Geschlossene Gesellschaft – Zur Besprechung des Romans „Ein Wintermahl“ von Hubert Mingarelli in „Frankfurter Allgemeine“

"Ein Wintermahl" von Hubert Mingarelli. © Ars Vivendi

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Die Besprechung des Romans in der „Frankfurter Allgemeine“ (19.11.2020) schreibt mit der Szene um den jungen Juden mit dem Erscheinen des polnischen Jägers Geschichte.

In dessen Reaktion: „Er öffnete seinen zahnlosen Mund und schürzte die Lippen zu einem gräßlichen Lächeln, wie das Maul eines toten Fisches… Er sprach in der universellen Sprache der Bosheit und schüttelte den Kopf ebenso boshaft.“ Jochen Schimmang, der Verfasser der Rezension, schreibt dann: „Die Botschaft ist klar: In diesem Moment siegt der leidenschaftliche Judenhass des Polen über die von den drei (deutschen) Soldaten repräsentierte Banalität des Bösen. Spätestens hier gelingt es (Mingarelli, d.A.) den Leser die Partei der Wehrmachtssoldaten ergreifen, ja, diese vorübergehend unschuldig erscheinen zu lassen.“

Die Szene entlarvt den Versuch Polens, alle Schuld der Judenverfolgung auf die Deutschen abzuwälzen, denn diese „Momentaufnahme“ bestätigt, was Celia S. Heller, die US-amerikanische Professorin am Hunter College der City University of New York in ihrem mit dem „National Jewish Book Award“ ausgezeichneten Buch „On the Edge of Destruction“ (Columbia University Press 1977) beschrieben hat. In Polen waren die Juden vor dem Einmarsch der Wehrmacht 1939 bereits durch Pogrome an den „äußersten Rand der Vernichtung“ getrieben worden.

Damit wird die deutsche Schuld in keiner Weise entschuldigt oder geringer gemacht. Nur Polens Mittäterschaft rückt deutlich ans historische Licht und belässt es nicht mehr in der immer wieder behaupteten Opferrolle. Bereits 1936 (auf Seite 113 des Buches dokumentiert) kann man den von allen polnischen Kanzeln verlesenen Hirtenbrief des Primas August Kardinal Hlond nachlesen, der die Katholiken auffordert, sich von den verbrecherischen Juden fernzuhalten, die ja Feinde der Kirche seien.

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