Der Kölner Karneval und die verlorene Polizeimütze oder Ein Pferd ist ein Fluchttier

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Polizeimütze
Die Mütze ist gefallen. © 2018, Foto: Bernd Paschel

Frankfurt am Main, Köln, Deutschland (Weltexpress). Ich habe nichts gegen lustigen Karneval. Als junger Polizeibeamter war ich 1969 eingesetzt beim Kölner Karnevalszug. Unsere Aufgabe war, die „Öffentliche Sicherheit und Ordnung“ für den Zug zu gewährleisten.

Zu unserer Unterstützung befanden sich unter uns mehrere ältere Beamte, die uns Wachtmeister auf Probe bei diesem Geschäft beraten sollten.

Am Anfang war es sehr lustig, denn wir wurden permanent von hübschen Mädche eingekreist mit dem Lied: „Do steiht ne Schutzmann, do steiht ne Schutzmann, dä hät der ganzen Dag noch nix gedon…“

Danach erhielt Mann einen Kuss von a lecker Mädche und es wurde uns ein Schnaps eingeflößt. Viele Kollegen waren irgendwann so betrunken, dass sie ihren Dienst nicht mehr ausüben konnten. Für sie gab es eine besondere Sammelstelle.

Später kam das Kommando „Der Zug kommt!“, während viele Jecken ihm entgegen liefen. Das war nicht nur eine Verletzung der Ordnung, sondern tangierte auch Sicherheitsaspekte.

Wir bildeten konsequent Polizeiketten, wie wir das in der Ausbildung gelernt hatten.

Es gab ein Geschiebe zwischen Jecken und Polizisten und dann passierte zu meiner Beschämung ein großes Malheur: „Die Polizeikette riss mangels Erfahrung in der Mitte und zwar an der Stelle, wo ich gerade stand. Plötzlich befand ich mich in der Position „Beine oben – Kopf unten“.

Dabei verlor ich leider meine Polizeimütze. Als ich ohne Mütze wieder auf beiden Füßen stand, fühlte ich mich – meines Symbol’s der Staatsgewalt beraubt – ausgesprochen hilflos, als ein Jecke, der mich anscheinend hochgehoben hatte, sich kriechend auf mich zu bewegte und sich ängstlich entschuldigte – mit meiner Mütze in der Hand. Da wusste ich endlich, dass nicht die Mütze den Beamten zur Respektperson macht.

Ich überlebte den Tag mit einem kleine Schwips und war um einer Erfahrung reicher.

Zum Reiten kam ich erst kurz danach im Wintersemester 1969 während meines Sportstudiums an der Sporthochschule in Köln. Den Karneval dort als Jecke habe ich gut in Erinnerung. Mein Trommel-Lehrer ging – nebenbei bemerkt – zu den Bläck Fööss.

Dass der Rosenmontagsumzug beim Karneval in Köln für Pferde eine Folter ist, das wurde mir erst später klar: „Einmal alle weg hier, zur Seite, bitte, ein Pferd ist ein Fluchttier.“

Auch in diesem Jahr litten wieder Pferde im Karneval. Im Kölner Rosenmontagszug sind Pferde einer Kutsche durchgegangen. Wie Pferde leiden, zeigt ein Video der Tierrechtsorganisation People for the Ethical Treatment of Animals (PETA).

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