Mittwoch, 27. Mai 2026
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Kommunalwahlen in fünf Regionen Italiens – Die Koalition unter der faschistischen Ministerpräsidentin Meloni siegte in Venedig

Venedig. © Münzenberg Medien, Foto / BU: Stefan Pribnow, Ort und Datum der Aufnahme: Venedig, 29.7.2012

Berlin, BRD (Weltexpress). Bei den Kommunalwahlen in fünf Regionen Italiens ist der Koalition der faschistischen Ministerpräsidentin Meloni der durchgängige Durchbruch nicht gelungen. Sie behauptete sich in Venedig, wo  Simone Venturini als Kandidat der Bürgerliste Paritito dei Veneti an der Spitze der Koalition aus Fratelli d’Italia, Forza Italia, Lega, Unione di Centro 51,03 % einfuhr. Das hohe internationale Profil, ihr Status als Welterbe und die tausendjährige Geschichte als unabhängige Handelsrepublik hatten die Lagunenstadt ins Zentrum des Wahlkampfes gedrückt. Venturini profitierte davon, dass er 2024 die Erhöhung der umstrittenen Touristen-Eintrittsgebühr in Venedig von 5 bis10 Euro durchgesetzt hatte. Seinem unterlegenen Herausforderer Andrea Martella, Ex-PCI, der 1990 an deren Umwandlung in eine sozialdemokratische Partei beteiligt war, heute dem Demokratischen PD angehört, bot er die Zusammenarbeit an. „Gemeinsam können wir die schönste Stadt der Welt retten“, sagte er der Zeitung „La Repubblica“.

Das Mitte-Links-Lager behauptete sieben von 18 Provinzhauptstädten, während die Gegenseite fünf hält. Insgesamt sind in 118 Gemeinden mit mehr als 15.000 Einwohnern 37 eher Mitte links und 25 auf die Meloni- Koalition orientiert. In zwölf der Provinzhauptstädte wurden die Bürgermeister im ersten Wahlgang gewählt, in sechs wird es eine Stichwahl geben. Mehr als sechs Millionen Personen waren in 700 Gemeinden am Sonntag und Montag zur Stimmabgabe aufgerufen.

Die Ergebnisse verschaffen der Ministerpräsidentin laut „ANSA“ eine dringend benötigte Bestätigung, für ihren Antritt 2027 zur Wiederwahl.  Vor wenigen Wochen  hatte sie bei einem demütigenden Referendum im März über eine von ihr unterstützte Justizreform in Italien eine Niederlage erlitten. Der vielbeschworene Zusammenbruch von Mitte-Rechts hat nicht stattgefunden, verkündete die Ministerpräsidentin laut „ANSA“ triumphierend.

Das hohe internationale Profil, ihr Status als Welterbe und die 1.000-jährige Geschichte als unabhängige Handelsrepublik verleihen der Stadt besonderes Prestige. „Venedig war die wichtigste Herausforderung“, sagte Matteo Renzi, ein ehemaliger Ministerpräsident, der nun die kleine Mitte-Links-Partei Italia Viva anführt. Der Kampf um das Amt des neuen Bürgermeisters der Lagunenstadt wurde von dem Konservativen Simone Venturini gewonnen. Er gilt als Schützling des scheidenden Bürgermeisters Luigi Brugnaro, eines Geschäftsmannes. Bei der Feier seines Sieges sagte der 38-jährige Venturini, er wolle nicht länger als „Dauphin“ von Brugnaro gesehen werden, der mehr als ein Jahrzehnt lang Bürgermeister gewesen war. Venturini verteidigte die umstrittene Touristen-Eintrittsgebühr in Venedig von 5 bis 10 Euro, die 2024 eingeführt wurde, obwohl Kritiker sagen, dass sie den Ansturm der Besucher, die die Stadt überfluten, nicht eingedämmt habe. Er sagte, er hoffe, mit seinem unterlegenen Herausforderer Andrea Martella zusammenarbeiten zu können. „Gemeinsam können wir die schönste Stadt der Welt retten“, sagte er der Zeitung „La Repubblica“. Die Rechte triumphierte auch am anderen Ende des Landes, in der Stadt Reggio Calabria, ganz unten in der „Stiefelspitze“ Italiens, die seit 2014 von der Linken regiert worden war.

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