Fürth fand Furt – 1. FC Union Berlin – Greuther Fürth 2:4 (0:1)

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Dieses Foto beweist: Fürth fand Furt oder Ein Greuther gegen eine Hand voll Eiserne. © Foto: Hajo Obuchoff

Ob der Fürther Trainer Frank Kramer in der Halbzeitpause seinen Spielern einen besonderen Kräutertee aus dem Geheimlabor der Teefirma von SpVgg Präsident Helmut Hack der Spielvereinigung serviert hatte oder ob eine kleine Standpauke gereicht hatte, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Auf jeden Fall zeigte sich plötzlich eine völlig andere Mannschaft als in Halbzeit eins. Die ersten 45 Minuten hatten die Hausherren dominiert und waren auch verdient durch Benjamin Köhler in der 17. Minute in Führung gegangen. Bis auf die 300 Gäste jubelten alle 19 707 Zuschauer auf den Tribünen. Dann indes ließen die Eisernen die letzte Konsequenz vor dem Tor vermissen. „Wir haben die Fürther am Leben gelassen“, meinte später Michael Parensen. Das sollte sich rächen.

Knackpunkt des Spiels war die 52. Minute. Torsten Mattuschka hatte sich hart an der Abseitsgrenze den Ball geangelt und lief frei auf Torwart Wolfgang Hesel zu. „Ich wollte den Ball an ihm vorbeischlenzen“, erzählt nach dem Spiel Unions Kapitän. „Aber ich traf den Ball nicht optimal, so dass der Torwart in berührte und dann noch zu fassen bekam.“ Hesl erfreute sich nicht lange seiner Tat, sondern spielte den Ball schnell nach vorn. Den Konter vollendete letzlich Goran Sukalo zum 1:1. Nun folgte ein wahrer Wasserfall. 60. Minute: Tom Weiland bringt den Ball und damit die Gäste zum 2:1 in Führung, sechs Minuten später erhöht der flinke Zoltan Stieber auf 3:1. Union schien stehend K.O.

Trainer Uwe Neuhaus schickte Simon Terodde und Baris Özbek ins Spiel. Verzweifelt versuchte Union nun alles. In der 86. Minute war es tatsächlich Terodde, der einen Ball vor Hesel erwischte und an ihm vorbei die Kugel regelrecht ins Tor trug. Die Zuschauer trieben nun ihre Spieler nach vorn. Klar, dass hinten nun alles offen war. Und so zerstörte Stieber nach einem raschen Konter in der 90. Minute alle Hoffnungen der Unioner auf den Ausgleich.

„Das wirft uns nicht um“, versichert Torsten Mattuschka. Vielleicht gefällt man sich nun wieder in der Rolle des Jägers besser als in der des Gejagten. Die Saison ist noch lang. Das wissen auch die Fans, die trotz der Niederlage ihre Spieler feierten und noch lange gegen den Regen ansangen.

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