Chinesische und vor allem kantonesische Köstlichkeiten aus der Premium-Küche – Traditionelle chinesische Gastfreundschaft und authentische Küche verbinden sich im Berliner „Good Friends“ zu einem Esserlebnis der besonderen Art

Michael Ng Wai Kuing © Foto: Stefan Pribnow

Wir reden, wie „Der Kaiser“ 1967 meinte, auch nicht lange und tun, was uns gefällt. Wir gehen zu Michael Ng Wai Kuing ins „Good Friends“. Das renommierte Restaurant liegt an der langen, mit Wohn- und Geschäftshäusern dicht bebauten Kantstraße im Berliner Stadtteil Charlottenburg. In berühmten Bauten wie dem des Theater des Westens können Besucher mit den Schauspielern auf Reisen in die von ihnen gespielten Stücke gehen. Nicht anders ist`s im „Good Friends“. Dort nimmt der langjährige Inhaber Michael Ng Wai Kuing mit seinen altgedienten und bestens ausgebildeten Köchen alle guten Gäste des Hauses mit auf eine Reise durch kantonesische Köstlichkeiten.

Die erwähnten guten Gäste des Hauses füllen das Eck-Restaurant an diesem angenehmen Frühlingsabend in Windeseile. Unter den Besuchern sind Kantstraßen-Bewohner und Charlottenburger, Berliner aus dem Westend, Westberliner und mit uns auch Pankower. Unverkennbar sind die vielen Reisenden und Geschäftsleute aus dem Fernen Osten. Sie alle bevölkern die vielen Tische drinnen und draußen.

Das Restaurant ist groß und hell, Stühle und Tische sind aus dunklem Holz, ein kräftiges Rot an den Wänden – mit Gold – bringt Farbe ins Spiel. Auch ein separater Raum für Großfamilien ist flugs voll und fröhliches Geschnatter in einer fremden Sprache dringt gedämpft an unser Ohr. Keine Frage: Chinesen gehen ungern alleine essen – je mehr Menschen und Mahl, desto besser.

Und die Kellner, die alle Sprachen ihrer Gäste zu sprechen scheinen, füllen die Tische mit Spezialitäten aus China, aber auch mit Hausmannskost. Wir beginnen mit einem besonders feinen und zugleich entspannenden Jasmintee (chinesisch 茉莉花茶 mí²lí¬ huāchá) zum Feierabend, dessen Ursprünge über eintausend Jahre zurückliegen. Auch das Tee-Service sieht aus, als stamme es aus der Song-Dynastie (von 960 bis 1279 nach unserer Zeitrechnung).

Weiter geht es mit chinesischen und vor allem kantonesischen Köstlichkeiten aus der Premium-Küche. Die Speisekarte ist reichhaltig und vielfältig zugleich. Für die guten Freunde von Fleisch, die niemand trennen soll, bietet die Karte Schwein und Rind, Huhn und Ente und verschiedenste Fische und zwar gebraten, gekocht, gebacken oder gegrillt. Wie auch immer zubereitet: alle Varianten schmeckt vorzüglich.

Vorweg wäre eine Wan-Tan-Suppe ein Klassiker, doch wie wäre es mit Maissuppe und Krebsfleisch oder einer Fischflossensuppe mit Hühnerfleisch? Richtig, probieren! Berühmte ist das Good Friends für seine selbstgemachten Frühlingsrollen, doch auch die gedämpfte Jacobsmuscheln sind eine Wohltat als nächster Gang. Ja, Menue ist ein Muß im Good Friends, wie die Enten, die schon im Schaufenster zu bewundern sind, denn das Good Friends zeigt seine Köche und Küche und ist dennoch keine Show-Küche.

Die Pekingente (chinesisch 北京烤鴨 / 北京烤鸭 bÄ›ijÄ«ng kÇŽoyā) gehört zu den berühmtesten Gerichten der chinesisches bzw. Nordchinesischen Küche, die auch kurz Peking-Küche genannt wird. Das Rezept für die Pekingente ist uralt und stammt aus der Mingh Dynastie. Im Good Friends kann man den Köchen bei dieser alten Tradition der Zubereitung zusehen. Am Ende werden die Enten mit kochendem Wasser überbrüht, gewürzt und rundherum mit in heißem Wasser aufgelöstem Honig oder Malzzucker eingestrichen, um dann an einem gut belüfteten Ort ausgehangen und für einige Stunden getrocknet. Dann werden die so vorbereiteten Ente in einem besonderen Ofen über mehrere Stunden gegart, wobei sich die Haut aufbläht, knusprig wird und die typische, glänzend rote Farbe annimmt, damit sie nun den Gästen vorgezeigt werden kann.

Wem jetzt als Freund des Pekingentenfleisches das Wasser im Munde zerläuft, der sollte tun, was ihm gefällt und sich direkt ins Good Friends begeben. Tofu-Freunde können mitgebracht werden. Eine Empfehlung sei allen mit auf den Weg geben: Probieren Sie Choi-Bao aus der kantonischen Hausmannskost-Küche. Das delikat duftende Schweinehack mit Wasserkastanien in Eisbergsalat gerollt ist ein echtes Esserlebnis.

* * *

Restaurant Good Friends, Kantstraße 30, 10623 Berlin, Telefon: +49 (0)30 313 26 59, Website: http://www.goodfriends-berlin.de, geöffnet sieben Tage die Woche, von 12 Uhr mittags bis 1 Uhr nachts.

Vorheriger ArtikelCapote Klein aber fein – Annotation
Nächster ArtikelExpedition in die Volksseele – Mit den Brüdern Grimm durch Hessen