Auf der Suche nach einer Hängeregistratur auf der Paperworld – Serie: Messequartett am Main (Teil 4/4)

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Kugelschreiber (Vordergrund) und ihre Halter (Hintergrund).

Die haben die Bewunderung von allen erregt. Sie sind überkommen, mehr kann man dazu nicht sagen, eine hatte sie einst eingeschleppt, wunderschöne silberne formschöne, ganz leichte und offene Metallgestelle, die auf Rädern beweglich alle Bedürfnisse befriedigten, eben auch die ästhetischen. Allein, die sechs reichen schon lange nicht mehr aus. Also war auf der diesjährigen Paperworld ein Zukauf angesagt. Wie macht man das, angesichts der Tausenden von Ausstellern. Ganz einfach. Man geht zu einer der netten Damen – sehr sehr selten Männer – an die Informationsstände, die in ihre Rechner „Hängeregistraturschränke“ eingeben. Allerdings kamen da nur drei Nennungen heraus, alle drei von Ständen aus China in Halle 10. Das kann doch nicht sein? Also gibt die Dame „Hängeregistraturen“ ein. Neun Nennungen, nur eine identisch mit der vorherigen Anfrage. Drei davon in Halle 3.O, wo auch die großen deutschen Hersteller residieren.

Allein Moog &Langenscheidt stellt nur die Metallteile für Hängeordner her. Und Smartbox Pro hat nur sehr schmale Behältnisse aus Pappe, gab uns aber dafür den Namen des Herrn weiter, der alles zu dem Thema wissen soll. Allein, er war auf dieser Messe nicht auffindbar. Eine Katastrophe, weil wir einfach nicht weiterkamen. Wir grasten die angegebenen Stände ab, aber entweder waren das Koffer, in denen man Hängemappen von Termin zu Termin mitnimmt, oder riesige Schränke, die für Großraumbüros gedacht sind, oder nur dürftige und häßlich anzuschauende Pappvorrichtungen, die man in Schränken deponieren soll. Wir aber suchten nach einem formschönen Etwas, in den die dringend auszubauenden Hängemappen übersichtlich untergebracht werden können.

Also erst einmal herumlaufen. Das brachte gar nichts. Denn die Messe ist einfach zu ausgedehnt, um an den Ständen selber nach Hängeregistraturen zu suchen. Deshalb gingen wir einen Schritt zurück und die nette Informationsdame gab „Hängemappen“ ein. Da nun tat sich einiges und 24 Nennungen ließen uns Hoffnungen schöpfen. Allein, wie der Name schon sagte, ging es da hauptsächlich um die Mappen. Nun haben wir davon erst einmal genug. Ausgerechnet von Leitz, die seit Jahren diese Frankfurter Messe boykottieren, womit sie sich keinen Gefallen tun, um das mal ganz deutlich zu sagen, auch der zweijährige Verweigerer Lamy ist dieses Jahr in Halle 3 zurückgekehrt. Die Kunden wollen einfach die Firmen, bei denen sie kaufen, auch auf dieser Weltleitmesse vertreten sehen. Nur, wie kommen nun wir Kunden an die Firmen, die Hängeregistraturen anbieten, heran?

Versuch und Irrtum, heißt das behavioristische Konzept, das mehr Irrtum produziert und wie der Name schon sagt, ja nicht von „Erfolg“, sondern nur „Versuchen“ spricht. Also waren diese Adressen ein einziger Fehlschlag, weil eben Mappen keine Behältnisse für sie intendieren. Logisch klar. Dann aber passierte das Wunder. In Halle 3.0 beim Stand F 40, Pierre Henry SA aus Frankreich gab es keine Mappen wie im Ausdruck ausgezeichnet, sondern nur die von uns benötigten Behältnisse für die Mappen. Aber nicht nur eine Variante, sondern jetzt gleich so viele und formschöne, daß uns die Augen überliefen. Eindeutig die Qual der Wahl!

Da gibt es die aus Plastik in ganz bunten hellen Farben, die kann man sogar wegtragen, d.h. die sind alle geschlossen mit Tragehenkel. Aber dann doch zu kurz in den Ausmaßen, denn wir brauchen einfach längere Ständer für die Mappen. Wunderschön anzusehen sind die Köfferchen aus Metall, auch diese in warmen schönen Farben. Zwischendurch wird man abgelenkt, weil Piere Henry SA auch sehr viel andere schöne Büroutensilien anbietet. Nein, wir brauchen die Behältnisse für die Hängemappen. Am tollsten gefiel uns dieser Übersehkoffer, nannten wir ihn, aus Metall und auf Rollen, wo man Tod und Teufel unterbringen kann. Allein wir brauchen einen Ständer, der fest steht und wo man ohne Probleme die nach Sachthemen geordneten Mappen schnell findet. Madame Regina Henry findet das Passende. Das sind metallene Kästen, die man mit und ohne Rollen beziehen kann, die man einfach, zweifach, dreifach, ja vierfach in der Höhe haben kann und dann auch noch in so vielen schönen bunten leuchtenden Farben, wo das Violett einem besonders in die Augen sticht. Allein, wir sind wohl doch traditionelle Büromenschen. Denn nachdem fast die gesamte Redaktion nach und nach zum Anschauen kam – die arme Madame Henry blieb immer am Stand liebenswürdig -, stand der Beschluß fest. Es werden die zweilagigen in einem hellen silbernen Grau bestellt! Ohne Rollen, denn die passen exakt unter die Tische, wie Kollege Klaus Hagert ausgemessen hatte. Und nachdem auch unsere Schönheitsexpertin Anna von Stillmark und unsere Chefin zugestimmt hatte, konnte sich die Redaktion endlich der übrigen Messe zuwenden.

