Der deutsche Michel und die Merkel oder ein paar Tote hier, ein paar Verletzte und Vergewaltigte da

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Fühlen sich Deutsche als armes Würstchen? Quelle: Pixabay

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Gaubt der Bürger der Bundesrepublik Deutschland noch, was Bundeskanzlerin Angela Merkel ihrem Publikum erzählt? Ach ja, möchte man seufzend hinzufügen: Wenn Merkel wie Mutti spricht, dann klingt das alles ganz schön. Man lehnt sich im Sessel zurück, nimmt Dutzendweise politische Konjunktive zur Kenntnis, lässt die monoton-einschläfernden Zukunftsvorhaben an sich abperlen und verabschiedet sich innerlich entnervt von ihren standardisierten Entschlossenheitsphrasen.

Kaukasus, Aserbaidschan, Trump, Macron oder Europa, das interessiert weder die Krankenschwester oder den Busfahrer, noch den Gemüsehändler oder die allein erziehende Mutter, angesichts der drängenden Probleme in Deutschland. Immer mehr Menschen kämpfen ums tägliche Überleben und haben nachts auf den Straßen Angst.

„Wir brauchen eine europäische Lösung“, gleich welches Thema, egal ob es dabei um Form und Farbe von Würstchen oder um die in Deutschland einfallenden Migranten geht. Was beim Konsum politischer Höhepunkte bleibt, ist nicht mehr, als ein gähnendes Nichts, wenn da nicht die täglichen Filetierkünste dieser, ihrer Gäste die Aufmerksamkeit des deutschen Michels erregten. Dass das Kanzleramt wie auch den Roten und Grünen Parteien den blutrünstigen Übergriffen scheinbar überdrüssig geworden sind, scheint sich darin auszudrücken, dass kein Politiker mehr das Wort Messer oder Bombe in den Mund nimmt. Kondolieren ist nach dem fünfzigsten Migrantenmord out. „Wo kämen wir auch hin, bei jeder Bluttat den Angehörigen das Mitgefühl auszusprechen? Man käme ja kaum noch zur politischen Arbeit.“ Nun ja, Grokos Renten-Firlefanz ist jetzt en vogue.

Ein paar Tote hier, ein paar Vergewaltigungen dort, finden keine Erwähnung mehr. Ein Arzt wird in seiner Praxis abgestochen, einer, der überwiegend Migranten behandelte. Aber was soll`s. Das passiert eben. Und wenn ein Irrer in der siebten Etage eines Hochhauses mit einer Menge Rizin hantiert, mit der er einen ganzen Stadtteil hätte ausrotten können, ist eine Bedrohung dieses Ausmaßes höchstens zwei Sendeminuten wert. Faschisten machen Jagd auf Ausländer, das klingt doch gleich viel besser. So ein Kahlkopf mit Hitlergruß, das macht was her. Es reicht ein Idiot mit Stiefeln und schon kann man ein ganzes Bundesland einem braunen Sumpf zuordnen.

Geradezu aufbauend ist auch die Berichterstattung: 1.000 Rechtsextreme stürmen den Chemnitzer Wall. Bei aller Anstrengung, ich habe nur „stürmende“ Spaziergänger entdecken können. Nun ja, das schöne Bild eines Landes der Dichter, Denker und gut integrierter Sozialgäste könnte den Nimbus erfolgreicher politischer Arbeit beschädigen. Die paar Milliarden an Kosten gehen unserer Kanzlerin an der Raute vorbei, währenddessen das Kindergeld um dramatische drei Euro und fuffzich erhöht wird. Verhältnismäßigkeiten und Relationen haben sich gewaltig verschoben.

Wenn ein deutscher Staatsbürger ein altes Mütterchen am Kiosk beraubt, löst ein solch abscheulicher Vorfall tiefste Betroffenheit aus. Man ist bestürzt. Scheinheilige Floskeln werden bei solchen Anlässen immer gerne genommen. Zack und zurück zur Tagesordnung. Bürger mit Doppelmoral und Klassenjustiz schikanieren. Die Guten, das sind die Schwarzen, ins Kröpfchen, die Schlechten, das sind die nervenden Bürger, ins Töpfchen. Längst ist in der Öffentlichkeit angekommen, dass Parteiführer und Regierende über die Köpfe der Bürger hinweg verkünden und beschliessen. Die politische Elite verteidigt mit allen Mitteln ihre Fehlentscheidungen, hält an jedem Irrsinn fest und verteidigt jede noch so krude Sichtweise über aufbegehrende Bürger. Diese Irrungen und Wirrungen werden irgendwann schwere Folgen haben. Für alle.

