Milliarden für „Mörder“ wegen maroder und profitabler Straßen? – Autobahnen in Italien wechseln wohl bald die Eigentümer

Kopfsteinpflaster. Quelle: Pixabay, Foto: djedj

Rom, Italien (Weltexpress). Verstaatlichung in Italien? Aus Privateigentum soll wieder Staatseigentum werden, wenigsten zur Hälfte. Jetzt geht es nur noch um den Preis, den die Eigentümer der Atlantia S.p.A., zu der die Autostrade per l’Italia S.p.A. (ASPI) zu mehr oder weniger 88 Prozent gehört, wollen und bekommen sollen. Die staatlichen Förderbank Cassa Depositi e Prestiti (CDP) soll 52 Prozent an ASPI kaufen. Der größte Eigentümer von Atlantia ist die Edizione S.r.l., die von der Milliardärsfamilie Benetton 1981 in Treviso gegründet wurde.

Möglicherweise wollten die Benetton-Globalmilliardäre und andere von Atlantia mehr, als die Käufer mit etwas über 9 Milliarden Euro bieten, weil zum Konsortium der Käufer nicht nur die CDP gehört, sondern auch die Blackstone Group Inc. aus den VSA und Macquarie aus Australien. Doch nun sei das Angebot „trotz der Kritik einiger Aktionäre, darunter der Fonds TCI, genehmigt“ worden und zwar von der großen Mehrheit der Atlantia-Aktionäre. Allerdings heißt es in „ORF“ (31.5.2021) unter dem Titel „Italiens Autostrade wird verstaatlicht“ auch, daß „Atlantias Vorstand … am 10. Juni ein Treffen“ plane, „um seine endgültige Bewertung des Angebots abzugeben“. Manche wollten wohl 11 Milliarden Euro.

Daß die bourgeoisen Betreiber der Autobahnen in Italien, die von den Benutzern Gebühren kassieren, auch noch dafür belohnt werden würden, daß sie die Instandhaltung maroder Straßen, Bücken und Tunnel aus Gier nach Profiten vernachlässigten, das kritisieren Kenner, aber auch Opfer. Und Opfer maroder und profitabler Straßen in Italien, die vor sich hinbröckeln und auch einstürzen, gibt es viele.

In der Tat wäre ein Entzug der Lizenz ohne Entschädigung und also Enteignung jeder Zeit möglich gewesen. Einige Regierungsvertreter drohte während der Verhandlungen, die sich nun schon ein Jahr lang hinziehen, damit öffentlich und Teilnehmer sollen am Verhandlungstisch entsprechend gepokert habe, wie es heißt.