers in Blau und Weiß. Deswegen wurde das Berliner Tor nicht gegeben.

Der Herthaner Per Ciljan Skjelbred holt sich ebenfalls die gelbe Karte (52.).

Nach einem bösen Foul am Düsseldorfer Bernard Tekpetey sah auch Marko Grujik vom Unparteiischen Gelb (55.). Keine Frage, nach der Pause mühen sich die Gäste augenscheinlich mehr und die Hausherren wussten sich mitunter nur durch Körpereinsatz und Foulspiel zu helfen.

Hertha-Trainer Ante Covic holte nach einer Stunde Dilrosun vom Grün und schickt Dodi Lukebakio aufs Feld, der vergangene Saison noch ein paar Tore für die Rheinländer schoss.

Mit ihm konterte die Berliner Hertha. Lukebakio trug den Ball bis zum Strafraum, steckte zu Darida durch, der aus zehn Metern freistehend zum 3:1 traf (62.). Tolle Vorbereitung, tolles Tor. Düsseldorf wollte mitspielen und entblößte dadurch die Abwehr.

Hertha fing nach der Führung mit zwei Toren 20, 25 Minuten vor Spielschluss an, das Ergebnis zu verwalten.

Dabei sollte Ibisevic nicht mehr mitmachen. Er wurde für Davie Selke ausgewechselt (71.).

Morales, der für Baker kam (71.), holte sich wenige Minuten nach seiner Einwechselung Gelb (75.).

In der 77. durfte Fortune Fink vom Feld. Für ihn schickte Funkel Kenan Karaman in die letzte Viertelstunde der Partie.

Wolf wurde von Covic aus dem Spiel genommen und Mathew Leckie gebracht (79.).

Dann ein Handspiel von Skjelbred im Strafraum. Doch Petersen gab nur Ecke (82.). Der Schiedsrichter wertete das offensichtlich als „angeschosssen“. Auch solche Situationen wurden schon manches Mal mit einem Elfmeterpfiff geahndet.

Tekpetey bekam für ein übles Foul noch Geld (88.). Das war`s, denn in den vier Minuten Nachspielzeit passierte nicht mehr viel.

Hertha kann im Berliner Olympiastadion gegen Fortuna gewinnen. Die Berliner aus dem Westend platzieren sich am siebten Spieltag mit nunmehr zehn Punkten zwischen Baum und Borke.

Fortuna Düsseldorf bleibt mit vier Punkten aus sieben Spielen mitten im Abstiegskampf.

Daten zum Spiel

Hertha BSC Berlin: Jarstein – Klünter, Stark, Boyata, Mittelstädt – Skjelbred – Wolf (79. Leckie), Darida, Grujic, Dilrosun (60. Lukebakio) – Ibisevic (71. Selke)

Fortuna Düsseldorf: Steffen – Zimmermann, Ayhan, Adams, Gießelmann – Bodzek, Baker (71. Morales) – Tekpetey, Fink (77. Karaman), Ampomah (63.) – Hennings

Schiedsrichter: Martin Petersen

Torfolge: 0:1 Hennings (32., Foulelfmeter), 1:1 Ibisevic (37.), 2:1 Dilrosun (44.), 3:1 Darida (62.)

Gelbe Karten: Boyata, Skjelbred, Grujic (Hertha BSC); Bodzek, Morales, Tekpetey (Fortuna Düsseldorf)

Wetter: nasskalt bei 9° Celsius

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