Mai war blutigster Monat für Zivilisten in Afghanistan seit 2007

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Im Mai wurden 368 Zivilisten getötet und 593 weitere verletzt, teilte die Chefin der Menschenrechtsabteilung der UN-Mission in Afghanistan (UNAMA), Georgette Gagnon, mit. Das seien mehr als in jedem anderen Monat seit Beginn der Aufzeichnungen der UNAMA über tote und verletzte Zivilisten im Jahr 2007, hieß es in einem am Samstag veröffentlichten Bericht Gagnons.

Mehr als drei Viertel der Zivilisten – nämlich 301 – wurden demnach von den Aufständischen getötet. Weitere 45 Zivilisten wurden den Angaben zufolge von Soldaten der NATO oder der afghanischen Armee getötet, bei 22 weiteren war eine Zuordnung demnach nicht möglich.

Durch Explosionen selbstgebauter Bomben, der am häufigsten eingesetzten Waffe der Aufständischen, wurden dem Bericht zufolge allein im Mai 119 Zivilisten getötet und 274 weitere verletzt, wie das Internet-Portal Deutschland today (www.dtoday.de) am Samstag berichtete. Die Sprengsätze werden nach Angaben der UNAMA meist am Straßenrand oder in belebten Einkaufsstraßen deponiert. Gagnon sagte, der Einsatz dieser Waffen sei ein Verstoß gegen internationales Recht.

Die UNAMA zeigte sich "sehr besorgt", dass die Zahl der getöteten Zivilisten im Sommer, wenn in Afghanistan gewöhnlich am heftigsten gekämpft wird, noch weiter steigen könnte. Alle Konfliktparteien müssten mehr für den Schutz von Zivilisten tun, forderte Gagnon. Mit 2777 Todesopfern war 2010 das tödlichste Jahr seit Beginn des Einsatzes der internationalen Truppen gegen die aufständische Taliban-Bewegung.

Am Samstag kamen mindestens 20 Menschen bei Bombenanschlägen ums Leben. In der südlichen Unruheprovinz Kandahar starben 15 Zivilisten in einem Fahrzeug, als ein Sprengsatz am Straßenrand explodierte. Unter den Toten waren nach Angaben des Innenministeriums acht Kinder und vier Frauen. Bei einem Selbstmordanschlag in der Provinz Chost im Osten Afghanistans wurden drei Menschen getötet und zwölf weitere verletzt. Der Attentäter sprengte sich nach Polizeiangaben vor dem Gebäude einer Spezialeinheit der Polizei in die Luft. Dabei wurden ein Zivilist sowie zwei Polizisten getötet, darunter der Chef der Eingreiftruppe, so Deutschland today.

RIA Novosti

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