Arme Flüchtlinge in reichen Golfstaaten

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© Karikatur: Marian Kamensky, 2015

Über das Umsiedlungsprogramm der UNHCR (auch UN Refugees Agency genannt) gelangten seit Beginn der Krise in Syrien 2011 gerade einmal 33 Flüchtlinge in die Golfstaaten, wie Raniah Salloum in Spiegel-Online (08.09.2015) festhält. Mit Arbeits- oder Touristenvisa sollen sich rund eine halbe Millionen Syrer in Saudi-Arabien aufhalten. Fast alle gelten als Gastarbeiten.

In den reichen Golfstaaten der Vereinigten Arabischen Emirate, kurz VAE, dürften die meisten Flüchtlinge mit einem Touristenvisa eingereist sein, wobei die Flüchtlinge nach Ablauf schlicht nicht aus den VAE ausreisen. Diese Meschen gelten dort als "Illegale".

Keine Frage: Die reichen Golfstaaten – allen voran Saudi-Arabien, sind nicht Teil der Lösung, sie sind Teil des Problems und befeuern Krise und Krieg in Syrien seit Jahren, spätestens seit 2011.

Laut UNHCR (08.09.2015) sind 4.088.099 syrische Flüchtlinge "in den Ländern rund um Syrien registriert, darunter 1.938.999 in der Türkei, 1.113.941 im Libanon, 629.266 in Jordanien, 249.463 im Irak, 132.375 in Ägypten und 24.055 in den Ländern Nordafrikas." Dort leben und leiden die Flüchtlinge in der Regel in formellen, oft elendigen, meist überfüllten Flüchtlingscamps.

Ein großer Teil der syrischen Flüchtlinge in der Türkei, so schätzen Experten, werde sich auf den langen Marsch Richtung EU-Europa, vor allem nach Deutschland machen. Der Krieg vor allem in Syrien, aber auch im Irak und Afghanisten, wird weiter Millionen Menschen aus diesen Ländern, aus der gesamten Kriegsregion, zur Flucht treiben. Sobald die einen die Flüchtlingslager Richtung Westen verlassen, rücken die anderen aus den umkämpften Dörfern und Städten nach.

Tausende Flüchtlinge befinden sich derzeit auf ihrem beschwerlichen Weg in den Westen, wo sie unter korrupten Polizisten und Schleppern in der Türkei, prügelnden Polizisten in Griechenland und auf dem Balkan leiden. Vor allem in der Türkei und in Griechenland verdienen korrupte Politiker, Beamte, Polizisten, Taxi- und Busfahrer, Bäcker und Lebensmittelhändler und viele andere mehr sehr viel Geld mit den Flüchtlingen. Längst ist das Geschäft mit den Flüchtlingen lukrativer als das Geschäft mit den Drogen.

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