„Nebel im Kopf“ – Präsidenten-Darsteller Selenskyj kann nur Bella Figura, das aber mit Hang zur Hingabe in jedweder Tragikomödie

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Der Ex-Schauspieler Wolodymyr Selenskyj als ukrainischer Präsidenten-Darsteller in der TV-Serie "Diener des Volkes" ist jetzt wirklich Präsident der Ukraine. © Kwartal 95

Kiew, Ukraine (Weltexpress). Ein Präsidenten-Darsteller ist ein Präsidenten-Darsteller und bleibt das auch im Amt. Die Rede ist von Selenskyj, Wolodymyr Selenskyj. Warum auch nicht einen Schauspieler ranlassen, wenn es wie vor dem Putsch auch nur noch um die Inszenierung von Politik geht, allerdings nach andere Drehbüchern?!

Dass ein Darsteller nur den Text spricht, dem man ihm vorsetzt, das ist die Regel, alles andere wäre eine Ausnahme. Wenn also jemand wie Olexij Hontscharuk (auch Alexej Gontscharuk geschrieben), noch Chef der Regierung in Kiew, äußert, dass der Präsident nur „Nebel im Kopf“ hätte, dann spricht er einerseits die Qualität an, die er brauchte, um den Job zu bekommen, nachdem das Wahlvolk die Nase vom Schokoladenkönig genannten Oligarchen Petro Poroschenko voll hatte, und andererseits die Autoren im Hintergrund, die sich offensichtlich die Dienste des größten Dösbaddel unter den Dreizack-Flaggen der Ukraine sicherten. Gontscharuk ist mit seinen 35 Jahren auch ein Frischling, aber kein Schauspieler, sondern Rechtsanwalt. Er versteht wohl die Verträge, die Selenskyj unterschreibt, auch inhaltlich. Schließlich ist er Außerordentlicher Professor für Finanz- und Bankrecht am Rechtsinstitut Wladimir der Große. Dessen Aussage, dass Selenskyj nur „sehr primitive“ Vorstellungen von Politischer Ökonomie habe, hat daher ein gewissen Gewicht.

Und die öffentlich gemachten Tonaufzeichnungen nur einer Lästerei werden aus dem Weltnetz nicht wieder verschwinden, sich in Gedächtnis der ukrainischen Gesellschaft einprägen. Welcher Wahlbürger wählt schon einen laut angezählten Bekloppten?!

Doch derjenige, der seit Monaten am Nasenring durch die politische Arena der Ukraine gezogen wird, kann Drama, ja, Tragikomödie und also auch vor Publikum verzeihen.

Dazu teilt die „Tageszeitung“ (18.1.20209 unter der Überschrift „Regierungschef der Ukraine weiter im Amt – Der milde Selenskyj“ mit, das „Selenskyj … das Rücktrittsgesuch seines Ministerpräsidenten Hontscharuk“ abgelehnt habe. „Trotz dessen Lästerei.“

Weiter im Text: „Hontscharuk hatte zuvor beklagt, ‚einflussreiche Gruppen‘ wollten es so aussehen lassen, als ob er Selenskyj nicht respektiere. Das sei aber nicht wahr. Die Audioaufnahme sei eine Zusammenstellung aus ‚Fragmenten aufgenommener Kabinettssitzungen‘. In einem Facebook-Post würdigte Hontscharuk Selenskyj als ‚Beispiel an Transparenz und Anständigkeit mir gegenüber‘. Um jeden Zweifel an seinem Vertrauen in den Präsidenten zu zerstreuen, habe er seinen Rücktritt eingereicht.

Selenskyj verlangte derweil eine Ermittlung zum Ursprung der Aufnahme. ‚Ich fordere, dass wir in zwei Wochen, so schnell wie möglich, Informationen darüber bekommen, wer das Band aufgenommen hat.'“

Da kann man auch das Ende der Gesetzmäßigkeiten der Politischen Ökonomie fordern oder dass sich die Uhren rückwärts drehen. Selenskyj ist halt ein schlechter Schauspieler, der immer dann versagt, wenn er frei sprechen muss, allerdings bei der Inszenierung von Politik in der Ukraine weiterhin eine schöne Figur abgibt.

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