Seit vorgestern ist Chemnitz in aller Munde. Journalisten, überwiegend roter Couleur, überschlagen sich jetzt in Weltuntergangsszenarien, weil ein rechter Mob, weil rechtsextreme Hooligans und gewaltbereite Gruppierungen die sächsische Großstadt angeblich in den Orkus infernalischer Selbstjustiz gerissen haben. Um ein Haar hätte ich mich gefragt, welchen Maßstab die schreibenden und filmenden Witzfiguren anlegen. Der Vergleich mit den kriegsähnlichen Zuständen beim G20-Gipfel in Hamburg kann es jedenfalls nicht gewesen sein. Hier darf sich Herr Scholz (SPD) als Vater wahnwitziger Arroganz bezeichnen. Und wie man sieht, ist er die Karriereleiter nach oben gefallen. Seit seiner Ernennung zum Vize-Kanzler und der Bildung der Groko findet in unserem Bundestag eine geradezu orgiastische Olympiade der Dämlichkeit statt. Jeder darf dort auf eine Medaille hoffen und niemand nimmt zur Kenntnis, dass sich das Land verändert hat.

Angela Merkel und ihr politisches Personal, man könnte es vergleichen mit dem Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds in London. Dort stehen schon seit Jahren regungslose Figuren, – blass, blutarm, nichtssagend, aber hübsch zurecht gemacht – beinahe lebensecht. Sie werden von zahlenden Zuschauern bestaunt. Übrigens, auch Erich Honecker, einst ein Kollege unserer Kanzlerin, fristet dort sein substanzloses Dasein. Der hatte schon zu Lebzeiten nichts begriffen und ließ sich Fähnchen winkender Weise von seinen Genossen feiern. Bei ihm scheint sich Merkel das Aussitzen und Einschläfern abgeschaut zu haben. Wir Steuerzahler verhalten uns ganz ähnlich wie die Besucher von Madame Tussauds. Wir bezahlen das Panoptikum in Berlin für ihren lebensechten Zustand, wenngleich auch dort der Stillstand fröhliche Urständ feiert. Nur bestaunen tun wir sie nicht. Man kann nur hoffen, dass auch die Unke aus der Uckermark bald nach London umzieht und sich in den Kreis der wächsernen Untoten ordentlich einfügt.

Wir können, wir müssen, wir sollen, so beginnt beinahe jeder Satz eines Politikers, insbesondere bei dieser Frau. Sie ficht es nicht an, ob die Justiz oder die Polizei wegen fehlenden Personals vor den blutrünstigen Messerparties kapitulieren muss. Die Minister, Regionalpolitiker und Bürgermeister des Landes stimmen bei jedem gewalttätigen Übergriff eines Migranten wie die Regensburger Domspatzen ihre eingeübten Choräle an, so, wie sie es von unserer Chefdirigentin gelernt haben. Agitprop nannte man das im Osten. Ein falscher Ton und du warst weg vom Fenster. Nur zuhause wurden andere Lieder gesungen.

Ja, ja, die Flüchtlingswelle hat sogar unsere politischen Duckmäuser überrollt, die aus Angst, mangelnder Zivilcourage, Versorgungsgier und Selbstgefälligkeit jede klare Entscheidung zum Wohle ihrer eigenen Bürger hintanstellen. Gebetsmühlenartige Ermahnungen, die immer wiederkehrenden Appelle, Rassisten, Fremdenfeinde, Populisten zu verurteilen, das, Frau Merkel, ist keine Politik. Lösungen sind gefragt, Weichenstellungen, das Befriedigen von Bedürfnissen, die ein Volk hat, deren Ängste, Nöte und verloren gegangene Sicherheit zu respektieren und ernst zu nehmen, darauf reagieren Bürger. Das nennt man Politik.

Anmerkungen:

Vorstehender Beitrag von Claudio Michele Mancini wurde unter dem Titel „Genossin Merkel hats nicht mehr im Griff“ im Scharfblick am 28.8.2018 erstveröffentlicht.

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