Realität. Wirklichkeit. Wahrheit. – Eintracht Frankfurt unterliegt dem HSV Hamburg 1:3

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Die Eintracht drängte. Sie wurde in der ersten Halbzeit spielüberlegen, und mindestens zwei torchancen waren auch welche. Caio zeigte sich gut aufgelegt und sein Schuß in der 18. Minute hätte auch ein Tor sein können, wäre er nicht direkt in den Arme des Frank Rost gelandet. Auch Amanatidis vergibt in der 18. Minute. Doch in der 37. Minute klappt es. Amanatidis stand gut und gab den Ball schräg zurück zum freistehenden Patrick Ochs. Der zögerte keine Sekunde und versenkte den Ball im Tor – dachten alle, als frenetischer Jubel die Stadionansage und den Torschützen Ochs gerade noch hörbar machten. Aber im Nachhinein ist der Torschütze Halil Altintop.“Patricks Schuß ist gegen mein Schienbein und von dort ins Hamburger Tor gegangen“, weshalb der Treffer für ihn zählt.

Und jetzt muß man einfach über Alexander Meier sprechen. Der baumlange Abwehr- und Angreifspieler der Eintracht konnte an diesem Tage vielleicht etwas anderes, aber weder abwehren, noch Tore schießen und es kommt einem vor, ob zumindest die erfolgreiche Eigenschaft des Toreschießens an diesem Tage ein völlig anderes Ergebnis gebracht hätte, nämlich einen Sieg für die Eintracht. Die hatten nämlich zunehmend einen solchen Lauf, daß, als Meier in der 45. Minute über das ganze Spielfeld hinweg ungehindert den Ball nach vorne trieb, jeder das 2:0 schon sah, denn Meier stand allein vor dem Tor, bekam den Ball aber nicht zum Abschuß nach vorne, sondern ließ ihn nach links am Tor vorbei rollen. Ein Schüßchen.

Verteidiger Maik Franz sprach dies nach dem Spiel ganz offen an: „Das Ding muß er reinmachen und mit einem 2:0 zur Pause sieht die Welt ganz anders aus.“ Das wurmte auch Eintrachttrainer Michael Skibbe, der seine Mannschaft zur Recht für die 1. Halbzeit vorne sah: „Das war ein vergebener Matchball, denn damit hätten wir den mentalen Druck auf den Gegner weiter erhöhen können.“ So aber kamen die Spieler des HSV zurück, die wohl auch in der Kabine deutliche Worte von ihrem Trainer hörten, denn nicht sofort, aber Zug um Zug zeigten die Hamburger jetzt, daß sie Einzelspieler haben, die so große Klasse sind, daß sie auch ohne große Mannschaftsleistung so ein Spiel herumreißen.

Das gilt in erste Linie für Ruud van Nistelrooy. Der schießt aus allen Lagen und so war es sein zielgenauer Kopfball, der den Hamburgern erst in der 81. Minute die Führung brachte, nachdem Mathijsen zwanzig Minuten vorher den Ausgleich erzielte, übrigens eine Standardsituation, an der Meier wieder seinen Anteil hatte, wie am dritten Tor der Hamburger in der vorletzten Minute, als Guerrero ungehindert verwandelte. Die Eintracht wird sich etwas überlegen müssen, denn von einem Fehlstart zu sprechen, ist durchaus angebracht. Das Dramatische nämlich ist, daß sie nicht schlecht spielt, aber es gelingt ihr nicht, aus dem Spielverlauf heraus auch die Tore zu erzielen. Nächstes Spiel, nächstes Unglück? Nein, in Gladbach amnächsten Wochenende wird gewonnen, war die einhellige Meinung. Abwarten.

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