Noch immer unterschätzt – Türkische Weine

Eigentlich begann die Zeit des modernen türkischen Weinbaus bereits 1925, dafür sorgte Mustafa Kemal Atatürk, der Begründer der modernen Türkei und bekanntermaßen ein großer Weinliebhaber. Als dann die Touristen die Türkei als Urlaubsland entdeckten und nach Wein verlangten, erlebte die türkische Weinwirtschaft einen abermaligen Aufschwung. Doch es waren einfache Weine, die in dieser Zeit hergestellt wurden. Seit Mitte der 80er Jahre aber orientieren sich die Weinbauern immer mehr hin zur Qualität – und das mit großem Erfolg.

Insgesamt produziert die Türkei jährlich 70 Millionen Liter Wein, von denen etwa 2,5 Millionen Liter in den Export gehen, der derzeit ein Volumen von 6,7 Millionen Euro ausmacht. Auch wenn man es nicht glaubt, aber tatsächlich ist die Türkei mit 565 000 Hektar und über 1 000 lokalen Rebsorten das 4. größte Weinbauland nach Spanien, Italien und Frankreich und steht mit einer Produktion von 3 850 000 Tonnen an 5. Stelle nach Italien, Spanien, Frankreich und den USA. 

Die Wein-Trink-Kultur unter der türkischen Bevölkerung selbst ist nicht sehr ausgeprägt bei einem Konsum von 1 Liter pro Kopf und pro Jahr. So sind es doch eher die Touristen, die den Konsum ankurbeln sollen. Doch leider beobachten wir immer wieder, dass doch eher immer zu den billigen Weinen gegriffen wird und somit die hervorragenden türkischen Weine weniger bekannt sind, weil sie schlichtweg zu teuer in den Handel kommen. Das wiederum ist das Problem aller türkischen Weinhersteller. Wie Taner Ogutoglu, Direktor des Verbands Wines of Turkey wissen lässt, muss die gesamte Technologie, wie auch die Rebstöcke aus dem Ausland importiert werden, so dass die Kosten der Herstellung zwangsläufig über denen in Europa liegen. Weiterhin wird Alkohol generell in der Türkei hoch besteuert. Das ist ein Problem, mit dem der türkische Wein zu kämpfen hat, doch Taner Ogutoglu ist zuversichtlich, dass sich die Produktionskosten mit der Zeit einpendeln und somit die Weine auch günstiger auf den Markt kommen werden.

Die sieben Mitglieder des Verbands sind auch gleichzeitig die mehr oder weniger größten Weinhersteller der Türkei, die sich zusammen geschlossen haben, um die türkische Weinkultur vorwärts zu bringen, Exporte zu fördern und den türkischen Wein generell als generische Marke mit Qualitätsweinen in Verbindung zu bringen. Türkeibesucher und Weinliebhaber sollten sich deshalb einmal über die wirklich guten türkischen Weine informieren und diese dann auch mal probieren, bevor sie sich vor allem in den Restaurants von den hohen Preisen abschrecken lassen.

Eine gute Gelegenheit, die türkischen Weine kennen zu lernen ist die Internationale Fachmesse für Weine und Spirituosen „Pro Wein“, die vom 27. bis 29. März 2011 in Düsseldorf stattfindet. Dort sind erstmalig die sieben türkischen Weinhersteller unter dem Dach von „Wines of Turkey“ vertreten. (Stand Nr. 3 A 20)

Mehr Infos unter www.winesofturkey.org