Zum Beispiel Dr. med. Else Weil

Berlin (Weltexpress) – Rebecca Schwoch hatte »Glück«: in den Kellern der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin wurden das Reichsärzteverzeichnis und das Reichsarztregister von 1931 mit 97 000 Namen gefunden. Hinzu kamen Aktenfunde bei verschiedenen Behörden. Das Reichsarztregister selbst, ergänzt durch eine von den Nazis angeordnete Fragebogenaktion, war ein Instrument der Verfolgung jüdischer Ärzte, die von den Nazis verfolgt, gedemütigt, aus dem Beruf geworfen, ins Exil getrieben oder ermordet wurden. Das waren 1933 knapp zwei Drittel der Berliner Kassenärzte. Das Verbrechen wurde mit deutscher Gründlichkeit organisiert. Schwoch und ein Kollektiv des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf stellten mit großer Mühe und Akribie Namen und biographische Daten der Ärzte zusammen. Sie suchten nach Überlebenden, Kindern und Enkeln und nutzten deren Wissen. Vor einigen Tagen ist nun im Verlag Hentrich und Hentrich das Gedenkbuch »Berliner jüdische Kassenärzte und ihr Schicksal im Nationalsozialismus« erschienen. Auf 1000 Seiten beschreibt die Autorin in kurzen Biographien das Schicksal von 2018 jüdischen Kassenärztinnen und -ärzten.

Dieser Inhalt ist nur für Abonnementen des WELTEXPRESS.
Anmelden Registrieren