Ein furioser Beginn – und später beiderseitiges Schützenfest – Eintracht Frankfurt im DFB-Pokalspiel mit 6:4 gegen Alemannia Aachen erfolgreich

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’Wenn` und ’aber` spielen im Fußball keine Rolle, aber erklären müssen das die Jungs auf dem Rasen sich und ihrem Trainer schon. Aber erst einmal waren alle angetan von dem herrlich leichtsinnigen Spiel, das eben das zum Ausdruck brachte, was Fußball unter den Bedingungen des Bundesliga nicht immer ist: die Freude am Spielen, die Freude am Vorwärtsstürmen, auch die Freude an Toren. Dabei hätten es auch in diesem torreichen Spiel noch viel mehr Tore sein können. Erfolgreicher Auftakt des Spieles der Weiß-Schwarzen aus Frankfurt gegen die schwarz-gelben Aachener war noch in der 1. Minute – genauer nach 48 Sekunden: Alexander Meier hatte von links den Ball in die Mitte gegeben und Caio zog den Ball leicht mit dem rechten Fuß in eine andere Bahn und schoß unhaltbar für Thorsten Stuckmann, den Tormann der Alemannia. Und mit ein bißchen Glück hätte Caio auch in der 5. Minute den zweiten Treffer gelandet, den aber der Tormann an die Querlatte lenkte. Über diese Enttäuschung kam Caio wohl nicht hinweg, denn ab jetzt sah man ihn nicht mehr.

Caios erstes Tor jedoch war der Auftakt zu einem munteren Spiel nach vorn, daß Nikos Liberopoulos gleich in der 5. Minute zum 2:0 stabilisiert. Das war’s dann, schienen die Eintrachtler gedacht zu haben, denn wie eine Altherrenmannschaft lehnten sie sich in den nächsten Minuten zurück und ließen die jungen Spunde aus Aachen ran. Konnte ja nichts passieren bei einer Bundesligamannschaft wie den Frankfurtern. Dies aber ohne Babacar Gueye. Der vollendete, was minutenlang beim Stürmen der Aachener in der Luft lag, zum 2:1. Aber auch das machte der Eintracht keinen Dampf, bis Chris in der 45. Minute auf 3:1 erhöhte, was eine gute Pausenausgangssituation war. Genauso ging es unmittelbar in der 46. Minute weiter, als der Ball im Netz”¦Tor”¦nein doch nicht, denn der Ball lag hinter dem Tor im Netz.

Aber zumindest das Pausengeflüster mit Trainer Michael Skibbe hatte erst einmal gewirkt und als in der 50. Minute den herausgespielten Tormöglichkeiten tatsächlich ein echtes Tor folgte, das erneut Nikos Liberopoulos in der 50. Minute schoß, war der Sieg ja mit 4:1 gesichert, dem sogar schnell in der 53. Minute durch Alexander Meier ein 5:1 folgte. Dachten sich die Eintrachtspieler und ließen den Streß Streß sein und spielten wie bei einem Freundschaftsspiel um der Freude am Fußball willen weiter, aber ohne ernsthaft verwandelte Tore zu wollen. Tordrang aber entwickelten die Aachener. Und so war es in der 59. Minute Benjamin Auer, der auf 5:2 verkürzte und nach munterem Hin und Her und einigen verpatzten Torchancen derselbe Auer, dem in der 71. Minute das 5: 3 gelang, was die Eintrachtspieler immer noch nicht aufrüttelte, auch wenn sie das Spielen nie ließen und sich auf dem Rasen richtig über sich freuten.

Die Frankfurter Fans waren übrigens wieder einmal phantastisch. Obwohl der Leichtsinn der Spieler greifbar war, feuerten sie sie an, feierten sie und waren nur irritiert, stöhnten auf und pfiffen, als nun in der 86. Minute erneut Babacar Gueye den gefährlichen Spielstand 5:4 herstellte, was eben im Elfmeter drei Minuten später Selim Teber zum 6:4 sicherte. Er und Nikos Liberopoulos waren mit Abstand die besten Eintrachtspieler, Patrick Ochs, der endlich wieder dabei war, und sich auch ein gutes Spiel attestierte, war beim Abspiel unkonzentriert, wäre er konzentriert gewesen, hätte man ihm mangelnde Schußsicherheit zugestehen müssen. Also lassen wir es an diesem Tag für alle dabei, daß der Leichtsinn Methode hatte und daß die abschließende Bemerkung Trainer Michael Skibbes, welche Freude alle an dem Spiel hatten, für die Außenwelt gilt, intern sicher aber solcher Übermut, der selten gut tut, aufgearbeitet werden muß. Die 27 450 Zuschauer hatten endlich einmal die Tore bei diesem Schützenfest, die sie in der Bundeliga vermissen. Der Frankfurter Torwart, Oka Nikolov, der bisher bei den Bundesligaspielen wenig hereinließ, ist an der Torfülle kaum schuld, das waren eindeutig Abwehrfehler.

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