Türkei rast Richtung Ramsch und wird von einer spekulativen zu einer hochspekulativen Anlage abgewertet – Die Bonität am Bosporus liegt auf dem Grund des Marmarameeres

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Istanbul.
Istanbul. Quelle: Pixabay

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Wolle Häuser kaufe? Im Land der Teppichknüpfer und Ziegenmelker kann König Kapitalist derzeit kaufen, was er will. Häuser vor allem stehen tief im Kurs. Die meisten Leute im Land stecken nämlich in einer tiefer Krise und merken es mittlerweile. Am Freitag stuften die Ratingagenturen Standard & Poor’s (S&P) und Moody’s die Bonitätsnote der Türkei weiter ab.

Ankaras Kreditwürdigkeit liegt auf dem Grund des Marmarameeres. S&P bewertete die Bonität am Bosporus von BB- runter auf B+ und und Moody’s von Ba3 auf B1. Mit anderen Worten: Die Anlage sei hochspekulativ. Bei einer Verschlechterung der Lage sind Ausfälle wahrscheinlich.

Hinzu kommt, dass die Landeswährung Lira fällt und fällt und fällt. Stabilisierungsmaßnahmen durch Ankara wie beispielsweise mithilfe von mehreren Milliarden aus Katar entpuppen sich als Tropfen auf dem heißen anatolischen Stein.

Selbst die Telefonseelsorge mit angeblich 4 000 Investoren durch den türkischen Finanzminister Berat Albayrak kann den Sturz der Lira nicht aufhalten. Wer 2018 Lira hält, er ist nicht nur leichtsinnig, sondern ein Depp, denn die Lira verlor seit Jahresbeginn im Vergleich zum Dollar fast 40 Prozent an Wert. Anfang dieser Woche notierte sie sogar auf einem Rekordtief von 7,24 Lira für einen Dollar. Noch erhöhten die Zentralbanker von Präsident Recep Tayyip Erdogan die Zinsen nicht mit einer fatalen Folge, über die es im „Handelsblatt“ (17.8.2018) heißt: „Sie (die Zentralbanker, d. Verf.) boten den Geschäftsbanken einfach seit dem Wochenbeginn gar kein Geld mehr an, für das der Haupt-Zinssatz von 17,75 Prozent fällig gewesen wäre.“

Was soll man zu solchen derbkomischen Einlage noch schreiben? Vor allem: Wer will den Türken nach diesem finanzpolitischen Slapstick in Formvollendung noch Geld leihen? Moody`s nennt das „Reduktion in der politischen Verlässlichkeit“. Lol.

Die Türkei brauche laut Ratingagentur Fitch 2018 nicht nur die 15 Milliarden aus Katar sondern rund 229 Milliarden Dollar. Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Nebenbei dürfte die Inflation von derzeit 16 Prozent „bis auf 22 Prozent“ steigen, wie S&P in „Spiegel-Online“ (18.8.2018) zitiert wird. Mit anderen Worten: Die Türkei ist ein Schuldner äußerst schlechter Kreditwürdigkeit und rast über Ramsch Richtung spekulativ.

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