Elfmeter entscheiden – Eintracht Frankfurt schlägt im Derby den FSV Mainz mit 2:1

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Tatsächlich ist damit zu diesem Derby das Entscheidende gesagt, das Tuchel seinerseits nur als ein Spiel unter Spielen versteht, weil ihn die Emotionen der Eintrachtfans nicht sehr anfechten, daß die Frankfurter mitansehen müssen, daß ihre frühere Platzhirschfunktion gefährlich ins Wanken geraten ist, seit Mainz derart auftrumpft und auch nach dieser Niederlage noch auf dem zweiten Platz der Bundesliga residiert, während die Frankfurter am Samstagabend auf Platz 8 um einen nach oben rückten. Blickt man von außerhalb auf diese Rhein-Main-Region muß man feststellen, daß beide Mannschaften besser stehen, als man es von ihnen erwarten konnte. Eines der Beispiele für eine ’verrückte` Liga-Halbsaison, in der Erwartungen nicht, dafür aber Träume erfüllt werden, was ja gleichzeitig einer der Gründe ist, weshalb Fußball geliebt wird, weil „der Ball rund“ ist und keiner weiß, wie es ausgeht.

Die Eintracht verdankt ihren Sieg der ersten starken Halbzeit und ihrem Wiedererwachen in der zweiten Hälfte der zweiten Halbzeit, nachdem nach der Pause beim 1:1 erst einmal und erstmals die Mainzer vorübergehend „zugriffen“, ihr Spiel führten und so stürmten, daß gleich nach Wiederanpfiff zwei gefährliche Tormöglichkeiten entstanden. Auf beiden Seiten gab es viele Ballverluste, was wohl damit zusammenhängt, daß einerseits Raumdeckung betrieben wurde, dann aber auch phasenweise verstärkt Manndeckung. In der zweiten Minute hätte bereits das erste Eintrachttor fallen können, viele weitere Möglichkeiten folgten – insgesamt gab es 14 Torschüsse – , aber erst in der 35. Minute nutzte Marco Russ die Verwirrung im gegnerischen Strafraum, die er selbst hervorgerufen hatte, und nahm den ungeschickt abgewehrten Ball von Karhans in der Luft auf und drehte ihn ins Netz zum 1:0.

Keine gute Rolle spielte Halil Altintop. Die Nummer 10 wuselte auf dem Platz herum, ließ sich noch öfter als andere den Ball abnehmen oder verschoß ihn, und erzielte mit einem unglücklichen Nachsetzer gegenüber dem Mainzer Marcel Risse im eigenen Strafraum dann auch noch die Elfmeterentscheidung, die der sehr junge Andrè Schürrle ins Tor zum 1:1 Ausgleich verwandelte. Und nach der Pause fand sich die bisher spiel- und feldüberlegene Eintracht nurmehr in der eigenen Hälfte wieder. Trotz der insgesamt 10 Torschüsse der Mainzer fiel aber trotz Drängen kein weiteres Tor, das Schürrle zuzutrauen war, das Risse mit seinem Schrägschuß in der 50. Minute fast erzielt hätte und auch der für den schwachen Adam Szalai gerade eingewechselte gefährlich werdende Sami Allagui in der 57. Minute verköpfte. Stattdessen legte die Eintracht wieder los, es gab gezielte Schüsse vom für Ioannis Amanatidis eingewechselten Caio und Theofanis Gekas war immer für ein Überraschungstor gut.

Das erzielte er auch, allerdings ganz regulär durch einen merkwürdigen Elfmeter, der gegeben wurde, als der Mainzer Neuling Jan Kirchhoff beim Abwehren seine Hand nicht schnell genug wegzog. Gekas ist nicht nur der, der Tore abstaubt, sondern auch der, der knallhart und überlegt solch einen Elfmeter zum 2:1 verwandelte. Daß damit der Spielverlauf ein gerechtes Ergebnis hatte, damit waren dann wieder alle einverstanden. Gut auch, daß Ralf Fährmann, der im Eintrachttor nach der Pause den verletzten Oka Nikolov ersetzte und prima hielt, endlich bei einem Sieg dabei war. Seine bisherigen Einsätze waren verlorene Spiele und so galt das Hauptlob Trainer Skibbes überhaupt der Mannschaftsleistung, ihrer „Reaktion nach den beiden deutlichen Niederlagen zuletzt“, als die Eintracht 0:4 gegen Hoffenheim und 1:4 gegen Bayern verloren und damit ihr zuvor gutes Torverhältnis so verschlechterten, daß sie derzeit bei gemeinsam 23 Punkten dennoch hinter Hoffenheim und Bayern München liegen. Was allerdings keine schlechte Nachbarschaft ist.

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Info:

www.eintracht.de

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