Hamburgs Weihnachtsmärkte sind auch zum Gucken da! – Zum 43. Mal präsentiert sich das „weihnachtliche Hamburg“

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Nein, es ist nicht der fliegende Holländer vor dem Hamburger Rathaus.

Vor 43 Jahren fing es vor der Petrikirche an, ganz klein. Wer heute dem Weihnachtsstern in die Elbmetropole folgt, erlebt, vom Hauptbahnhof kommend, eine Kette von sieben Weihnachtsmärkten – nostalgisch bis romantisch. Historisch vor dem Rathaus: mit 20er-Jahre-Karussell, Verkaufswagen der Kaiserzeit, Wiener Caféhaus im Jugendstil aus dem Roncalli-Museum, und jeden Tag um 16, 18 und 20 Uhr schwebt der Weihnachtsmann mit seinem Schlitten über die staunenden Besucher.

Maritim auf der Fleetinsel: mit zwei Segel-Oldtimern aus dem Museumshafen Övelgönne, hanseatisch auf dem Gänsemarkt. Nussknacker-Spielmannszug, Schneemänner, Weihnachtsmann-Parade tummeln sich in der Innenstadt. Rechnet man andere Stadtteile dazu wie der multikulturelle in Altona-Ottensen, Harburg und Bergedorf, zählt man elf Märkte. Täglich von 17 bis 23 Uhr, Freitag und Samstag gar bis 1 Uhr nachts, werden Buden und Stände die Hansestadt bis 23. Dezember in ein strahlendes Lichtermeer tauchen.

14.000 Lichter glitzern allein vom Tannenbaum am Mönckebrunnen in der Spitalerstraße. Darunter eine Krippe mit lebensgroßen Figuren, daneben ein Nostalgiekarussell für die Kleinen und eine riesige Weihnachtspyramide.

Ein weiteres Guck-Erlebnis ist – statt der Fontäne – die überdimensionale Weihnachtstanne auf der Binnenalster. Das ist aber beileibe nicht alles. Am Alsteranleger Jungfernstieg haben sich fünf weiße Alsterdampfer mit prächtigen Märchenaufbauten (www.maerchenschiffe.de) geschmückt, neu ist „Der Froschkönig“. Die Saselbek, auf der Frau Holle ihre Kissen schüttelt, und die Sielbek mit den Sterntalern laden Tausende Kinder von drei bis neun Jahren zum Backen ein. Mit Backmütze von „Dat Backhus“ und Folienschürze bekleidet, können auf jedem Schiff je Backzeit 28 Kinder gleichzeitig Kekse und Lebkuchen herstellen und mit bunten Streuseln bestreuen. Zuerst müssen sie zuhören, was sie tun sollen, wie man die Ausstechförmchen handhabt. Aber dann sind die Kleinsten begeistert dabei. „Guck mal“, zeigt Nele ihre selbstgefertigten Plätzchen her, „die schenke ich Oma und Opa zu Weihnachten.“ „Wenn sie sie nicht vorher aufgegessen hat“, höre ich die Mutter. Natascha futtert gleich den rohen Teig. „Das ess` ich am liebsten.“ Eine Backkarte kostet einen Euro.

Auf dem „Traumschiff“ tauchen Kinder ins Reich der Fantasie ein. Drei junge Schmink-Damen verwandeln die Kinder in lustige Clowns, gefährliche Löwen, eine ägyptische Königin. „Die Jungs wollen Tiger oder Spiderman sein“, sagt Svenja, „die Mädchen lieber Prinzessin.“ Sina ruft mir zu: „Ich habe auf der einen Wange einen Schmetterling, auf der anderen weiß ich nicht.“ Stolz trägt die zur Prinzessin gewandelte Anja ihre „Schwanenmaske“. Es ist rührend mit anzusehen, wie geduldig die Kleinen sein können.

Sollten die Schminkerinnen besetzt sein, können die Kids sich in der Spielecke mit Ravensburger-Spielen vergnügen oder in Kinderbüchern stöbern. In der Hörbuch-Erlebnis-Ecke fiebern die jungen Besucher mit den spannendsten Hörgeschichten mit. Am Wochenende liest ein „Leselöwe“ aus seinen Lieblingsbüchern vor.

Während die Eltern nach dem Einkaufen auf dem Café-Schiff mit Blick auf die Alstertanne entspannen – für die Kids gibt`s ein Stück Butterkuchen samt Saft für einen Euro –, haben die Kleinen jede Menge zu tun. Das „Theaterschiff“ wartet täglich mit einem anderen Programm auf.

An Ständen für das leibliche Wohl fehlt es nirgendwo. Freie Auswahl.

An den Samstagen, jeweils 13 und 17 Uhr, treffen sich leibhaftig Rotkäppchen und der Wolf, der gestiefelte Kater und Schneeweißchen und Rosenrot mit dem verwunschenen Bären-Prinzen, während Orchester der Feuerwehr aufspielen und Weihnachtsparaden mit Engel, Eisprinzessin, Stern, Zuckerstange und Lebkuchen durch die Stadt ziehen. „Der Wolf ist aber ganz lieb“, weiß der kleine Ole.

Wem das alles nicht genügt, kann sich auf Hamburgs sündige Meile begeben. Auf Reeperbahn und Spielbudenplatz locken anstelle handgestrickter Mützen lustvolle Geschenkideen und Oben-ohne-Bar zur (be)sinnlichen Vorweihnachtszeit. Intimschmuck statt Lametta.

Santa Pauli (www.santa-pauli.de) darf man als den wohl ungewöhnlichsten Weihnachtsmarkt der Welt bezeichnen. Shows mit Live-Musik, Varieté, Comedys, Mitmach-Aktionen auf der Bühne vor „Schmidts Tivoli“ und ein nicht jugendfreier „Ü-18-Tannenwald“ mit Modenschauen, Tabledance, Stripshows und sexy Engel, die die Besucher mit XXX-Mas-Cocktails verwöhnen. Gucken erlaubt!

Öffnungszeiten Santa Pauli: 25. November bis 23. Dezember, Montag bis Donnerstag 17 bis 23 Uhr, Freitag und Samstag gar bis 1 Uhr und Samstag und Sonntag schon ab 13 Uhr. Am letzten Tag, dem 23. Dezember, gibt es 100 Tannenbäume gratis. Man hofft auf eine Spende zum Wohl der Kinder von St. Pauli.

Unter dem Motto „Hamburg Gans(z) weihnachtlich“ (www.hamburg-kulinarisch.de) servieren bis 23. Dezember 48 Top-Gastronomen der Hansestadt ein Menü mit und um die Gans zu Preisen ab 23,90 Euro. Gänsebrust und Gänsekeule satt in allen Variationen von Hausmannskost bis fernöstlich. Den Prospekt erhält man in den Tourist-Informationen am Hauptbahnhof und an den Landungsbrücken sowie in den teilnehmenden Restaurants.

Ach ja: Postbusse stehen am Samstag zur Aufbewahrung des Einkaufs bereit! Welch ein Service.

Info: Angebote unter Tel. (040)30051800 und www.hamburg-tourismus.de

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