Im Schnelldurchgang. DURABLE hat wieder ein irres Angebot und FABER-CASTELL hat wieder den schönsten Stand, MOLESKINE in Halle 6 den größten Andrang, obwohl sich viele andere Firmen an diese Kultschreibbücher in inzwischen allen Größen und vielen Farben angehängt haben, was wir einmal extra recherchieren werden. Hier wurden auch dreißig dieser so schönen Füller und weiterer Schreibgeräte geklaut, wofür man fast Verständnis aufbringt. Allerdings nur fast. Bei STAUFEN- DEMMLER waren unsere Kochkundigen kaum mehr vom Stand wegzulotsen. Da gibt es nämlich die allerliebsten Backförmchen und sonstige Hilfen, von denen andere wiederum meinten, daß man die doch gut als Einrichtungsgegenstände nutzen könnte, statt sie beim Backen zu benutzen und zu verderben. Aber für den Gebrauch sind sie gemacht, wie die vielen anderen Papierdinge hier.

Angemacht haben uns auch diese durchsichtigen Bodenschutzmatten, die Kollege Manfred Schröder bei der Firma CLEAR STYLE gar nicht mehr aus den Augen lassen wollte, genauso wie die schönen durchsichtigen Schreibtischunterlagen. Diese durchsichtigen Matten sind nämlich mindestens zur Hälfte aus Abfallplastikflaschen hergestellt. Die bezieht die Firma im gereinigten und geschredderten Zustand und wie sie verarbeitet werden, kann man hier am Stand auf großem Bildschirm verfolgen und Arno Liesenfeld erklärt es einem so detailliert, – auch, daß man den Anteil an Flaschenmehl auf 80 Prozent steigern möchte -, wie wir es jetzt nicht wiedergeben können. Umweltneutralität oder möglichst geringe Belastungen sind auch im Bürobetrieb längst Thema, der Schutz der Böden sowieso und deshalb sind solche Matten, die man auch mit Dekor erhalten kann, ein wichtiges Thema.

Einige Kolleginnen sind schier ausgeflippt, als sie bei LINDAUER vom Bodensee diese glitzernden Schreibgeräte sahen, wovon Favorit K 962 einen Notenschlüssel mit echten Brillis besitzt, an dem dann eine silberne Kette hängt, so daß man den Kugelschreiber um den Hals als Schmuck tragen kann, ihn aber bei Opern- Theater- und sonstigen Rezensionen als Stift, der nicht unter die Stuhlreihen kullert, sehr gut benutzen kann. Nächstes Jahr wird darüber groß berichtet, wie auch über die Leuchtglobusse von Stellanova. Denn was Qualität hat, ist auch nächstes Jahr hier auf der Messe vorhanden!

Wie gut die Stimmung für die Aussteller auf den Messen war, konnte man auch bei den Veranstaltungen der ausrichtenden Verbände mit Preisübergaben erkennen. Wir hatten THE EUROPEAN OFFICE PRODUCTS AWARDS mitgemacht und den europäischen Fachverband von seiner ausgelassen feiernden Seite erlebt. Die Zahlen haben das bestätigt. Denn abschließend teilte die Messe mit: Rund 104.000 Fachbesucher aus 142 Ländern haben vom 30. Januar bis 2. Februar 2010 das Messequartett Paperworld, Christmasworld, Beautyworld und Hair and Beauty besucht. Damit sind trotz extremer Witterungsverhältnisse etwa 4.000 Händler mehr nach Frankfurt am Main gekommen. Jeder zweite Besucher stammt aus dem Ausland. Zu den Top-Five-Nationen gehören Italien, Frankreich, die Niederlande, Großbritannien und die Schweiz. Auf den vier Veranstaltungen präsentierten sich mit insgesamt 3.438 Ausstellern aus 67 Ländern die internationalen Branchen für Papier, Bürobedarf und Schreibwaren, Dekoration und Festschmuck, Schönheit und Kosmetik sowie die haarkosmetische Industrie. 

„Wir freuen uns sehr, daß die vier Konsumgütermessen auch in diesem Jahr den optimistischen Auftakt für ihre Branchen in das neue Geschäftsjahr bilden. Von der Krise ist immer weniger zu sehen und zu spüren. Industrie wie Handel blicken hoffnungsvoll nach vorne und werden dabei in ihren Lösungsansätzen immer kreativer. Das hat sich auf allen vier Veranstaltungen deutlich gezeigt: auf Ausstellerseite mit innovativen Produkten und vielen Neuheiten, bei den Besuchern durch Anwesenheit und Neugier an allem, was den Aufwärtstrend beschleunigt“, skizziert Michael Peters, Geschäftsführer der Messe Frankfurt GmbH, den Verlauf der vier Konsumgütermessen.

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Termine 2011

Paperworld: 29. Januar bis 1. Februar 2011, www.paperworld.messefrankfurt.com

Christmasworld: 28. Januar bis 1. Februar 2011, www.christmasworld.messefrankfurt.com

Beautyworld: 29. bis 31. Januar 2011, www.beautyworld.messefrankfurt.com

Hair&Beauty: 30. und 31. Januar 2011, www.hair-beauty.messefrankfurt.com

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