Grenzwert-Überschreitung ohne Autos und trotzdem Fahrverbote – Wie doof ist das denn?

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Ein Hafen in Oldenburg.
Oldenburg am Hafen. Quelle: Pixabay

Oldenburg, Deutschland (Weltexpress). Selten so gelacht. Auch eine Messstelle am Heiligengeistwall in Oldenburg soll im Namen der Bundesländer und des Umweltbundesamtes die Qualität der Luft messen. Sie meldete Höchstwerte an Stickoxiden, ohne dass an diesen Tagen überhaupt ein Fahrzeuge unterwegs waren.

Nun muss man wissen, dass die Messstation an einer von Autofahrern stark beanspruchten Straße aufgestellt wurde. Alles andere als repräsentativ ist das für Oldenburg. Doch darum geht es noch nicht einmal.

Auch muss man wissen, dass an diesen zwei Tagen die Straße an dieser Messstation ganz oder teilweise gesperrt, Ende Juli wegen Bauarbeiten und am 21. Oktober wegen eines Marathonlaufes. Und siehe da: Ganz ohne Autos zeigte die Messstation an dem Tag mit der Baustelle Spitzenwerte um die 60 Mikrogramm, also satte 20 Mikrogramm über dem Grenzwert und während des Marathonlaufs wurden immerhin 30 bis 40 Mikrogramm gemessen.

Was die meisten über den Fall halbwegs Informierten sprachlos machen würde, führt bei den Behörden dazu, trotzdem von Plausibilität zu sprechen, statt die Messstation zu überprüfen. Dabei halten die Verantwortlichen in der Oldenburger Stadtverwaltung das längst nicht mehr nur für komisch, sondern krude.

„Wir haben das Umweltministerium mehrfach gebeten, die Messstation am Heiligengeistwall zu überprüfen, zuletzt Ende September an Minister Olaf Lies einen entsprechenden Brief geschrieben“, sagte ein Sprecher. Reden oder schreiben half offensichtlich nicht, denn es passierte nichts. Alles bliebt beim Alten und somit bei der wenig hilfreichen Erkenntnis, dass diese Messstation in Oldenburg für 2017 einen Jahresmittelwert von 49 Mikrogramm Stickoxid (NOx) pro Kubikmeter Luft ermittelte. Wenn man weiß, dass der Grenzwert der Europäischen Union (EU) bei 40 Mikrogramm liegt, dann weiß mann, das Oldenburg damit zu den Dreckstädten in deutschen Landen zählt und Fahrverbote aussprechen muss.

Außerdem kann jeder, der es wissen will, begreifen, dass es ein Grundbelastung mit einem Stickoxid-Gehalt von 30 bis 40 Mikrogramm gibt. Bei einer Grundbelastung von 30 bis 40 Mikrogramm ist der Grenzwert schnell erreicht, mit oder – wie in Oldenburg – ohne Autos.

Es kommt noch schlimmer. Oldenburger kritisieren nicht nur die Funktionsfähigkeit der Messstation am Heiligengeistdamm, sondern auch den Standort. In der Hafen-, Residenz-, Verwaltungs- und Universitätsstadt gibt es zwar mehrere Messstationen, aber nur die am Heiligengeistdamm wird vom Umweltbundesamt zur Bestimmung der Luftqualität genutzt. Wenn man weiß, dass die beiden anderen Stationen in Oldenburg 2017 im Durchschnitt 18 beziehungsweise 15 Mikrogramm je Kubikmeter Luft ermittelten, dann kann sich der durchschnittlich begabte Deutsche denken, wie gut oder schlecht die Luft im Allgemeinen in Oldenburg ist. Beim Umweltbundesamt dürfte das mit dem Denken unterdurchschnittlich sein.

An diesem Oldenburger Beispiel sollten selbst die größten Deppen in Deutschland erkennen, wie absurd die Diesel-Debatte geführt wird. Mit Wissenschaft hat das nichts mehr zu tun. Das ist reine Politik, die sich mit dem Deckmantel der Wissenschaftlichkeit kleidet.

AfD-Bundestagsabgeordnete Marc Bernhard, Mitglied im Umweltausschuss des Bundestags, erklärt mit Pressemitteilung vom 6. November 2018: „Es gibt … nur zwei Schlussfolgerungen: Entweder die Messstationen messen Mist oder der Grenzwert wurde absichtlich so festgelegt, dass er überschritten werden muss. Beides, sowohl unzuverlässige Messstationen wie auch ein manipulativ festgelegter Grenzwert rechtfertigen in keinem Fall, die von Gerichten verhängten Fahrverbote.“

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