…Vater sein hingegen sehr – Die „Old Dogs“ John Travolta und Robin Williams erleben späte Onkel- und Vaterfreuden

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Dans alte Liebe Vicki (Kelly Preston), die er nach einer Liebesnacht jahrelang nicht sah, taucht unerwartet wieder auf: mit ihren Zwillingen Emily (Emma Bleu Travolta) und Zach (Conner Rayburn), deren Vater Dan sei. Weil Vicki kurzzeitig ins Gefängnis muss, bietet Dan an, währenddessen auf die beiden aufzupassen – mit der Hilfe von „Onkel“ Charlie, einem notorischen Aufreißer, der mit seinem altersschwachen Hund zusammenlebt. Während in der gemeinsamen Firma ein wichtiges Geschäft mit einem japanischen Konzern verhandelt werden muss, schlagen sich Charlie und Dan mit Camping, Prinzessinnen-Spielen und Zoobesuchen herum. „Daddy oder Deal?“, fragt der deutsche Verleihuntertitel. Beides, dachte sich John Travolta und folgte der Star-Tradition, Nebenrollen mit dem eigenen Nachwuchs zu besetzen. Seine Tochter Emma Bleu spielt Emily. „Onkel Charlie“ sieht ihr nun ähnlicher als ihre Filmpapa. Wer angesichts des Frontalhumors geistig nicht gleich abschaltet, fragt sich, was in Dans durchfeierten Nacht tatsächlich geschah. Nach Jahren taucht Vicki mit zwei in Alter und Aussehen unterschiedlich wirkenden „Zwillingen“ auf. An Dans Vaterpflichten erinnert sie ihn just vor einem lukrativen Geschäftsabschluss. Weder zweifelt Dan an seiner Vaterschaft, noch kümmert ihn, dass Vicki ihm die Kinder verschwieg.

Dass Dan diese Aspekte insgeheim bewusst sind, er sich aber eine Familie so sehr wünscht, dass ihm Blutsverwandtschaft egal ist, dass Vicki dem leiblichen Vater einen liebevollen (mit gesichertem Einkommen) vorzieht, schließt „Old Dogs“ aus. Für derartige alternative Familienkonzepte ist in der konservativen Welt der Familienkomödien kein Platz. Ebenso ignoriert Becker die homoerotischen Untertöne in der lebenslangen Bindung Charlies und Dans und flüchtet sich in verklemmte Schwulenwitze. Veraltet ist das gesamte Konzept von „Old Dogs“: ältere Väter sind nicht lachhaft, sondern ganz normal. Doch Realitätsgespür liegt Becker nicht. So hat der superreiche Dan keine der materiellen oder beruflichen Sorgen, die normale Väter kennen. Die emotionalen Auswirkungen der unerwarteten Vaterschaft ignoriert „Old Dogs“ zu Gunsten geistloser Blödelei.

Der Vorspann illustriert mit Jugendfotos, dass sich die beiden Hauptfiguren ihr ganzes Leben lang kennen. Das Gefühl ein „Old Dog“ zu sein, überträgt sich auf den Zuschauer. So lange sind Travolta und Williams schon dabei. Karriere gemacht haben nur ihre Leinwandcharaktere. Travolta zeigt sein aufgedunsenes Gesicht in belanglosen Nebenrollen, Robin Williams spielt den immer gleichen Gutmenschen in zweitrangigen Familienfilmen. Jetzt kann sie schon mal ein Hund an kläffen. Dieser echte Old Dog gehört in der Komödie Travolta und wirkt so gebrechlich wie die beiden Herren. Sein Verscheiden ist der tragische Höhepunkt der Handlung, als sei „Old Dogs“ eine Tragödie über die Schicksalsjahre Lassies. Nur ein paar andere alte Hunde sind da.

„War das nicht eine witzige Geschichte?“, fragt Charlie nach einer seiner Anekdoten, als wolle Regisseur Becker eine Bestätigung vom Zuschauer. Nein, war es nicht. Grund zum Lachen haben nur die japanischen Geschäftsleute, die sich darüber amüsieren. Als seien sich die Produzenten der Unkomik ihrer Hauptfiguren bewusst, muss der wesentlich jüngere Nebendarsteller Seth Green als Knallcharge herhalten. Nicht einmal für müde Lacher sind die „Old Dogs“ frisch genug.

Titel: Old Dogs Daddy oder Deal

Land/ Jahr: USA 2009

Genre: Komödie

Start: 14. Januar

Regie: Walt Becker

Drehbuch: David Diamond, David Weissman

Darsteller: John Travolta, Robin Williams, Seth Green, Kelly Preston, Ella Bleu Travolta

Laufzeit: 88 min.

Verleih: Walt Disney

www.olddogs-derfilm.de

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