Hanns Heinz Ewers is back, ein bissel zumindest – Annotation

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© Die Andere Bibliothek

Die Andere Bibliothek ist ihm eine Heimat geworden – ihm, den einst Großen Anderen. Inspiriert von Poe und Villiers de L’Isle-Adam, vertrat er in seinen Schriften die abseitigen und grotesken Themen und Gestalten. Die Alraune, Nachtmahre und Vampire gehörten ebenso zu seinem Repertoire, wie Bänkelgesänge für`s Brettl, kitschige Liebesgedichte, bombastisch geschönte Reiseberichte und ein Horst Wessel Roman. Seine kurze und einseitige Liebe zu den Nazis wird im Nachwort umfassend beleuchtet. Ewers war manchmal Anarchist, mal Nationalist, Weltbürger, Kokser, Trinker, Frauensammler – immer die Nase im Wind, wenn’s drauf ankam auch im Gegenwind.
Einige seiner intensiven Gruselgeschichten versammelt der Band 356 der Anderen Bibliothek. Wir hasten durch Voodooszenarien auf Haiti, durchleiden mit einem einsamen Grafen die Schrecken einer bösen Geliebten, begegnen dem todkranken Oscar Wilde auf Capri und waten im Blut andalusischer Messerkämpfer. Erhitzte Texte, arge Rituale und bittere Kelche – Ewers gibt dem winterlichen Lesevergnügen ein exquisites Ambiente.

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Hans Heinz Ewers, Lustmord einer Schildkröte, und weitere Erzählungen, Wiederentdeckt und neu ediert von Marcus Born und Sven Brömsel. Versehen mit einemGebundene Ausgabe,Bandnummer: 356, Limitierte Ausgabe, in feines, lilafarbenes Leinen gebunden, Fadenheftung, Lesebändchen, Buchgestalter: Kurt Dornig, 430 Seiten, Verlag Die Andere Bibliothek, Berlin  2014, ISBN: 978-3847703563, Preis: 38 Euro (D)

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