Vom Schuhmichel und Sennerschnitzel – Über den Gasthof „Zur Rose“ in Eglofs

So schee sieht ein Sennerschnitzel im Gasthof "Zur Rose" in Eglofs aus. © WELTEXPRESS, Foto: Stefan Pribnow

Geschichte

In manchem Heimatkalender, lesen wir weiter, würden sich Sprüche des „Schuhmichel“ finden „und sogar in Amerkika sollen Geschiten über ihn gedruckt worden sein“. Ekkehard Kresse weiß einen Spruch zu erzählen und der geht so: „Schumichel sagt zu einem Gastwirt, bei dem er oft einkehrt: ‚ Wisset Ihr, Wirt, Ihr sind an brave Ma, aber wenn Ihr an Schumacher wärtet, zi hätt ma ou itt überall!’“ Der Gastwirt der Rose übersetzt ins Hochdeutsche und wir hören: „Sie müssen wissen, Herr Wirt, Sie sind ein ordentlicher Mensch, aber wären Sie Schuster hätten Sie auch nicht jeden als Kunden!“
 
Kresser hat uns und seinen seit 1843 bestehenden Gasthof „Zur Rose“. Bis 1960 seo der Gasthof auch ein Bauernhof gewesen, berichtet er und erklärt, daß zum landwirtschaftlichen Betrieb vor allem die Vieh- und Milchwirtschaft gehörten. Heute bezieht die Rose in Eglofs sein Fleisch vom PrimaRind und weitere regionale und saisonale Produkte von der LandZunge.

Das ist gut und die gute Küche hat sich rumgesprochen. Seit 1981 ist der schlanke und großgewachsener Ekkehard Kresser dort „Mädchen für alles“ und vor allem Chef in der Küche.

Gelernt hat Koch Kresser übrigens auf der Sonnenalp in Ofterschwang. Nach einer kurzen Zeit im Spessart ging er zurück ins Allgäu, wo seine Familie lebt, die Kinder aufwachsen. Einer der drei Kinder steigt in die Fußstapfen des Vaters. „Christian absolvierte eine Kochausbildung in der Krone in Schnetzenhausen am Bodensee“, sagt Kresser. Derzeit arbeite der Sohn in Ascona und lebt noch im Tessin, in der italienischen Schweiz.

Gegenwart

Der Gasthof im grünen Idyll des Allgäu ist heute Gaststätte und Hotel. Zwanzig Zimmer, darunter sechs Einzel- und 14 Doppelzimmer stehen für Reisende das ganze Jahr über zur Verfügung. Die Zimmer sind nach heutigem Standard eingerichtet, also auch einem Flachbildschirm, ausgestattet. Besser blicken Besucher aus den Fenstern auf die Nagelfluhkette, den Hochgrat und weitere zum Greifen nahe Gipfel der Alpen.

Zum Greifen ist der Griff der Holztür mit der Aufschrift „Gaststube“, die auch mit Möbeln aus Naturholz im typischen Landhausstil als Bauernstube des Allgäus eingerichtet ist. Wer die Gaststube wieder verläßt, der liest an Tür den Hinweis, daß „die alten Deutschen, sie tranken noch ein, noch zwei, ehe sie gingen.“ Wer nicht sofort auf dem Absatz kehrt macht, der liest noch 20 + C + M + B + 12.
C steht für Caspar, M für Melchier und B für Balthasar. Gemeinsam sind dieses Trio die Heiligen drei Könige und die Zahlen weisen auf das Jahr 2012, in dem dieses Gaststube gesegnet wurde.

Bilderbuchdorf

„Der Ortsteil Eglofs, in dem über 1.500 Menschen wohnen“, sagt Frau Kresser, wurde 1998 zum Bilderbuchdorf erklärt. Bei dem Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ holten die Eglofser die vielumjubelte Goldmedaille im Land Baden-Württemberg und Silber im Bund. Viel mehr geht nicht und wenn dann noch die gerühmte Gastfreundschaft hinzukommt, dann ist das Bilderbuchdorf mit dem Bilderbuchgasthof perfekt.

