Ein Diktator bekommt zwei Kriegsschiffe aus Frankreich – Mistral-Deal zwischen Paris und Kairo

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Nach Reuters-Angaben unter Berufung auf das französische Verteidigungsministerium soll sich der Deal auf 950 Millionen Euro belaufen. Die zwei Mistral-Schiffe, die im Hafen von Nizza liegen, waren gemäß einem Vertrag mit dem russischen Rüstungskonzern Rosoboronexport für die russische Marine gebaut worden. Der Hafen in Wladiwostok wurde für die beiden großen Kriegsschiffe extra umgebaut. 400 russische Matrosen wurden geschult.
Dann verhängte im August vergangenen Jahres Hollande als treuer Vasall der Vereinigten Staaten von Amerika und angeblich wegen Krise und Krieg in der Ukraine ein Embargo. Die Schiffe wurden nicht übergeben, obwohl die Russen schon in Frankreich waren. Zuletzt verhandelten Moskau und Paris nur noch über die Aufhebung des Vertrages, der am 5. August aufgekündigt wurde.
Nach Angaben der französischen Zeitung „La Tribune“ zahlte Paris 949,7 Millionen Euro an Moskau zurück. Das schien auf den ersten Blick wenig und Frankreich billig bei weggekommen. „Laut einer Quelle aus dem Umfeld von Rosoboronexport handelt es sich um mehr als eine Milliarde Euro“, teilt „Sputnik“ mit und auch, dass russische Spezialisten „derzeit die radioelektronischen Anlagen in der französischen Werft STX“ aus den Schiffen ausbauen würden.
Angeblich soll Frankreich mit Malaysia, Indien, die Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Brasilien und Kanada verhandelt haben.US-Kongressmitglieder schlugen vor, dass die NATO die Mistral-Schiffe kaufen könnte.

„Sputnik“ schriebt, dass „Russland das Recht“ hätte, „den Abnehmer beim Weiterverkauf der Mistral-Schiffe mitzubestimmen, weil deren Heck in St. Petersburg gebaut wurde und die russische Seite ein Zertifikat zur Endnutzung des in Russland gebauten Segments des Hubschrauberträgers hatte.“

„Spiegel-Online“ informierte am Mittwoch: „Die Schiffe der ’Mistral`-Klasse sind die größten französischen Kriegsschiffe nach dem Flugzeugträger ’Charles de Gaulle`. Sie können unter anderem mehrere Landungsboote, 16 Hubschrauber, 13 Panzer und 450 Soldaten unterbringen. Ihre Lieferung an Russland stieß bereits vor der Ukrainekrise auf Vorbehalte bei osteuropäischen Ländern, die befürchteten, dass Russland die Schiffe für Landeoperationen nutzen könnte. Ägypten galt schon seit Längerem als wahrscheinlichster Käufer.

„TASS“ meldete am Mittwoch, dass Russland mit Ägypten einen Vertrag zur Lieferung von 50 Ka-52-Hubschraubern abgeschlossen hat, unter denen auch die speziell in Russland für die Mistral-Schiffe entwickelten Hubschrauber Ka-52K sind. Der Gesamtwert dieses Deals könne bei zwei Milliarden US-Dollar liegen, hieß es aus Moskau.

Der Deal scheint also wie die Faust aufs Auge zu passen. Doch wozu braucht der ägyptische Diktator das alles?
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