„Small Talk“ auf der Berlinale – „Ri Chang Dui Hua“ ist ein intimes Porträt und ein nicht uninteressanter Dokumentarfilm aus Taiwan

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"Ri Chang Dui Hua | Small Talk" in der Sektion Panorama der Berlinale. Regie: Hui-chen Huang. © Small Talk Productions

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Spröde wirkt sie, und ziemlich verschlossen. Anu hat einiges durchgemacht. Früh wurde sie verheiratet, so wie es im Taiwan der 1970er Jahre üblich war. Bald ließ sich jedoch bald von ihrem gewalttätigen Mann scheiden und zog die beiden Töchter alleine auf. Seitdem hatte sie ausschließlich Beziehungen zu Frauen, die wie sie als Seelenbegleiterinnen bei Beerdigungen tätig sind.

Die Filmemacherin „Ri Chang Dui Hua“ ist eine ihrer Töchter. Sie begibt sich mit der Mutter auf eine Reise in die Vergangenheit, auf eine recht quälende, wohlgemerkt. Es geht um Mutterliebe, um Vertrauen, um Missbrauch. Anu antwortet zögerlich, widerwillig, verfällt mitunter in eine schmerzhafte Sprachlosigkeit.

Entstanden ist ein intimes Porträt über eine lesbische Frau in einer sich rasant verändernden taiwanesischen Gesellschaft. Vom Thema her eigentlich nicht uninteressant, in der Umsetzung nur leider mit erheblichen Längen versehen.

Auf der 67. Berlinale ist „Ri Chang Dui Hua“ („Small Talk“) noch zu sehen:
Donnerstag, 16.02.2017, 20:00, CineStar 7 (E)
Freitag, 17.02.2017, 14:30, CineStar 7 (E)

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Originaltitel: Ri Chang Dui Hua
Englischer Titel: Small Talk
Land: Taiwan
Jahr: 2016
Regie: Hui-chen Huang
Sprache: Taiwanesisch
Dauer: 88 Minuten

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