Dienstag, 30. Juni 2026
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Im Machtkampf zwischen Italien und Deutschland um die Vorherrschaft unter Westeuropas größten Finanzinstitutionen setzt sich Unicredit S.p.A. gegenüber Berlin durch – Umfassende Neuordnung des südeuropäischen Finanzmarktes

Links im Bild der Turm der Commerzbank in Frankfurt am Main. Quelle: Pixabay, Foto: Robs123

Berlin, BRD (Weltexpress). Unterstützt von der EU geht die Übernahme der deutschen Commerzbank AG durch die italienische Unicredit S.p.A. (Eigenschreibweise UniCredit) voran. Laut der italienischen Nachrichtenagentur „ANSA“ hat Unicredit, wie am 19.6.2026 bekannt gegeben wurde, weitere 12,51 % der Commerzbank-Aktien erworben. Zusammen mit der bereits zuvor gesicherten Beteiligung von 26,77 % hält Unicredit nun 39,28 % der deutschen Bank. Darüber hinaus werden weitere 3,22 % in Aktien wandelbaren Instrumenten und 13,19 % über Derivate gehalten. Bezogen auf das Gesamtengagement der italienischen Gruppe hat Unicredit damit bereits 55,69 % der Commerzbank erreicht und sich eine absolute technische Dominanz gesichert, obwohl sie nicht die direkte Kontrolle über die Aktienmehrheit beanspruchen kann. Doch wie in der Branche bekannt ist, reichen 40 % bereits mehr als aus, um Unternehmensentscheidungen maßgeblich zu beeinflussen.

Gemäß den deutschen Vorschriften begann am 20.6.2026 ein weiteres Angebotsfenster, das am 3.7.2026 endet. In diesem Zeitraum haben Commerzbank-Aktionäre, die das Angebot von Unicredit noch nicht angenommen haben, die Möglichkeit, ihre Aktien zurückzugeben. Das endgültige Ergebnis der gesamten Transaktion wird am 8.7.2026 bekannt gegeben. Diverse Marktanalysen deuten nun darauf hin, dass die Europäische Zentralbank die Übernahme in Kürze formell genehmigen wird. Weitere Quellen heben hervor, dass die deutsche Regierung, die 12 % der Bankanteile hält, weiterhin ihre Gründe der Ablehnung, die mittlerweile weitgehend als rein politisch motiviert und durch Wettbewerbsasymmetrie bedingt angesehen werden, wiederholt.  Berlin hat den Verkauf seiner Anteile offenbar kategorisch ausgeschlossen, was – ebenfalls nach deutschem Recht – den Ausschluss der verbleibenden Aktionäre gegen Entschädigung untersagt. Gleichzeitig appellierte das Management der Commerzbank an seine Investoren und forderte sie auf, das Angebot von Unicredit geschlossen abzulehnen. Schließlich beantragte das Topmanagement der deutschen Bank formell die Intervention der BaFin – der für die Aufsicht über die deutschen Finanzmärkte zuständigen Bundesbehörde – und stellte die Berichterstattung von Unicredit über den Fortschritt des Börsengangs in Frage. Unicredit reagierte umgehend und wandte sich ihrerseits an dieselbe Behörde, um die Glaubwürdigkeit der öffentlichen Aussagen der Commerzbank überprüfen zu lassen.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen des Verdachts der „Marktmanipulation“ eingeleitet. Die Deutschen ziehen also sogar vor Gericht, anstatt das Schicksal zu erleiden, das sie unter dem Deckmantel der europäischen Integration diversen ausländischen Unternehmen zugefügt haben, so der „Corriere ella Sera“. Doch nun zeigt sich, dass hier eine andere Logik verfolgt wird, die auf konkrete strategische Ziele abzielt, so abwegig diese auch sein mögen. Und selbst Berlin muss sich ihr beugen. Das kommunistische Magazin „Contropiano“ erwähnt noch, dass die Commerzbank laut diversen Gerüchten als Ausgangspunkt für eine umfassende Neuordnung des südeuropäischen Finanzmarktes dient. Unicredit hat bereits Assicurazioni Generali und die Banco BPM im Visier. Dieser Schritt entspräche perfekt den Empfehlungen von Mario Draghi und Enrico Letta (PD)  hinsichtlich der europäischen Wettbewerbsfähigkeit und des einheitlichen Kapitalmarktes.  Es handele sich um einen regelrechten Machtkampf zwischen Italien und Deutschland um die Vorherrschaft unter Europas größten Finanzinstitutionen. Dies wäre die zweitgrößte Bankenfusion in der Geschichte der EU nach der Übernahme der BNL durch BNP Paribas. Ein entscheidender Wendepunkt in diesem Prozess kam direkt aus Brüssel. Die Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für Wettbewerb, Teresa Ribera, gab Unicredit eine eindeutige und klare Unterstützung und brach damit den politischen Widerstand aus Deutschland. In einem Interview mit „Bloomberg TV“ stellte Ribera klar, dass grenzüberschreitende Fusionen „begrüßt werden sollten“ und die EU bereit sei, mit ihren kartellrechtlichen Befugnissen einzugreifen, falls es zu ungerechtfertigten Blockaden komme. Ribera räumte ein, dass es Fälle gebe, in denen Mitgliedstaaten in solche Transaktionen eingreifen könnten, Brüssel verfolge in dieser Angelegenheit jedoch eine „strenge Auslegung“.

Es wurde deutlich gemacht, dass eine Art Prioritätenhierarchie besteht und alle Initiativen – wie die fragliche –, die den Binnenmarkt stärken würden, als unerlässlich für die „Stärkung der wirtschaftlichen Bedeutung und des Wachstums“ des alten Kontinents gelten. Das heißt, um ihn zu einem wettbewerbsfähigeren Akteur im globalen Wettbewerb zu machen.

Anmerkung:

Siehe die Beiträge

im WELTEXPRESS.

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