Classic Ladies auf dem Gendarmenmarkt in Berlin

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© Foto: Eva-Maria Koch, 2014

Geballte Frauenpower wurde am 4.Juli – am Fußballabend der Nation – geboten: das Programm 2014.

20 hochkarätige Sängerinnen und Künstlerinnen präsentierten Opern, Operetten, Zarzuela, Salsa, Soul, Jazz, Blues, Piano, Venusbrazz in Begleitung durch das Elbland Philharmonie Orchester Sachsen – alles, nicht nur das Klassikherz höher schlagen lässt. „Bitte beachten Sie, dass unser Konzert vom französischen und deutschen Dom zur rechten und zur linken eingerahmt sind – passend zum Fußballspiel Deutschland-Frankreich!“ wies mit Augenzwinkern die phantastisch vielseitige Opernsängerin Anna Maria Kaufman, Kanadierin mit Deutsch-amerikanischen Wurzeln das internationale Auditorium hin – nachdem jubelnde Fußballfans aus den umliegenden Lokalen zu hören waren! http://www.anna-maria-kaufmann.de/

Die Kulisse des historischen Gendarmenmarktes wurde während der Veranstaltung von wechselnden Lichtspielen illuminiert, die Statue von Schiller vor dem Konzerthaus wurde hierbei abwechselnd rot, blau, gelb, grün, lila angestrahlt so wie alle klassizistischen Gebäude auf dem Gedarmenmarkt. Das warme Sommerwetter tat sein übriges, um ein intensives mediterranes Flair zu vermitteln: Verona und mediterrane Festivals lassen grüßen!

Mit „God bless America“ feierte ergreifend den „Independance Day“ (4th of July) Anna Maria Kaufmann, Kanadierin mit deutschen Wurzeln und einer US-amerikanischen Mutter. „Wuthering heigths“ von Kate Bush sang sie ebenso fetzig – In einem eleganten,f euerroten Abendkleid fegte die renommierte Klassik- und Musicalsängerin (Phantom der Oper) gleich zur Eröffnung über die Bühne und besang „20th century Fox“ gefolgt von der Opernsängerin Katarzyna Dondalska, lachsrotes Ballkleid, die virtuos ihre Geige erklingen ließ begleitet von der ebenfalls renommierten Elbland Philharmonie Orchester Sachsen. Ein Gänsehautfeeling kam auf als sie die Operette  „Liebe, Du Himmel auf Erden“ aus „Paganini“ von Franz Léhar sang.

„Parlez-moi d’amour“ vereinte dann die geballte Frauenpower auf der Bühne – gemeinsam sangen alle Gesangstars in ihren schönen roten und schwarzen Festkleidern und ließen das Publikum gemeinsam mit dem Orchester swingen – trotz Fußfanschreien von Weitem.

Warum in die Ferne schweifen, liegt das Gute doch so nah?!

Temperamentvolle Flamencotänzerinnen von Azabache Flamenco in Schwarz wedelten, mit den Füßen klackend, ihre langen Röcken drehend und rote Fächer schwingend zu spanischen Rhythmen. Die Spanierinnen betreiben in Berlin eine Flamencoschule: Olé!

„This lady is a tramp!“ röhrte Katherine Mehrling – als verruchter Vamp  gab sie dem Abend den erotischen Thrill: Kathrine Mehrling.Sie ist auch eine Piaf-Verehrerin (ein wenig erinnerte sie an Patricia Kaas) und wurde mit ihrer Piaf-Interpretation „Non, rien de rien!“ dem „Spatz von Paris“ gerecht.

„Vissi d’Arte“ aus „Tosca“ von  Puccini – mit unglaublichem Timbre und ausgefeilten Koloraturen erfreute Augen und Ohren die brasilianische Sopranistin Adriane Queiroz, Ensemblemitglied der Staatsoper Berlin. Wir BerlinerInnen können uns glücklich schätzen, sie für die Staatsoper gewonnen zu haben! Mit sizilianischer Vespermusik ließ sie den Pulsschlag in die Höhe gehen welches von einem lustigen, temperamentvollen, spanischen Scherzlied gefolgt wurde.

Katharina Dondalskas brilliante Gesangs- und schauspielerische Darstellung der „Olympia“ aus Jacques Offenbachs „Hoffmann’s Erzählungen“ brachte das Publikum zum Lachen – Olympia ist eine Puppe, die immer wieder aufgezogen werden muss, was der Orchesterleiter Christian Voß besorgt, während sie ihm Streiche spielt. Rosine aus dem Barbier von Sevilla.

Eine quirlige, sympatische Venusbrassband reißt alle mit und tanzt mitten durchs Publikum.

„Girl of Ipanema“ – während der Gendarmenmarkt sich in sommerliche Abenddämmerung hüllte, erklangen brasilianische Sambarhythmen. Yma America ließ ihr dunkles Timbre erklingen während der brasilianische Perkussionist seine „Batteria“ auf die Bühne fuhr und Samba-Klänge erzeugte, große Trommeln und lateinamerikanische Klanginstrumente: Bitte mitswingen!

Leonard Cohens „Hallelujah!“ – hier konnte das Publikum in den Refrain einstimmen – Anna Maria Kaufmann ergriff hiermit die Herzen genauso wie mit dem Schlusslied. In den Abendhimmel, der den Gendarmenmarkt umhüllte sange sie gemeinsam mit den anderen Diven das Abendlied von Matthias Claudius „Der Mond ist aufgegangen!“ Ergriffen entließen die Meisterinnen uns in das abendliche, sommerliche Berlin. Tor – nicht nur Deutschland! Ein internationales Festivalereignis begleitet in die Nacht!

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