Gekämpft und doch verloren – Union Berlin unterliegt daheim gegen Greuther Fürth mit 1:2 (0:2)

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Eine von mehreren guten Möglichkeiten der Unioner (in dieser Szene trifft Mosquera freistehend das Tor nicht, er ballert drüber!), die das Spiel auch hätten gewinnen können. Trotzdem geht der Sieg für Greuther Fürth - wie man so sagt - "in Ordnung".

„Freude, schöner Götterfunken“ ertönte es vor dem Spiel aus den Lautsprechern, ein musikalischer Wunschgedanke, der sich als Motto des abends für Union Berlin leider nicht bewahrheitete.

Feierliche Stimmung also an der alten Försterei, schließlich war heute das Sportfernsehen ist da, was von den Fans gleich mit Transparenten dazu genutzt wurde, um gegen die immer noch fanfeindlichen Anstoßzeiten der DFL zu protestieren.

„Die Fans bleiben auf der Strecke“ stand da zu lesen und ein Blick in die nur spärlich gefüllte Gästekurve machte deutlich, was damit gemeint war. Außerdem wurde auch gleich der DSF-Reporter von Union-Maskottchen Ritter Keule äußerst beherzt geherzt, was dem gar nicht so recht gefallen wollte.

Für den zu Hause noch unbesiegten Aufsteiger aus Berlin galt es, den Nimbus des Überraschungsteams aufrecht zu erhalten, für die Fürther Spielvereinigung ging es darum, den Anschluss an die Tabellenspitze zu halten.

Kleine Überraschung in der Startformation der Unioner. Die Routiniers Bemben und Kapitän Gebhardt erhalten entgegen der Ankündigungen in der letzten Woche einen Platz in der Startelf.

Beide Teams starteten hoch motiviert in die Partie, wobei die Gäste aus Fürth den etwas entschlosseneren Eindruck machten.

In der 5. Minute bereits die erste Schrecksekunde für die Fans, als Michael Bemben mit einer seiner gefürchteten Rückgaben Torwart Glinker in Bedrängnis brachte, aber der Fürther Stürmer spielte Foul, somit Freistoß Union. Fünf Minuten später die Riesenchance für Union: Auf der rechten Seite steht Mosquera frei, er verzieht. Knapp links am Tor vorbei saust der Ball ins Aus.

Kurz darauf hieß es „Tor für die Gäste“ (12.). Nach einer schönen Freistoß-Hereingabe konnte Jan Mauersberger völlig ungehindert vom Elfmeterpunkt einköpfen. Weit und breit war da kein Verteidiger zu sehen. Fürth ist brandgefährlich mit Kontern (21.). Rechts rennt schon wieder einer völlig frei durch. Jan Glinker, auch in dieser Begegnung bislang fehlerlos, rettet mit einer Glanzparade zur Ecke. Wumms. Schon wieder landet das Runde im Eckigen. Das 0:2 erzielt Sportkamerad Nehrig nach einer Flanke von Stephan Fürstner. Dieser Ball passte gerade so zwischen Pfosten und Pfoten von Glinker, der keine Abwehrchance hatte, durch.

Fürth bleibt gefährlicher, Union findet kein Rezept. Glinker muss in höchster Not retten (25.). Riesengelegenheit zum Anschluss: völlig freistehend vergibt Younga-Mouhani eine scharfe flache Hereingabe von Mosquera (35.).

Die Zuschauer hadern jetzt mit dem Schiedsrichter und der eigenen Mannschaft. Das wird heute ein ganz enges Ding. Immerhin keine Pfiffe der Fans zur Halbzeit denn Union hat sich wieder eisern in die Partie zurückgekämpft, nur die Tore fehlen.

Das Team der Unioner erschien auffällig früh zur zweiten Hälfte, hoch motiviert wollten sie den Zwei-Tore Rückstand noch egalisieren. Union war zunächst auch das engagiertere Team, klare Chancen ließen aber zunächst auf sich warten.

In der 56.Minute entschloss sich Union-Trainer Uwe Neuhaus zu einem Doppelwechsel und brachte Biran und Sahin für Benyamina und Gebhardt. Damit zeigte Neuhaus ein glückliches Händchen, denn bereits eine Minute später war es der eben aufs Feld geschickte Kenan Sahin, der einen nach vorne geklärten Abpraller zum 1:2 Anschlusstreffer einnetzen konnte. Wären doch beide, die sich fortan in famoser Verfassung zeigen, früher zum Einsatz gekommen!

Auf der anschließenden Pressekonferenz im Kontainer meinte Auswärtsteam-Trainer Benno Möhlmann, eine gute Nannschaftsleistung seiner Elf über gesamten 90 Minuten gesehen zu haben. Mutige habe seine Mannschaft agiert und zwei Tore nach Standards erzielt. Kann man so sagen. Vor allem waren seine Spieler wieselflinker und ballgewandt. Kaum wurden sie angespielt, gaben sie das Leder ab zum nächsten frei stehenden – pardon: mitlaufenden – Mitspieler. Davon wußten die Berliner, kamen aber lange Zeit nicht damit zurecht. Möhlmann sprach noch davon, dass die ersten 25 Minuten konzentriert absolviert worden seien, sich dann jedoch zu viele Fehler eingeschlichen hätten und sie nicht mehr gut gegen den Ball gearbeitet hätten.

Uwe Neuhaus pflichtete den Ausführungen seines Kollegen widerspruchslos bei und ergänzte: „Wir haben uns eigentlich gut auf die Fürther eingestellt, aber nach dem zweiten Tor war es schwer gegen die starken Gäste zurück in Spiel zu kommen.“ Allerdings drängte seine Elf mit zunehmender Spielzeit immer stärker auf das gegnerische Tor und hätte den Ausgleich verdient gehabt. „Dass Niederlagen kommen würden habe ich von Anfang an gesagt“, fügte er ungefragt hinzu und dann erklangen seine Worte„Willkommen in der zweiten Liga!“. Das erinnerte dann ein wenig an die Anfangsmelodie „Freude, schöner Götterfunken“.

Freude hatten übrigens nach dem Spiel viele der Schlachtenbummler, die ihre Mannschaft trotz alledem hochleben ließen.

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