Big Business oder Wenn die Großraumlimousine zur Lounge wird – Über den Spacetourer von Citroën

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Ein Citroën Spacetourer Business im Hamburger Hafen. © 2017, Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow

Hamburg, Deutschland (Weltexpress). Mit einem Mal steht er da und glitzert in der Sonne, die über dem Hamburger Hafen lacht. Und die Sonne ist wahrlich nicht die einzige, die das tut. Die Rede ist hier und heute aber nicht von diesem oder jenem Politiker, dessen Gesicht nullachtfuffzehn und dessen Gerede noch nichtssagender ist als dessen Gehabe, sondern vom „SpaceTourer“, so die Eigenschreibweise bei Citroën, dem genauen Gegenteil.

Der Spacetourer von Citroën. © Citroën
Der Spacetourer von Citroën. © Citroën

Auf den ersten Blick wirkt er schlicht und schön, elegant und rank, zeigt sich bei genauerem Hin- und Hineinsehen zudem als generös und großräumig. Das soll so sein, denn der Spacetourer ist eine Großraumlimousine, die sich als Fahrzeug für Großfamilien und Gewerbetreibende gut eignet. Citroën nennt seinen Kleinbus mit fünf, sieben und bis zu neun Sitzen gerne Hochdachkombi. Das passt, aber der mehr oder minder famoser Van passt mit einer Höhe von 1,90 Metern dennoch in jede Tiefgarage, ohne dass das Dach gedellt wird. Zwei Zentimeter ist er breiter als hoch. Aber die Länge! Die Länge liegt bei mindestens 4,60 Metern. Zur Silhouette XS gesellen sich die Personenkraftfahrzeuggrößen M mit 4,95 m und XL mit 5,30 m Länge. Wer XL wählt, der bekommt hinten einen langen Überhang an seinem französischen Bülli und im VW-Konkurrenten laut Hersteller ein Kofferraumvolumen von fast 3.000 Litern (genauer: 2.932 Liter). Das muss man erst einmal fluten!

Fluten? Das von uns gefahrene Testfahrzeug mit sieben super Sitzen auf knapp fünf Metern, das auf der modularen Plattform EMP2 basiert, von der auch der Peugeot 5008 oder der von uns bald zu testende DS7 Crossback stammen und baugleich mit dem Peugeot Traveller und dem Toyota Proace ist, ließen wir noch nicht einmal im Regen stehen. Wir fuhren durch manche Stadt und über viel, vor allem flott über flaches Land.

© Citroën
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PSA bietet für diesen, seinen PKW verschiedene Dieselmotoren a la BlueHDi. Ganz hinten, am Ende und also am Arsch des Motors kommt – nein, noch kein Rosenwasser – aber weniger Stickoxide (NOx) raus. Dafür sorge laut Produzent der dem Rußpartikelfilter vorgeschaltete SCR-Katalysator (wobei SCR für Selective Catalytic Reduction steht). Der ermögliche „mit Additiv-Einspritzung … eine schnellere Abgasbehandlung als andere Systeme“ und sei „ausschließlich bei PSA verfügbar“. PSA ist auf dem Weg zum No-NOx. Und das ist gut so. Der Oxydationskatalysator würde die bei der Verbrennung entstehenden Kohlenwasserstoffe und das Kohlenmonoxic beseitigen und große Mengen an Stickstoffpartikeln „über eine chemische Reaktion … in zwei schadstofffreie Substanzen, nämlich Wasser und Stickstoff“, umwandeln. Stolz zeigt sich PSA und verweist darauf, dass der Partikelfilter „bis zu 99,9 Prozent der ausgestoßenen Partikel“ beseitigen würde.

Nichts gegen bessere Luft, aber die Laufleistung, der Verbrauch und die Wartungsintervalle von Motoren sind auch nicht ganz unwichtig, oder? Für den Antrieb stehen vier Dieselmotoren mit einer Leistungsbreite von 70 kW/95 PS bis 130 kW/177 PS zur Verfügung. Der Basismotor wird mit einem Fünfgang-Handschalter angeboten und der stärkste Motor mit einer Sechsgang-Automatik kombiniert. Die beiden anderen Versionen mit den beiden in der Leistung dazwischen liegenden Triebwerke werden mit Sechsgang-Schaltgetrieben versehen.

Kommen wir von den Motor- zu den Ausstattungsvarianten Feel, Shine, Business und Business Lounge und Business XL für den Wagen, für den im November 2016 die Markteinführung gefeiert wurde und konzentrieren wir uns auf das Big Business. Die Preise würden laut Hersteller bei 45.810 Euro (Business Lounge für Länge M beziehungsweise 46,600 Euro für Lange XL) beziehungsweise 37.480 Euro (Business XL) beginnen.

© Citroën
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König Kunde kann zwischen vier gegenüberliegenden Einzelsitzen oder zwei Einzelsitzen plus einer Dreisitzer-Rückbank
im Fahrgastraum bei den Silhoutten M und XL wählen. Fahrendes Wohnzimmer oder rollendes Büro, alles ist möglich, auch Karrusselfahren. Die Einzelsitze aus Leder in der zweiten Reihe können entgegen der Fahrtrichtung gedreht werden. An dem als Sonderausstattung angebotenen verschieb- und versenkbaren Tisch können Fahrgäste tüchtig tun. Dabei sind die erhöhte Sitzposition und das durch ein großes Panorama-Glasdach (ab Ausstattung Shine) lichtdurchflutete Interieur angenehm und geben nicht nur Freiberuflern das Gefühl der Freiluftarbeit. Einerseits. Andererseits sorgen gut getönten hinteren Scheiben dafür sorgen, dass einem Außenstehenden kein Einblick in den Innenraum gewährt wird. Das ist nicht nur schön zum Shutteln mit Chauffeur.

Die Business Lounge bitte zudem zahlreiche Sicherheitspaket und Fahrassistenzsysteme von Einparkhilfe vorne und hinten mit Rückfahrkamera auf einem 7-Zoll-Touchscreen, Multifunktionslederlenkrad, elektrisch zu öffnenden Schiebetüren rechts bis zu einer Ambientebeleuchtung. Echt angenehm sind neben einem Tempomaten, ein Müdigkeitswarner, Licht- und Regensensoren, praktisch die Nebelscheinwerfer mit Kurvenlicht und das LED-Tagfahrlicht. Alles serienmäßig an Bord des Bülli und also nicht nur bei Big Business. Zum Rundum-Wohlfühlpaket zählt eine richtige Raumluftverteilung, für die eine Dreizonen-Klimaanlage sorgt. Gut gekühlt kann die Sonne durch das optional erhaltbare Glasdach scheinen.

Die XL-Version des Spacetourer Business starte laut Pressemitteilung der Citroën Deutschland GmbH vom 16.05.2017 mit der Dieselmotorisierung BlueHDi 150 Stop&Start (110 kW/150 PS) ab 37.480 Euro beziehungsweise mit dem BlueHDi 180 EAT6 Stop&Start (130 kW/177 PS) ab 40.480 Euro erhältlich. Alle in diesem Beitrag genannten Preise verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer.

Sollte eine Fahrt mit dem Spacetourer nicht glimpflich abgehen, dann beruhigt der Hinweis, dass der Kraftwagen im Euro-NCAP-Crashtest fünf Sterne erreichte. Das ist die derzeit bestmögliche Bewertung. Und unser Fazit im Allgemeinen? Rundum gut.

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