Die Berliner Mauer angreifen! – Zum Comic „Todesstreifen“ von Dirk Mecklenbeck und Raik Adam

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"Todesstreifen" von Dirk Mecklenbeck und Raik Adam. © Ch. Links Verlag

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Bildgewaltig bürstet uns die großartige Graphic Novel von Dirk Mecklenbeck (Zeichner) und Raik Adam (Autor) das Hirn.

In Zeiten, wo ultrarechte Politiker wie Donald Trump neue Mauern errichten, um Menschen die Freiheit der Wahl ihres Lebensortes zu nehmen, zeigen uns die beiden Herren was es bedeutet in einer Diktatur zu leben, die um ihre Grenzen eine Mauer, bzw. einen Zaun baut, der alle Menschen davon abhalten soll das Land zu verlassen. Der Volksmund nannte diese Grenzanlagen zurecht Todesstreifen, weil viele Menschen beim Versuch die Anlagen zu überwinden, erschossen wurden.

Das Buch geht gleich richtig in die Vollen und beschreibt die Beweggründe von vier aus der DDR stammenden Hallensern, die inzwischen in Westberlin lebend, mit starken Aktionen auf die unmenschliche Politik der DDR-Regierung Ende der 1980er Jahre aufmerksam machen wollen. Sie greifen direkt die Maue an, mit Sabotage- und Flugblattaktionen.

Sie sind in der Subkultur des Heavy Metal unterwegs, fahren in Westberlin dicke Motorräder und leben ihren Traum vom „Born to be wild“. Trotzdem haben sie nicht vergessen, mit welchen Willkürmaßnahmen der SED-Staat gegen sie vorging.

Das Buch ist die Arbeit zweier Protagonisten der Maueraktionen, das macht diese Graphic Novel besonders. Eine fetzige Geschichte vom Traum nach Unabhängigkeit und Wahrhaftigkeit – mit klarem Strich gezeichnet und im Text sehr nah an den Protagonisten.

Bibliographische Angaben

Dirk Mecklenbeck (Zeichner), Raik Adam (Autor), Todesstreifen: Aktionen gegen die Mauer in West-Berlin 1989, Comic bzw. Graphic Novel, 96 Seiten, Format: 21,0 x 29,7 cm, Ch. Links Verlag, Berlin 2018, ISBN: 3-86153-993-3, Preis: 10 EUR

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