„betriebsratsverseucht“ ist ein neuer Höhepunkt in der Diskriminierung von Arbeitnehmern 2009: zum 19. Mal wurde in Frankfurt am Main das „Unwort des Jahres“ gewählt

Prof. Dr. H.D. Schlosser

Frankfurt am Main (Weltexpress) – Tatsächlich glaubt man es erst einmal nicht, daß es im Jahr 2009 in der Bundesrepublik Deutschland möglich ist, daß in einem Arbeitsverhältnis von Vorgesetzten Arbeitsnehmern gegenüber dieser Ausdruck „betriebsratsverseucht“ verwendet wird. Aber so ist es in einem Betrieb geschehen und zum Unwort des Jahres 2009 konnte – wie Professor Horst Dieter Schlosser heute in der Frankfurter Universität mitteilte – dieser fiese Begriff nur gewählt worden, weil dies in der Öffentlichkeit, nämlich der Sendung „Monitor“ der ARD vom 14.5.2009 wiedergegeben wurde. Eine von der Jury nicht genannte Baumarktkette ist der Ort, wo „betriebsratsverseucht“ als Unwort geäußert wurde, um anzudeuten, daß jemand, der sich bisher auf einen Betriebsrat stützte, keine Einstellung in einer Einrichtung ohne Betriebsrat erhalten könne. Konkret muß es in dieser Baumarktkette also unterschiedliche Arbeitsbedingungen geben. Da gibt es Filialen mit und welche ohne Betriebsrat. Und dieses Unwort ist gefallen, als ein Arbeitnehmer von einer Filiale mit einem Betriebsrat in eine ohne wechseln wollte, weshalb dieser Arbeitnehmer nun „betriebsratsverseucht“ ist.

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