Zuerst wird mit einer handgetriebenen altertümlichen Maschine durch leichten Druck die rotgrüne Haut vom inneren Kern der Bohnen entfernt. In schlaffen kleinen Kügelchen bleibt sie zurück und hatte doch gerade noch stolz an den Sträuchern Auskunft über den Reifegrad der Bohnen erteilt. Zurück bleibt zur weiteren Verwertung, zunächst etwas enttäuschend, ein unscheinbarer hellbrauner Inhalt, weit entfernt vom gewohnten Dunkelbraun einer „normalen“ Kaffeebohne. Was also tun? Mit Routine schüttet Rosa das gewonnene Kaffeematerial in eine flache Metallschale, in der es über einem flackernden Holzfeuer zunächst getrocknet wird.
So landen die erdnussartigen Hälften aus dem Baumstamm in einem flach geflochtenen Korb. In immer neuen Schwungbewegungen werden sie nun von Rosa nach oben geschleudert. Um Sekundenbruchteile später, in der Zugluft gereinigt von störenden Restbeständen, zielgenau wieder von ihr aufgefangen zu werden. Doch irgendwann bleibt es diesem Restbestand dann nicht erspart, noch einmal den Weg in die Metallschale über dem Holzfeuer antreten zu müssen.
Längst hat Rosa das Kaffeewasser über dem kleinen Holzfeuer zum Kochen gebracht. Langsam verschwindet nun auch das durch Stampfen gewonnene Kaffeepulver in der siedenden Flüssigkeit, wo es mit einem hölzernen Kochlöffel für eine Zeitlang in Bewegung gehalten wird. Kein Kaffeefilter weit und breit. Nur eine geräumige Thermosflasche, in die hinein der Inhalt des Topfes gegossen wird. Ganz vorsichtig, damit sich die Schwebeteile des Kaffees nicht dorthin auf den Weg machen, wo sie für Kaffeegenießer einfach nicht hin gehören.
Mit diesem dem Kaffee innewohnenden Wohlgefühl wird nun auf einmal wieder die Landschaft interessant, die sich hier mit auffallenden Merkmalen präsentiert. Auf der einen Seite der Kilimandscharo, als Fast-Sechstausender der höchste Berg Afrikas, wenn auch zumeist unter einer weißen Tarnkappe verborgen. Auf der anderen Seite der Mount Meru, der zwar nicht ganz so hoch hinaus will, sich aber auch mit einer Höhe von unterhalb fünftausend Metern gehörigen Respekt verschafft.
Wie zurückhaltend elegant dagegen die Giraffen, die auf ihren hohen Stelzen vor der spitzen Bergkulisse des Mount Meru würdevoll dahin zu schweben scheinen. Doch dann kommt Leben in die unmittelbare Nähe. Als ein Giraffenbulle sich einer äußerst grazilen Giraffenlady nähert und ihr mit leichtem Kopf-Körperkontakt seine Zuneigung signalisiert. Rührend, und gern würde man dem von der Körpergröße her ungleichen Paar Glück für die Zukunft wünschen. Doch dann lässt sie ihn abblitzen, und die zarten Liebesbande sind ebenso schnell wieder zerrissen, wie sie geknüpft wurden.
Darüber droht nun am westlichen Horizont schon bald die Sonne unterzugehen. Gerade die richtige Zeit, um auf der Terrasse der Ngurdoto Lodge bei einem Sundowner den Safaristaub herunter zu spülen. Und an diesem ausgefallenen Ort in Äquatornähe vor dem schnellen Einbrechen der afrikanischen Nacht die Tageserlebnisse im Gespräch noch einmal Revue passieren zu lassen.
Reiseinformationen “Tansania”
Anreise: Günstig mit Ethiopian Airlines, täglich ab Frankfurt am Main über Addis Abeba nach Kilimanjaro, ab Euro 535.
Einreise: Es genügt ein noch mindestens 6 Monate gültiger Reisepass. Ein Visum wird bei Ankunft in Tansania ausgestellt. Dabei anfallende Kosten: Euro 50 oder US-Dollar 50. Nicht vergessen: Impfpass mit Gelbfieber-Impfnachweis.
Reisezeit: Tansania kann grundsätzlich ganzjährig bereist werden. Die besten Reisemonate, regenlos und bei angenehmen Temperaturen sind Mai bis Juli. März und April sind wegen stärkeren Regens eher zu meiden.
Reiseveranstalter: Zu den bewährten Reiseveranstaltern nach Tansania zählt DIAMIR-Erlebnisreisen, Tel. 0351-312077, info@diamir.de, www.diamir.de; dort auch Auskunft über Kaffeerituale und Tiersafaris.
Unterkunft: Hervorragend die Ngurdoto Lodge, 35 Kilometer entfern vom Flughafen von Kilimanjaro; gediegene koloniale Räumlickkeiten, getrennt voneinander gelegene geräumige Rondavels, Pool und Terrasse, idealer Ausgangspunkt für Arusha-NP, Mount Meru und Kilimanjaro; www.ngurdoto-lodge.com
Auskunft: Botschaft Tansania, Eschenallee 11, 14050 Berlin, Tel. 030-303080-0, Fax – 20, info@tanzania-gov.de; www.tanzania-gov.de; oder: www.tanzaniatouristboard.com












