Ärzte ohne Grenzen verlassen Somalia

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Ärzte ohne Grenzen in Somalia. © Peter Casaer/MSF

"Indem diese bewaffneten Gruppen Mitarbeiter von Hilfsorganisationen töten, angreifen oder entführen, haben sie und die zivilen Autoritäten, die deren Vorgehen tolerieren, das Schicksal unzähliger Menschen in Somalia besiegelt", sagte Dr. Unni Karunakara, internationaler Präsident von Ärzte ohne Grenzen in der somalischen Hauptstadt Mogadischu.

RIA Novosti teilt mit: "Somalia besteht seit dem Sturz des Regimes von Siad Barre 1991 nicht mehr als ein einheitlicher Staat. Die somalische Bundesregierung, die von der Völkergemeinschaft als einzig legitime Macht im Land angesehen wird, kontrolliert nur einige Regionen des gespaltenen Landes. Der Süden und der Nordwesten Somalias werden von einheimischen Clans bzw. radikalen islamistischen Bewegungen beherrscht. Neben den Regierungstruppen gehen gegen sie auch Soldaten des kenianischen und des äthiopischen Militärkontingents vor."

Mit allen Beteiligten mußten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen war seit 1991 sprechen, verhandeln, um vor allem "in der Hauptstadt Mogadischu und den Vororten Afgooye und Daynile, in Kismayo, Balad, Dinsor, Galkayo, Jilib, Jowhar, Marere und Burao" helfen zu können. Dabei seien 2012 "mehr als 624.000 medizinische Behandlungen durchgeführt, 41.100 Patienten in Krankenhäuser aufgenommen, 30.090 mangelernährte Kinder behandelt, 58.620 Menschen geimpft und die Geburt von 7.300 Kindern begleitet" worden. Diese Hilfe für Leute, die ihr Land "noch nie ohne Krieg oder Hungersnot erlebten", fällt jetzt weg.

"Letztendlich zahlt die Zivilbevölkerung in Somalia den höchsten Preis", sagte Karunakara dazu.

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