Keine Eisernen Nerven – Der 1. FC Union Berlin ertrotzt in Dortmund 120 Minuten lang ein Unentschieden und verpasst ein Ortsderby

Steven Skrzybski Unions Torschütze in Dortmund Grafik: Hans-Peter Becker

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Die komplette Waldseite und etwas mehr hatte sich zum Auswärtsspiel nach Dortmund begeben. Egal was kommt, auf jeden Fall sollte eine Riesenparty gefeiert werden. Über 10.000 Fans der Eisernen stemmten sich gegen die gelbe Wand und ihre Mannschaft gegen die spielerische Übermacht. Es war ein interessanter Test, wie weit ist der 1. FC Union von der ersten Liga entfernt? Dortmund hat zwar viele Verletzte, trotzdem stand da immer noch ein passabler Erstligist auf dem Rasen. Jens Keller hielt für die Startelf und die taktische Grundordnung einige Überraschungen parat. Es wurde ein defensiv ausgelegtes 4-2-3-1 System. Lediglich in der 4er Abwehrkette fanden sich die gewohnten Stammspieler wieder. Das Tor hütete Daniel Mesenhöler. Warum hat man ihn bis heute versteckt ? Er konnte im Spiel überzeugen. Er wirkte abgeklärt, als wäre es Routine auswärts vor 80.000 zu spielen. Michael Parensen spielte mit Felix Kroos auf der Doppelsechs, neu in der Startelf waren Simon Hedlund und Eroll Zejnullahu für das Mittelfeld. Stefan Fürstner, Steven Steven Skrzybski Unions Torschütze in Dortmund und Philipp Hosiner nahmen zunächst in den komfortablen Ledersesseln Platz.

Die Eisernen wehrten sich. Dortmund bestimmte das Spiel. Union hatte nur 28 Prozent Ballbesitz und damit konnten sie erstaunlich viel anfangen. Das erste Tor fiel in der 44. Minute. Michael Parensen fälschte eine Flanke von Bruun Larsen ins eigene Tor ab. Kurz zuvor musste Collin Quaner das Spiel aufgeben, es zwackte in der Oberschenkelmuskulatur. Es kam Philipp Hosiner.

Nach Halbzeitpause betätigten sich einige Anhänger der Eisernen als Feuerwerker und benebelten mit Pyrotechnik die Szenerie. Das Spiel hatte eh schon eine Verspätung, weil es Probleme bei der Eingangskontrolle gegeben haben soll. Der Gebrauch von Pyrotechnik war vorher angekündigt worden, vielleicht lag es daran. Jedenfalls war genug durch die Kontrollen gekommen, um für eine weitere Spielverzögerung zu sorgen.

Das Bild blieb unverändert. Dortmund blieb überlegen und Union fand geeignete Mittel dagegenzuhalten. Die Spannung wuchs, der Gästeblock war immer wieder deutlich zu hören. Jens Keller brachte Stefan Fürstner für Michael Parensen. Das 1:0 für die Dortmunder hielt bis zur 80. Minute, dann wurde Skrzybski für Hedlund eingewechselt. Mit seiner ersten Ballberührung, einem knallharten Rechtsschuss, überwand er Roman Weidenfeller. Es ging in die Verlängerung, am Spielstand von 1:1 änderte sich nichts. Die Entscheidung fiel im Elfmeter-Schießen. Die Eisernen schossen nur Fahrkarten, während die Dortmunder alles unterbringen konnten. Haarscharf sind die ambitionierten Berliner an einer Sensation vorbei geschlittert. Schade für den Moment, eine Niederlage die nicht weiter schmerzen dürfte. Mit diesem Kader sind die Eisernen nicht weit entfernt von der ersten Liga. Die Party ist fürs Erste vorbei, ab jetzt geht es nur noch um das Kerngeschäft. Vielleicht gibt es im nächsten Jahr ein Spiel um Punkte gegen Dortmund.
Anschließend wurde bereits die nächste Runde ausgelost. Turnolympia-Sieger Fabian Hambüchen zog gleich als erste Partie, Borussia Dortmund gegen Hertha BSC.

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