Der Märchenonkel von Kabul

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Das ist noch keiner Marionette, ob in Augsburg oder Afghanistan, geglückt. Dabei wissen wir und die Pechvögel am Hindukusch, daß weder der Klapperstorch die Babys noch die Besatzungssoldaten den Frieden bringen. Da mögen die Verlautbarungen vom einzig verbliebenem Empire mitsamt seiner Satrapen von der Resterampe britischer oder deutscher Vasallenstaaten, lauten, wie sie wollen. Die Aufständigen machen sowieso nicht, was sie sollen. Der in den Höhlen Afghanistans lauernde Apokalyptischen Reiter, denen die Amis aus seinen Löchern bomben und ausschalten wollte, konnte man nie habhaft werden. Im Grunde weiß jeder, der es wissen will: Der Terror kam erst mit den Terrorbekämpfern ins Land, nicht mit den Taliban.

In der jungen Welt (www.jungewelt.de) vom 20.11.2009 kommentiert Werner Pirker unter der Überschrift „Selbstbetrug“ die Märchenstunde von Kabul, die Karsai anläßlich seiner zweiten Amtseinführung abhielt. Pirker schreibt: „Das »Nation building«-Programm für Afghanistan – Aufbau einer den westlichen Interventionsmächten ergebenen Staatsmacht, die von der Bevölkerung anerkannt wird – hat sich als der Versuch einer Quadratur des Kreises herausgestellt. Was sich zu Beginn der ausländischen Militärintervention wie ein Spaziergang ausgenommen hatte – die einheimische »Nordallianz« erobert Kabul, die US-Luftwaffe besorgt den Rest – hat sich im weiteren Verlauf als jener typisch asymmetrischer Krieg herausgestellt, in dem eine überlegene Militärmacht der Zermürbungstaktik nationaler Widerstandskräfte ausgesetzt ist. Die von den Nadelstichen ausgelöste Reaktion in Form massiver Luftschläge zerreißt den Nebelvorhang menschenrechtlich, demokratisch, zivilisatorisch usw. begründeter Aggressionen gegen das Selbstbestimmungsrecht. Das läßt dann selbst den Statthaltern der Besatzungsmacht oft keine andere Wahl, als gegen diese brutalen Übergriffe zu protestieren…“

Uns bleibt oft nicht viel mehr, als über auch diesen „imperialistischen Ordnungskrieg“, der keiner sein darf, Bericht zu erstatten.

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