Berlin, BRD (Weltexpress). Die Welt der Ware und des Spektakels ist voll mit Lohnarbeitern der Lücken- und Lügenmedien, Werbenutten und Trendhuren, Blödbloggern und Beeinflussern, die wie eine Krankheit klingen, Presskötern und Tastenstrolchen. Sie entscheiden, wer oder was Michael Mertens ist und was zu tun ist. Ich habe mich entschieden, doch dazu mehr am Ende dieser Glosse über ein offenkundiges Gruppenmitglied der Gazetten-Gülle.

Michael Martens scheint mir einer von denen zu sein, für die Karl Kraus den Begriff Journaille kreierte. Auf einer Pressekonferenz am 8.8.2026 in Belgrad wurde Martens offenbar als Journalist akkreditiert und öffentlich als einer von der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ bezeichnet, was schon schlimm ist.

Zu Journalisten dichtete der Denker Kraus (1925):

„Wie unberufen bunt sie es doch treiben
mit der Berufsmacht und den Gottesgaben:
sie schreiben, weil sie nichts zu sagen haben,
und haben was zu sagen, weil sie schreiben.“

Wahrlich, es kommt noch schlimmer.

Martens zitierte auf der besagten Pressekonferenz nicht Kraus, sondern fragte den Diktator von Banderastan, der vor ihm und neben Aleksandar Vučić, den Präsident der Republik Serbien, stand auf Englisch: „What can we concretely do to help you to kill more russians?“ Umgehend ergänzt Martens seine Frage mit den Worten „russian soldiers of course“.

Ein Video mit der Frage von Michael Martens ging im Weltnetz viral und wurde auch in „Sputnik“ veröffentlicht. Die Antwort des Diktators von Banderastan, der sich zuvor als Penis-Pianist und Nackt-Gitarrenspieler, Koksnase und Komiker, Oligarch und Präsidentendarsteller einen Namen machte, wurde nicht wiedergegeben, auch nicht die von Vučić, die wenigstens dessen Klugheit erkennen ließ.

Und das war richtig so, denn bekanntlich kritisiert die wahre Kritik nicht die Antworten, sondern die Fragen (freue sich, wer’s kennt). Auf diese Weise entlarvt sich der Charakter des Fragestellers Zuschauern und Zuhörern.

Martens ist mehr als nur ein Kleingeist der Großbourgeoisie. Er ritt sich zudem tiefer in die Gazetten-Gülle.

Am schlimmsten ist das, was Michael Martens nach der Veröffentlichung des Videos in „Sputnik“ auf „X“ schrieb: „Nein, liebe Freunde von Sputnik, es ist nicht ’skandalös‘, den ukrainischen Präsidenten zu fragen, wie Europa der Ukraine helfen kann, mehr Russen zu töten. Das ist genau das, was gebraucht wird. Skandalös ist der Krieg eures Sponsors Putin gegen die Ukraine.“

Die Worte „mehr Russen zu töten“ haben nicht nur Adressaten, sondern einen Absender. Der heißt Michael Martens. Der ist ein mir übler Möchtegern-Russenmörder-Fragesteller und anscheinend Gernegroß-Volksverhetzer der üblichen Hauptabflußmedien.

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