Bilderbuchküche

Noch stimmiger ist die Küche. Aus ihr kommen Tafelspitz, Maultaschen, Käsespätzle als typische regionale Gerichte auf Teller und Tische. Fehlen darf nicht der berühmte Zwiebelrostbraten vom Allgäuer Weiderind. Aktuell stehen Wildgerichte auf der Wochenkarte. Vom Rehragout, selbstverständlich mit Spätzle, bis zum Rehbraten an Wacholderrahmsauce, keine Frage: auch mit Spätzle, wird Wild geboten. Die Spätzle werden höchstselbst produziert. „Die Langen werden gepreßt und die Kurzen gehobelt“, erklärt Kresser.

Kalte Vesper wird oft mit heißem Herzen verschlungen, denn die vielen Wanderer, die das Bilderbuchdorf Eglof besuchen, kehren gerne auch zwischen den Hauptmahlzeiten ein. Dann bietet sich die Allgäuer Käse-Platte mit Emmentaler, Bergkäse, Bavaria Blue und Camembert mit Brot bestens an. Keine Frage: die Käse kommen aus der Region.

Vom Faß empfehlen wir zwei regionale, obergärige Biere. Das Meckatzer Weißgold, der halbe Liter für schlappe drei Euro, und von Härle das naturtrübe Landzüngle, ebenfalls drei Euro der halbe Liter. Zu den Bieren nehmen wir Sennerschnitzel.

Kresser`s Rezept für Sennerschnitzel

Die Zutaten

Für vier ausgewachsene Allgäuer nehme man vier Schnitzel vom Schwein. Familien Kresser kauft sein Schweineschnitzel von der LandZunge, das Stück zu 180 gr. 250 gr. in Ringe geschnittene ganz normale Speise-Zwiebeln, 8 Scheiben Emmentaler (ca. 150 gr.). Der Emmentaler kommt direkt aus der Käserei Leupholz. Salz, Pfeffer und Paprika zum Würzen und Bratensauce werden weiter benötigt. Die Bratensauce wird klassisch mit Knochen angesetzt, dann mit Röstgemüse geschmort und aufgegossen.

und die Zubereitung

Die Zubereitung beginnt mit dem Klopfen der Schweineschnitzel. Anschließend wird mit Salz, Pfeffer und Paprika gewürzt. Die vier Schnitzel werden in der mit Butterschmalz ausgegossene Pfanne gebraten. Auf den Teller kommt zuerst das Schnitzel. Darauf werden die gerösteten Zwiebeln gegeben und mit je zwei Scheiben Emmentaler wird das Ganze belegt. Der gefüllte Teller kommt kurz bei über 200 ° Celsius (Oberhitze) in den Backofen.
Beilagen sind beliebig wählbar, im Gasthof Zur Rose wird ein saisonaler, regionaler Salatteller gereicht und hier wird nicht vergessen, die Speise mit einem ordentlich Schlag mit Bratensauce zu servieren.

Infos

Gasthof Zur Rose, Dorfplatz 7, 88260 Argenbühgl-Eglofs, Telefon: 07566 / 336, Email: info@gasthof-zur-rose.info, Website: www.gasthof-zur-rose.info

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 9 bis 23 Uhr. Montags ist im Restaurant Ruhetag, während das Hotel an sieben Tagen die Woche geöffnet ist. Sogar eine Dampfsauna kann genutzt werden.

Für Fahrradtouristen besteht die Möglichkeit, die Reifen aufzupumpen und den E-Bike-Akku aufzuladen.

Anfahrt: Wer mit Auto oder Motorrad über die Bundesautobahn A7 von Norden kommend ins Allgäu düst, nimmt die Abfahrt Leutkirch-Süd und fährt über Isny nach Eglofs. Wer hingegen aus südlicher Richtung auf der A7 fährt, nimmt die Abfahrt Wangen-Nord. Dann weiterfahren über Landstraßen bis Eglofs.
Fahrradfahrer nehmen den Bodensee-Königsee-Radweg, der durch Eglofstal führt. Von unten führt ein asphaltierter und zugleich steiler Weg den Berg hoch auf 662 m üNN.

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